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Vier-Tage-Woche: Klinikum Fürth bietet neues Arbeitszeitmodell - deutschlandweites Novum


Autor: Isabel Schaffner

Fürth, Donnerstag, 09. November 2023

In einem Pilotprojekt bietet ein fränkisches Klinikum einer Gruppe von Mitarbeitenden die 4-Tage-Woche an. Der Chefarzt ist überzeugt von den Verbesserungen, die sie bringen soll.
Laut dem Klinikum Fürth ist die Tätigkeit in einem OP prädestiniert für eine Vier-Tage-Woche.


Das Klinikum Fürth stellt laut eigenen Aussagen ein deutschlandweites Novum vor. OP-Pflegekräfte können sich ab November während eines sechsmonatigen Pilotprojekts für die 4-Tage-Woche entscheiden. Das geht aus einer Pressemitteilung vom Freitag (27. Oktober 2023) hervor. Eine branchenübergreifende repräsentative Umfrage der Hans-Böckler-Stiftung bewies im Mai 2023 ein großes vorhandenes Interesse der deutschen Erwerbstätigen.

"Vier Tage arbeiten, drei Tage frei: Die 4-Tage-Woche ermöglicht eine bessere Work-Life-Balance, verbessert die Versorgungsqualität für Patient*innen und erhöht die Patientensicherheit", so die Überzeugung des Klinikums Fürth. "Was im OP lange Zeit undenkbar schien, wird nun Realität", so Christoph Raspé, Chefarzt der Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie und stellvertretender ärztlicher Direktor des Klinikum Fürth.

4-Tage-Woche im Klinikum Fürth - "wir reagieren auf die Bedürfnisse unserer Mitarbeitenden"

Die Tätigkeit im OP sei für dieses Modell gut geeignet. "Im OP kommt es vor allem werktags in der Kernarbeitszeit von 7.30 Uhr bis 15 Uhr durch geplante Operationen, ungeplant längere OP-Zeiten, zusätzliche Notfälle oder dringliche Eingriffe zu einer extrem hohen Arbeitsbelastung, die mit Überstunden für die Mitarbeitenden verbunden ist", erläutert Raspé. Reduzierte Belastungsspitzen und Überstunden verspricht sich der Chefarzt von den geplant längeren Arbeitszeiten an vier Tagen.

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Statt elf Dienste in 14 Tagen müsse das Personal nur acht bis neun Dienste in 14 Tagen besetzen. Das bringe anstelle von drei freien Tagen in zwei Wochen sechs freie Tage in zwei Wochen mit sich. "Das bedeutet natürlich mehr Flexibilität in der Freizeitgestaltung und eine noch bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie", bekräftigt Raspé. Dabei bleibt laut Informationen des BR das Gehalt gleich. Die 4-Tage-Woche verbessere die Patientensicherheit und weniger Personalwechsel und -übergaben führten zu einer besseren Versorgungsqualität. Einen allgemeinen inFranken.de-Kommentar mit neun Gründen, warum wir die Vier-Tage-Woche brauchen, findest du hier.

Das neue Arbeitszeitmodell sei unter der Berücksichtigung der arbeitsrechtlichen Vorgaben von im OP tätigen Pflegekräften zusammen mit dem Personalrat und den zuständigen Führungskräften entwickelt worden. "Mit der 4-Tage-Woche reagieren wir auf die Bedürfnisse unserer Mitarbeitenden, Arbeitszeiten noch flexibler gestalten zu können", erläutert Sergej Schlündt, Leiter der OP- und Anästhesiepflege am Klinikum Fürth. Alle anderen Arbeitszeitmodelle, wie Teilzeitmodelle oder "Kita"-Dienste mit verkürzten Arbeitszeiten, würden auch weiterhin angeboten, heißt es zum Schluss. Wie der BR mitteilte, hätten bereits etwa 30 Mitarbeitende ihr Interesse an dem neuen Modell bekundet. Weitere Nachrichten aus Fürth und Umgebung findest du in unserem Lokalressort.