John Davis, eine der echten Stimmen hinter der Band "Milli Vanilli", ist am Montag (24. Mai 2021) an Corona gestorben. Das teilte seine Tochter Jasmin auf Facebook mit. Der 66-Jährige, der gebürtig aus Anderson in North Carolina (USA) stammte, lebte die vergangenen Jahre im mittelfränkischen Cadolzburg (Landkreis Fürth) und trat innerhalb Frankens immer wieder auf. 

Erst im Dezember sang Davis im Klinikum Nürnberg für die Mitarbeiter. Seine Tochter erinnert in ihrem Post an ihren musikalischen Vater: "Er hat viele Menschen mit seinem Lachen, seinem glücklichen Wesen, seiner Liebe und vor allem seiner Musik glücklich gemacht", schreibt sie dort auf Englisch. 

Die Band "Milli Vanilli": Eine tragische Geschichte

1988 erschuf der deutsche Produzent Frank Farian die Band "Milli Vanilli". Die beiden Frontmänner waren der Franzose Fab Morvan und der Deutsch-Amerikaner Rob Pilatus. Mit Songs wie "Girl You Know It's True" oder "Baby Don't Forget My Number" wurden sie Ende der 80er-Jahre weltweit bekannt und bekamen 1990 sogar den Grammy verliehen - ohne dabei je selbst gesungen zu haben. Denn: Das Duo sang nur Playback. Einer der wahren Sänger war unter anderem John Davis. 

Ende 1990 flog der Schwindel auf. Der Grammy wurde "Milli Vanilli" entzogen, ein beispielloser Schritt in der Geschichte des Preises, wie die Deutsche Presse-Agentur 2015 berichtete.

Danach machte John Davis Solo-Karriere und arbeitete mit vielen internationalen Künstlern zusammen. Auch mit den Nürnberger Symphonikern gab es einige gemeinsame Projekte. "Mein Vater hat der Welt so viel gegeben", schreibt seine Tochter Jasmin in ihrem emotionalen Facebook-Beitrag, "bitte schenkt ihm eine letzte Runde Applaus. Wir werden ihn sehr vermissen."