Ein großes Abenteuer haben Alexander Brehm (Lisberg) und Wolfgang Dusold (Bamberg) in diesem Jahr erlebt. Die beiden fuhren in einer fünfköpfigen Reisegruppe quer durch Osteuropa bis zu ihrem Ziel im 8500 Kilometer entfernten Tadschikistan. Ihre Route führte über Dresden nach Polen, die Ukraine, Russland, Kasachstan, Kirgisistan und über das 1500 Kilometer lange Pamirgebirge nach Duschanbe, die Hauptstadt Tadschikistan. Der Clou: Brehm, 44-jähriger Berufsfeuerwehrmann, und Dusold, 52-jähriger Bosch-Mitarbeiter, veräußerten ihr eigens für die Tour angeschafftes Fahrzeug am Ziel und übergaben den Erlös, 1500 Euro, an die Leiterin von Caritas Tadschikistan, Parwina Tadjibaewa. Seine Erlebnisse schildert der in Pettstadt aufgewachsene Wolfgang Dusold im Interview.

Wie entstand die Idee, nach Tadschikistan zu fahren?
Wolfgang Dusold: Da Alex Brehm schon vor über zwei Jahren eine organisierte Reise in den Senegal unternommen hatte, kam die Idee von ihm und Johannes, einem Freund vom Chiemsee, eine "Rallye" selbst zu planen und durchzuziehen. Als reizvolles Ziel erschien den beiden das mystische Pamirgebirge, eine riesige Gebirgskette mit bis zu 7012 Meter hohen Bergen. Das wollten wir damit verbinden, ein Auto im Land zu verkaufen und das Geld zu spenden.

Ein zentraler Punkt ihrer Reise war das Auto - es sollte sie über Schlaglöcherstraßen ans Ziel bringen und am Ende noch Geld für eine Spende an die Caritas abwerfen. Für welches Auto haben Sie sich entschieden?
Alex hat im Osten einen Opel Viaro Transporter günstig bekommen. Der musste auf den schlechten Straßen einiges einstecken - einmal haben wir für 200 Kilometer 13 Stunden Fahrzeit gebraucht. Letztlich haben wir knapp 1500 Euro investiert und das Auto in Duschanbe auch fürs gleiche Geld an den Mann gebracht.

Hatten Sie jemals die Befürchtung, nicht ans Ziel zu kommen?
Obwohl viele gewarnt haben, erlebten wir durchweg freundliche Menschen, vor allem in Russland, als wir mit einem russischen Rentner an seinem See kochten, miteinander aßen und Bier tranken. In Kirgisistan haben uns kurz nach der Grenze zwei Autos verfolgt - es war 1 Uhr nachts und wir fuhren durch, bis es hell wurde. Es war die einzige kritische Situation. Technische Probleme am Fiat Doblo, mit dem uns eine zweite Gruppe vom Chiemsee begleitete, machte uns mehr Stress: Insgesamt 14 Mal musste das Auto repariert werden. Aber überall auf der Reise begegneten wir freundlichen und hilfsbereiten Menschen, die uns unterstützten. Dagegen hatte unser Opel nichts, nicht mal einen Platten. Zweimal dachten wir schon "So, das war's dann", aber Johannes und Alex schafften es, dass wir tatsächlich nach 18 Tagen in Duschanbe ankamen.
Hat Sie ein Landstrich besonders beeindruckt?
Spuren hinterlassen hat der Besuch des größten Soldatenfriedhofs kurz vor Wolgograd, das frühere Stalingrad. Dieser Ort, an dem 45 000 deutsche Soldaten bestattet sind, ging unter die Haut - die Traurigkeit in jedem Einzelnen von uns war spürbar. Positiv beeindruckend war das Pamirgebirge. Zwischen 2500 und 4600 Meter hoch verlief die Straße zwischen Osteuropa und Asien. Ständig wechselnde, faszinierende Bilder bot uns dieser Weg entlang der chinesischen und dann der afghanischen Grenze. Das war ein einzigartiges Erlebnis und hat für vieles entschädigt.

Welchen Tipp haben Sie für Menschen, die ein ähnliches Abenteuer planen?
Wer so eine Reise vorhat, der sollte nicht die Route in Russland zum kaspischen Meer machen und dort über die Grenze nach Kasachstan einreisen, die Straßen in Kasachstan sind unterirdisch auf den ersten 200 Kilometern. Außerdem sollte man mit geländetauglichen Fahrzeugen nach Tadschikistan fahren. Wir mussten sechs Grenzen passieren, Minimum fünf Stunden Wartezeit sind an jeder einzuplanen.


Das Gespräch führte
Michael Memmel