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Unterfarrnbach: Kater nach zehn Jahren aufgetaucht - unglaublicher Zufall


Autor: Nele Nitschky

Unterfarrnbach, Donnerstag, 09. Juli 2026

Seit zwei Jahren fehlt von Kater Nero jede Spur. Während einer Suchaktion taucht plötzlich eine andere, lange vermisste Katze im Kreis Fürth auf - nur durch einen Zufall.


Johanna Ruddies ist Zuhause, als sie plötzlich eine E-Mail bekommt. "Ihr Tier wurde gefunden", steht da. Ihr Tier wurde gefunden? "Ich wusste gar nicht, welches Tier gemeint ist", erinnert Ruddies sich im Gespräch mit inFranken.de. "Ich habe erstmal im Wohnzimmer nachgeschaut, ob meine Hunde alle da sind."

Dass es sich bei dem gefundenen Tier um ihren Kater Bagheera handelt, der vor zehn Jahren in Fürth verschwunden ist - damit hat sie "auf keinen Fall" gerechnet. Auf ihrem Handy scrollt sie in der E-Mail des Heimtierregisters Tasso weiter nach unten und findet schließlich eine Telefonnummer. Die führt zu Monika Panzer, der Frau, die Bagheera entdeckt hat.

Nürnbergerin findet durch einen Zufall vermisste Katze

Eigentlich war die 51-Jährige auf der Suche nach dem verschwundenen Kater Nero, als ihr auf einem landwirtschaftlichen Hof in Unterfarrnbach bei Fürth auf einmal der getigerte Bagheera über den Weg läuft. Aus einem Bauchgefühl heraus liest sie seinen Chip aus. "Mir war richtig schlecht", berichtet Monika Panzer, als sie erfährt, dass der Kater seit zehn Jahren als vermisst gilt. Über Tasso entsteht der Kontakt zu Besitzerin Johanna Ruddies.

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"Wie - der lebt noch?", fragt diese fassungslos, als sie mit Monika Panzer telefoniert. "Geht es ihm gut?" Ihr kommen die Tränen. "Auf keinen Fall" habe sie damit gerechnet, dass der Kater, der bei ihr Zuhause geboren und aufgewachsen ist, jemals wieder auftaucht. 

Johanna Ruddies vorherige Katze, die sie einst in einer französischen Mülltonne fand, hatte ihre Kitten in der Sockenschublade zur Welt gebracht. Eines davon: Kater Bagheera, den niemand haben wollte. Er durfte weiter bei Ruddies wohnen. "Wo eine Katze Platz hat, da haben auch zwei Platz." Es folgte die Geburt ihrer Tochter Ylvie - und Bagheera "war überall mit dabei".

Große Rührung: "Meine Tochter hat Bagheera direkt erkannt"

Doch dann nahm die Familie ein weiteres Kitten zum Aufpäppeln auf. Und Bagheera? Er verbrachte immer weniger Zeit Zuhause, war immer länger draußen unterwegs. "Von einem Tag auf den anderen kam er nicht mehr", berichtet Johanna Ruddies. Doch damit nicht genug: Ein Umzug stand kurz bevor. Ruddies versuchte, Zeit zu gewinnen, verschob den Umzug, doch der Kater tauchte nicht mehr auf.

"Die Ungewissheit ist schlimm", sagt sie. "Ich habe schon mal eine Katze auf der Straße verloren. Das war nicht schön, aber wenigstens wusste ich, was passiert ist." Auch im neuen Heim wird sie immer wieder an den Verlust erinnert. "Er ist auf allen Bildern mit meiner kleinen Tochter drauf."

Mittlerweile wohnt die Familie in Hoyerswerda (Sachsen), als im Januar 2026 die E-Mail von Tasso eintrifft. "Meine Tochter hat ein Foto gesehen und Bagheera direkt erkannt", sagt Johanna Ruddies. Wieder fließen Tränen. Bagheera soll abgeholt werden. Doch zur gleichen Zeit steigen in Johanna Ruddies Bedenken auf: Ist ein Zusammenleben mit der Katze und den drei Hunden, die mittlerweile im Haus leben, möglich? "Andererseits: Jetzt ist er endlich wieder da. Er wurde bei uns geboren."

Tränen beim Wiedertreffen: "Ich habe mein kleines Kätzchen aus der Sockenschublade wiedergesehen"

Bei Schnee und Eis machen sich Johanna Ruddies und Tochter Ylvie also auf den Weg ins knapp 400 Kilometer entfernte Unterfarrnbach. Auf dem Hof, dessen Besitzer sich seit sieben Jahren um den zugelaufenen Kater kümmern, liegt Bagheera auf einem Sessel. Er heißt hier anders, doch als Ylvie ihn bei seinem alten Namen rief,  ist er direkt aufgestanden und zu ihr gelaufen", erinnert sich die vierfache Mutter. Was ihr selbst durch den Kopf gegangen sei, als sie das Foto gesehen hat? "Ich habe mein kleines Kätzchen aus der Sockenschublade wiedergesehen."

Mittlerweile wohnt der Kater in Hoyerswerda, versteht sich hervorragend mit den anderen Tieren, schläft jede Nacht in Ylvies Bett und steht mit der Zehnjährigen auf. Dann sitzt er unübersehbar vor seinem Napf und fordert ein pünktliches Frühstück ein. "Er hat noch die gleichen Marotten wie früher", schmunzelt Johanna Ruddies.

Sie ist Monika Panzer und den Landwirten, die Bagheera versorgt haben, dankbar. Trotzdem hätte sie sich gewünscht, dass schon früher jemand mit der zugelaufenen Katze zum Tierarzt gefahren wäre, um den Chip auszulesen.

Kater Nero: Deshalb sucht Monika Panzer mit Herzblut nach fremder Katze

Mehr Aufklärung rund um den Tasso Chip und mehr Skepsis bei scheinbar heimatlosen Tieren wünscht sich auch Monika Panzer. "Vielen wissen gar nicht, dass nicht nur der Tierarzt den Chip auslesen kann, sondern dass man sich das Lesegerät auch im Internet bestellen kann", informiert sie im Gespräch. Sie kenne viele Fälle, in denen Menschen Katzen füttern und aufnehmen, aber nicht nachforschten, ob das Tier einen Besitzer hat.

Über den Zufallsfund von Bagheera "habe ich mich total gefreut. Einerseits war ein bisschen Enttäuschung dabei, weil wir andere Katzen finden, aber Nero noch nicht gefunden haben. Aber ich habe mich trotzdem total gefreut".

Seit eineinhalb Jahren engagiert sich Monika Panzer bei der Suche nach Nero, scannt Tasso-Chips und verteilt Suchplakate. Der Kater ist vor zwei Jahren seinen Besitzern entlaufen, die in Erlangen auf der Durchreise waren. "Ich habe selbst zwei Katzen, an denen ich hänge. Und ich kann total nachvollziehen, wie das ist, wenn man auch nicht hier wohnt", sagt sie.

Kater von Finderin an FIP erkrankt: "Er war mehr tot als lebendig"

Warum die 51-Jährige so viel Herzblut in die Suchaktion steckt? Vor drei Jahren sei ihr eigener zweijähriger Kater an der lebensbedrohlichen Krankheit Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) erkrankt. "Er war mehr tot als lebendig." An ein Medikament zu kommen, ist zu dieser Zeit schwierig und teuer. Maßgeblich geholfen hat ihr ein Mann aus einer Facebook-Gruppe - "mein persönlicher Retter", sagt sie. 

"Mich hat das damals so berührt, dass er so selbstlos geholfen hat. Das kam mir in den Sinn, als ich von Nero erfahren habe", erklärt Monika Panzer. "Für mich ist es so einfach zu helfen. Und wenn es nur einmal in der Woche ist." Nero sei für sie mittlerweile wie ein eigener Kater. Sie sei davon überzeugt, dass Nero noch gefunden werden könne, wenn jeder ein bisschen die Augen offen halte. "Ich glaube nicht, dass ihm was passiert ist. Und ich gebe nicht auf, bevor wir ihn gefunden haben."