Die alljährliche Ausbildungsmesse "Abitura" bietet nicht nur Schülern die Möglichkeit, sich über Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten zu informieren. Auch Unternehmen und Hochschulen können sich und ihre Ausbildungsbereiche vorstellen und so wertvollen Nachwuchs für die nächsten Jahre sicherstellen.

"Eine Lösung und eine Zukunft gibt es nur dann, wenn wir nach vorne blicken. Was kommt nach der Pandemie?", sagte Clemens Dereschkewitz, Vorsitzender des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft, in einer Pressekonferenz im Vorfeld der Veranstaltung. "Wir müssen darüber nachdenken, was wir in drei, vier oder fünf Jahren machen." Es sei wichtig, Fachkräfte auszubilden, und dafür biete die "Abitura" eine perfekte Plattform - coronabedingt in diesem Jahr in digitaler Form. "Mit dem Tool liegen wir im Zeitplan", erklärte Nicolas Schuller von der Kulmbacher Werbeagentur "breadcrumb". Gemeinsam mit der Agentur "Bergwerk" entwickelte er eine Plattform, auf der sich Schüler mit Arbeitgebern und Hochschulen aus der Region zusammenschließen können. Erste Firmen und Ausbildungsstellen seien bereits eingepflegt, jetzt gelte es nur noch, weitere Firmen und auch die Schüler zur Teilnahme zu motivieren.

"Der digitale Weg passt in die Zeit, und wir hoffen, dass gerade auch noch viele kleinere Unternehmen diese Chance ergreifen und an der ,Abitura' teilnehmen", sagte Hans-Peter Brendel von der Agentur "Bergwerk".

Bislang gebe es 38 Anmeldungen, was einer Quote von 50 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren entspreche. "Davon sind etwa die Hälfte Hochschuleinrichtungen", erläuterte Landrat Klaus Peter Söllner. Die jungen Leute stünden jetzt vor dem Abitur vor einer misslichen Situation, aber: "Wir haben einen starken Wirtschaftsstandort Kulmbach."

Natürlich weiß der Landrat, dass einige Branchen sich in einer existenziell bedrohlichen Lage befinden, jedoch müsse man den jungen Leuten auch die Chancen aufzeigen. "Ich kann nur alle aufrufen, sich an der ,Abitura' zu beteiligen und trotz aller Schwierigkeiten ein positives Signal zu setzen."

Für Unternehmen bietet sich mit der "Abitura" die Chance, ohne großen Aufwand viele junge Menschen in der Zielaltersgruppe von 16 bis 22 Jahren zu erreichen. "Firmen sollten sich zeitnah melden, denn ihre Vorstellung digital zu erstellen, ist für die Organisatoren aufwendiger als einen zusätzlichen Bistro-Tisch in eine Turnhalle zu stellen", sagte Michael Pfitzner, Vorsitzender des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft. Konkret bedeutet das, dass sich interessierte Unternehmen bis zur offiziellen Deadline am 15. Februar beim Organisationsteam im Landratsamt unter der Telefonnummer 09221-707-120 (Martin Willert und Louisa Wuttke) melden sollten. Mit den Schülern kann man dann über verschiedene Wege in Kontakt treten - etwa über Video, Chat oder per Telefon. Das Organisationsteam beantwortet gerne alle Fragen.

Die digitale "Abitura"-Plattform abitura-digital.de wird bereits ab dem 20. Februar zum Stöbern und Vorsortieren freigeschaltet. Am 27. Februar schließlich öffnet sie ihre digitalen Pforten von 9.30 bis 14 Uhr mit allerlei Vorträgen, Präsentationen und Gesprächsmöglichkeiten, ganz so, wie es die Präsenz-"Abitura" bislang auch bot. Um möglichst viele junge Menschen zu motivieren, sich über ihre zukünftigen Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren, wird in den sozialen Medien eine gezielte Werbeaktion gestartet.