Aktionsplan für mehr Klimaschutz
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Erlangen, Donnerstag, 24. Oktober 2019
Die Erlangener Stadtratsgremien müssen über ein umfangreiches Maßnahmenpaket entscheiden.
Als erste Stadt in Bayern hat Erlangen im Mai den Klimanotstand ausgerufen. Im Juli wurden im Stadtrat die konkreten Forderungen der "Fridays for Future"-Initiative behandelt und weitere Schritte für mehr Klimaschutz beschlossen. Nun liegt den Stadtratsgremien ein umfassender Aktionsplan zur Behandlung vor.
Der "Aktionsplan Klimanotstand" sieht Maßnahmen für rund drei Millionen Euro vor, um bereits laufende Klimaschutzmaßnahmen zu ergänzen. Abhängig von den entsprechenden Beschlüssen und ausreichenden Personalressourcen können folgende Maßnahmen bereits im kommenden Haushaltjahr 2020 umgesetzt werden:
Der Stadtplanung kommt für Klimaschutz eine zentrale Rolle zu. Exemplarisch soll der Erlanger Zollhausplatz bei der Neugestaltung durch eine weiträumige Entsiegelung und größere Grünflächen als "Klimaplatz" entwickelt werden.
Der Ausbau der Fahrradinfrastruktur soll vorangetrieben werden. Zusätzlich zu den zwei Millionen Euro, die im Haushalt 2020 für Radwege und Fahrradabstellanlagen derzeit vorgesehen sind, wird der Aufbau von 200 neuen Fahrradanlehnbügeln im öffentlichen Raum vorgeschlagen. Wie der Stadtrat im Juli beschloss, sollen auch mehr Parkplätze in Fahrradstellplätze umgewandelt werden.
Die Beachtung von Energieeffizienz bei Neubauten und Sanierungen und der Einsatz von Photovoltaikanlagen zur Energiegewinnung wird weiter vorangetrieben. So soll beispielsweise an der Rathausfassade eine Photovoltaikanlage angebracht werden. Die Umrüstung der Straßenbeleuchtung und Ampeln auf LED soll weiter beschleunigt werden.
Die Stadtverwaltung intensiviert ihre Bemühungen als umweltfreundliche Arbeitgeberin. Die Zuschüsse für die Rathauskantine sollen erhöht werden, um das Angebot noch stärker saisonal, regional und ökologisch ausrichten zu können. Die Zuschüsse zum Job-Ticket sollen um 75 Prozent für Fahrten im Stadtgebiet Erlangen und um 50 Prozent für Fahrten im restlichen VGN-Bereich erhöht werden. Innerdeutsche Flüge werden bei Dienstreisen nur noch im Ausnahmefall genehmigt und Druckaufträge an umwelt- und klimafreundliche Druckereien vergeben, eine sprechende Zertifizierung der Hausdruckerei ist angestoßen. Noch mehr Dienstfahrzeuge sollen auf Elektromobilität umgestellt werden.
Kriterien für nachhaltiges Bauen
Weitere Maßnahmen, die der Stadtrat im Juli beschloss, werden bereits umgesetzt: Mit der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gewobau wird eine Vereinbarung zu Klimaschutzmaßnahmen vorbereitet. Außerdem werden Wertungskriterien für nachhaltiges Bauen bei Konzeptausschreibungen für Wohngebiete entwickelt. Parallel dazu wurden in der Stadtverwaltung weitere Ideen erarbeitet. Diese reichen von der Beratung und Sensibilisierung von Bürgern zum Beispiel in der Flüchtlings- und Integrationsberatung, beim Seniorentag, bei der Antragsbearbeitung in der Sozialhilfe bis hin zu Maßnahmen wie der Bewässerung von Bäumen in extremen Trockenzeiten durch die Feuerwehr.