Schweinefleisch, Rindfleisch und Trinkwasser - das sind die Hauptbestandteile für die Wurstherstellung, die die angehenden Techniker der Klasse FT 48 der Fachschule für Lebensmitteltechnik benötigten. Sieben Schüler aus ganz Deutschland opferten ihr Wochenende, um gemeinsam mit dem stellvertretenden Schulleiter Michael Bamberger sowie mit den Lehrern Thomas Eberle und Sandra Hatzold "Lyubitelskaja Wurst" herzustellen - Lieblingswurst nach typisch ukrainischem Geschmack.

"Wir verwenden eine ukrainische Gewürzmischung. Das ist ein Original-Rezept", erklärte Thomas Eberle. Da die Fachschule für Lebensmitteltechnik über kleine Industriemaschinen verfügt, war die Herstellung für die Schüler kein Problem. Ein Hochleistungs-Cutter stellte aus Rind- und Schweinfleisch feines Brät her. Unter dieses Brät wurde dann Speck als Einlage gemischt, Wasser und die Gewürze.

Der Clou bei der Herstellung der Wurst war die Abfüllung. Denn die Schüler füllten das Brät nicht in neutrale Därme ab, sondern in weiße Kunststoffhüllen, die mit der Ukraine-Flagge und dem Logo des Beruflichen Schulzentrums bedruckt wurden. Die Hüllen wurden eigens für die Hilfsaktion gedruckt. Nach der Abfüllung wurde die Wurst gebrüht. Sie ist bis Anfang Juli haltbar.

Die Leiterin der Kulmbacher Tafel, Elfriede Höhn, die die Wurst gemeinsam mit ihrem Stellvertreter Detlef Kosow im Kühlwagen abholte, war sichtlich gerührt über die Mühe der Schüler und über die Aktion. Insgesamt stellten die angehenden Fleischtechniker 800 Kilo Wurst für den guten Zweck her. Auch die Bayreuther Tafel bekommt einen Anteil.

"Inzwischen ist die Situation so, dass über die Hälfte unserer Kunden Flüchtlinge aus der Ukraine sind. Wir haben stetig steigende Zahlen", berichtet Elfriede Höhn. "Bis jetzt konnten wir noch immer allen etwas anbieten. Aber wir geben jetzt nur noch zwei statt drei Tüten ab", so Höhn. Die Wurst bekommen nicht nur Flüchtlinge aus der Ukraine, sondern alle Tafel-Kunden. Sehr beeindruckt von der Hilfsaktion zeigte sich auch Landrat Klaus Peter Söllner. Er würdigte die Arbeit der Schüler. Auch der Leiter des Beruflichen Schulzentrums, Alexander Battistella, war stolz auf die Produzenten.