60 Jahre durch dick und dünn
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Vorbach, Mittwoch, 15. November 2017
Eugenia und Alois Jäger in Vorbach feierten diamantene Hochzeit.
Die Aussage von Eugenia Jäger, die am Mittwoch mit ihrem Mann Alois diamantene Hochzeit feierte, dass ihr Mann 32 Jahre Mesner in der Kirche in Vorbach war, zeigt schon, dass das Jubelpaar christlich geprägt ist. "Ich war früher oft mit unseren 25 Stück Vieh alleine, musste die Arbeit im Stall machen, wenn er Mesnerdienst verrichtete", erzählt die heute 84-jährige Jubilarin. 60 Jahre sind Alois und Eugenia Jäger verheiratet. Nun feierten sie mit ihren Familienangehörigen das Fest ihrer diamantenen Hochzeit.
Der heute 82-jährige Alois Jäger ist ein Vorbacher "Urgewächs". Er ist hier geboren, aufgewachsen und hat sein gesamtes Leben in dem kleinen Ortsteil der Stadt Ebern am Fuße der Ruine Raueneck verbracht. "Unser Leben bestand nur aus Arbeit", sagen er und sein Frau Eugenia, um gleich fortzufahren, dass sie das auch geprägt und ausgefüllt habe. Alois Jäger hat neben seiner Tätigkeit in der Landwirtschaft auch zeitweise als Malergehilfe bei der Firma Klee in Ebern gearbeitet. Nach Hobbys gefragt, zuckt er die Schultern, um dann zu sagen, dass da nichts Besonderes sei.
Ein Leben mit viel Arbeit
"Kennengelernt haben wir uns in Jesserndorf bei der ,Steinmetza'", erzählt Eugenia Jäger, und ihr Mann Alois klärt auf: "Das ist die Klara in Jesserndorf, die heutige Gaststätte Hümmer."Eugenia Jäger stammt aus Hofstetten. Sie ist eine geborene Huppmann. Auch sie war bis zu ihrer Heirat, wie es früher meist obligatorisch war, als Kind und Jugendliche in der elterlichen Landwirtschaft tätig. "Im Herbst und Winter habe ich mir mit Waldarbeit bei Förster Alfred Schramm in Hofstetten etwas hinzuverdient, aber sonst war ich nur in der Landwirtschaft beschäftigt", sagt Eugenia Jäger, die ihre Kindheit, Schulzeit und Jugendzeit in Hofstetten verbrachte.
Hat sie ein Hobby? "Eigentlich nicht", sagt sie. Ihre Schwiegertochter Silva erklärt dazu: "Die Oma hat für ihr Leben gerne breite Hefekuchen gebacken - und meist mehrere Bleche auf einmal." Eugenia Jäger nickt zustimmend und freut sich darüber, dass diese Kuchen in ihrer Familie - meist lebten drei Generationen unter einem Dach - stets "wie warme Semmeln" weggegessen wurden.
Das Jubelpaar erzählt, dass sie beide schon mehrere Krankheiten, darunter auch schwere, überstehen mussten, um dann gleich anzufügen: "Wir hatten ein ruhiges und zufriedenstellendes Leben mit viel Arbeit, aber auch mit Gemütlichkeit." Damit sprechen sie die Hektik der heutigen Zeit an: "So verrückt wie heute die Welt ist, war sie früher in unserer Jugendzeit nicht."
Als sie dann schon älter und die Kinder größer waren, gönnten sich Alois und Eugenia Jäger auch einige Kurzreisen, meist mit der örtlichen Feuerwehr. 60 Jahre gemeinsam durch dick und dünn zu gehen, ist eine lange Zeit. "Wir haben das gemeistert und sind gut damit gefahren", sagt das Jubelpaar und blickt sich dabei tief in die Augen.