Riegelein: Schokoladen-Werk in Cadolzburg schließt - 127 Mitarbeiter betroffen
Autor: Ralf Welz
Cadolzburg, Donnerstag, 05. Februar 2026
Die Schokoladenproduktion von Riegelein in Cadolzburg endet in Kürze. Betroffen sind 127 Beschäftigte. Auch ein in Franken gelegenes Lager wird aufgegeben.
Historisches Aus in Franken: Nach jahrzehntelanger Schokoladenherstellung wird die Riegelein-Produktionsstätte in Cadolzburg (Landkreis Fürth) geschlossen. Die Gubor Schokoladen GmbH, zu der Riegelein mittlerweile gehört, hatte im verangenen Herbst angekündigt, das Werk in Mittelfranken aufzugeben und die Fertigung an andere Standorte, unter anderem in Polen, zu verlagern. Das Ende einer Ära, in der in Cadolzburg Schokoladenhasen, Weihnachtsmänner und zahlreiche weitere Süßwaren gefertigt wurden.
Nun gibt es Neuigkeiten in der Angelegenheit: Die Geschäftsführung und der Betriebsrat der Riegelein & Sohn GmbH & Co. KG haben sich auf einen Interessenausgleich sowie einen Sozialplan geeinigt. Dies teilt Gubor am Donnerstag (5. Februar 2026) in Form einer Pressemitteilung mit. "Die Betriebsänderung führt zur Schließung der Produktion am Standort Cadolzburg sowie weiterer produktionsnaher Bereiche und des Riegelein-Lagers in Forchheim. Die Mitarbeitenden wurden am heutigen Tag in einer Betriebsversammlung über weitere Einzelheiten durch die Geschäftsführung und den Betriebsrat informiert", heißt in der Verlautbarung.
Aus für Riegelein-Produktion in Cadolzburg: Herstellung vor Ort endet zum 30. April
Laut Unternehmen wurde im Rahmen der Gespräche ein Maßnahmenplan für die Umsetzung der Veränderungen am Standort Cadolzburg entwickelt. Zu den Inhalten des Sozialplans gehören demnach vor allem Abfindungsregelungen für die von der Schließung betroffenen Beschäftigten sowie Angebote für einen Wechsel an andere Standorte innerhalb der Unternehmensgruppe.
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Die Produktion am Standort Cadolzburg wird zum 30. April 2026 eingestellt. Das Lager in Forchheim bleibt bis zum Auslaufen des Mietvertrags am 30. Juni 2027 in Betrieb. Am Standort Cadolzburg bleibt künftig ein Service-Standort bestehen. Dort werden laut Mitteilung weiterhin Aufgaben in werksübergreifenden Bereichen wie Marketing, Vertrieb und IT wahrgenommen. Von der Schließung der Riegelein-Produktionsstätte in Cadolzburg sind insgesamt 127 Beschäftigte betroffen.
Das Cadolzburger Werk, gegründet 1953 von Hans und Gerda Riegelein, gehört inzwischen zur Gubor-Gruppe mit Sitz in Baden-Württemberg. Die Konzernleitung begründete die geplante Schließung im Oktober mit einer anhaltend schwierigen Marktlage: In den vergangenen vier Jahren seien die Produktionsmengen deutlich zurückgegangen, bei gleichzeitig stark gestiegenen Kosten. Die Fertigung soll nach dem Ostergeschäft 2026 endgültig eingestellt werden.
"Markterholung nicht absehbar": Nachfrage dauerhaft gesunken, Kosten gestiegen
"Trotz intensiver Bemühungen ist es uns nicht gelungen, den seit Jahren anhaltenden Rückgang der Nachfrage zu stoppen", wurde Gubor-Chef Claus Cersovsky in der im Oktober veröffentlichten Mitteilung der Unternehmensgruppe zitiert.
Hinzu kämen gestiegene Preise für Rohstoffe und Energie sowie ein schärferer internationaler Wettbewerb. Viele Kosten mussten teilweise an die Kunden weitergegeben werden, was die Auftragslage zusätzlich belastete.