Fürth: Trauer um besondere Bürgerin - "verlieren gute Seele"
Autor: Isabel Schaffner
Fürth, Freitag, 05. Juni 2026
Mit Anette Reichstein hat Fürth eine herausragend engagierte Persönlichkeit verloren. Weggefährten denken voller Wertschätzung an sie zurück.
In Fürth herrscht Trauer um Anette Reichstein. Sie ist am Mittwoch (3. Juni 2026) im Alter von 75 Jahren überraschend verstorben, wie die örtliche SPD mitteilt. Die langjährige Kommunalpolitikerin und Ehrenamtliche prägte das soziale Leben der mittelfränkischen Stadt über Jahrzehnte.
Sowohl die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Fürth als auch die SPD Fürth haben in Pressemitteilungen ihre tiefe Trauer zum Ausdruck gebracht. Reichstein hinterlässt eine große Lücke in zahlreichen Organisationen und Gremien, in denen sie sich für andere Menschen einsetzte.
Goldenes Kleeblatt: Fürth ehrte Anette Reichstein für ihren Einsatz
Anette Reichstein prägte über viele Jahre das Gesicht der AWO in Fürth, wie diese mitteilt. Als langjährige Vorsitzende des AWO-Ortsvereins Eigenes Heim habe sie sich "unermüdlich für Solidarität, Zusammenhalt und soziale Gerechtigkeit eingesetzt". Sie habe stets ein offenes Ohr für die Anliegen anderer gehabt und es verstanden, Menschen zusammenzubringen, lobt das Team.
Für ihr herausragendes ehrenamtliches Engagement wurde Reichstein mit dem Goldenen Kleeblatt der Stadt Fürth geehrt. Diese Auszeichnung spiegele die hohe Wertschätzung wider, die sie in der Stadt genossen habe, heißt es in der Mitteilung der AWO weiter.
Viele Veranstaltungen, Begegnungen und Projekte hätten ihre Handschrift getragen und blieben mit ihrem Namen verbunden. Auch in der SPD Fürth hinterlässt Reichstein tiefe Spuren. "Mit ihr verliert die Fürther SPD ihre gute Seele, eine Sozialdemokratin aus tiefstem Herzen", würdigt der Fürther SPD-Vorsitzende Matthias Dornhuber die Verstorbene in der Mitteilung der Partei.
"Wahlkampf ohne Anette Reichstein war nicht vorstellbar" - SPD blickt zurück
Reichstein trat demnach 1976 im Alter von 25 Jahren in die SPD ein. Sie habe zahlreiche Ämter bekleidet - unter anderem als stellvertretende Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion, als Vorsitzende der SPD Fürth-West und als Kassierin im Kreisvorstand. Als eine der ersten Frauen in Fürth habe sie einen Distrikt geführt - ein Amt, das sie insgesamt über 20 Jahre ausgeübt habe. Über 18 Jahre habe sie sich zudem "in herausragender Weise" im Fürther SPD-Arbeitskreis "Migration und Integration" engagiert.
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"Ein Wahlkampf ohne Anette Reichstein war nicht vorstellbar: Generationen von neuen Mitgliedern haben bei ihr das Plakatieren gelernt und vieles, vieles mehr", betont Dornhuber. Im Fürther Stadtrat engagierte sich die Max-Seidel-Medaillenträgerin unter anderem im Umweltausschuss, Migrationsbeirat, Finanz- und Bauausschuss, Aufsichtsrat der infra sowie für mehrere Schulen.