Druckartikel: Abfallwirtschaftsbetrieb fragt: Müssen Obst und Gemüse mit Kunststoff verpackt werden?

Abfallwirtschaftsbetrieb fragt: Müssen Obst und Gemüse mit Kunststoff verpackt werden?


Autor:

LKR Haßberge, Samstag, 19. August 2017

Unverpackt statt umverpackt - diese Frage stellt sich bei vielen Artikeln, die es im Supermarkt zu kaufen gibt. Um die Umwelt im Alltag zu schützen, gibt de...
Beides ist im Angebot, der Verbraucher entscheidet: unverpackt oder umverpackt.  Foto: Wolfgang Aull/Landratsamt Haßberge


Unverpackt statt umverpackt - diese Frage stellt sich bei vielen Artikeln, die es im Supermarkt zu kaufen gibt. Um die Umwelt im Alltag zu schützen, gibt der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Haßberge nützliche Tipps, zum Beispiel für den Kauf von Obst und Gemüse. Ziel der Kampagne ist, den Verpackungsmüll zu verhindern oder zumindest zu reduzieren.
Laut Abfallwirtschaftsbetrieb kommen 66 Prozent des Gemüses und 60 Prozent des Obstes vorverpackt in den Handel? Der Kunststoffbedarf hat für Verpackungen zwischen 2000 und 2014 bei Obst um 78 Prozent und bei Gemüse um 164 Prozent zugenommen. Diese Zahlen hat der Naturschutzbund Deutschland, kurz NABU, ermittelt. Sie bestätigen, was im Supermarkt viele Konsumenten erleben: Dass es immer schwerer wird, unverpackte Ware zu erwerben.
Diente die Endverpackung ursprünglich in erster Linie der Konservierung, wie die Kunden es bei Dosen und Gläsern kennen, so hat sie in den vergangenen Jahren weitere Aufgaben hinzugewonnen: den mechanischen Schutz bei stoßempfindlichen Produkten, die Kennzeichnung von Produkten oder auch einfach die für den Handel rationelle Handhabung.
Doch diesem Nutzen stehen laut Abfallwirtschaftsbetrieb "gravierende Nachteile" gegenüber: Immer mehr Verpackungen müssen produziert werden, der Energie- und Rohstoffverbrauch steigt entsprechend. Zeigt sich innerhalb einer Verpackung an einer Stelle Schimmel, was relativ leicht passieren kann, wird die gesamte Ware ausgesondert, auch vollkommen einwandfreie Ware wird somit aus dem Verkehr gezogen.


Beides ist möglich

Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises gibt im Rahmen seiner vor einigen Wochen ins Leben gerufenen Kampagne "Umwelt schützen im Alltag" den Tipp: unverpackt statt umverpackt! "Noch bieten die Supermärkte und Discounter unverpackte Ware an", so Abfallberater Wolfgang Aull, "auch auf unseren Wochenmärkten und in Bioläden sowie bei den Direktvermarktern kann man unverpacktes Obst und Gemüse erwerben. Es lohnt sich in vielerlei Hinsicht, denn die Kaufentscheidung des Kunden beeinflusst bekanntlich maßgeblich die Angebotspalette in unseren Läden."
Wolfgang Aull gibt noch einen zusätzlichen Hinweis: "Wer weiterhin darauf achtet, dass er auf Produkte aus der Region zurückgreift und saisonale Gegebenheiten berücksichtigt, trägt dazu bei, dass unsere Landwirtschaft ihre Produkte vermarkten kann und unsere Heimat nachhaltig lebenswert ist und bleibt."
Weitere Tipps sollen folgen. Für Rückfragen sowie Anregungen steht die Abfallberatung zur Verfügung (unter Telefonnummer 09521/27712, E-Mail: abfallberatung@awhas.de). red