Zirndorf: Mordfall Marion Baier - Kriminalpolizei Fürth überprüft Cold Case aus dem Jahr 1973
Autor: inFranken.de
Weinzierlein Wintersdorf, Freitag, 16. Januar 2026
Zirndorf (ots) -
In der Nacht vom 01. auf den 02. Juli 1973 wurde die damals 12-jährige Marion Baier im Oberasbacher Gemeindeteil Kreutles (Lkrs. Fürth) von einem bislang unbekannten Täter ermordet. Im Zuge einer neuerlichen Untersuchung von Beweismitteln ergab sich für die Kriminalpolizei Fürth ein neuer Ermittlungsansatz in dem über 52 Jahre alten Cold Case.
Ein Arbeiter fand die Leiche von Marion Baier am Montagmorgen, den 02. Juli 1973 auf einer der Flächen des damaligen Neubaugebiets an der Hainbergstraße in Oberasbach. Das Mädchen war erschlagen worden. Aufgrund des teilweise entkleideten Leichnams gingen die Ermittler davon aus, dass Marion Baier einem Sexualstraftäter zum Opfer gefallen war.
Die Polizei hatte im Rahmen der Ermittlungen rekonstruieren können, dass sich Marion Baier am Sonntagabend (01. Juli 1973) auf dem Fischerfest im benachbarten Zirndorf aufgehalten hatte. Dort war sie zuletzt gegen 20:00 Uhr von einer Schulfreundin gesehen worden.
Bereits im Dezember des Jahres 1974 veröffentlichte das ZDF in der Sendung "Aktenzeichen XY... Ungelöst" einen Beitrag zum Mordfall Marion Baier. Während der damaligen Ermittlungen standen vor allem folgende Beweismittel im Fokus der Polizei:
- Polizeibeamte fanden in der Nähe der Leiche ein Silbermedaillon mit dem Abbild des Hl. Christophorus (Schutzpatron der Reisenden und Autofahrer), das offensichtlich dem Täter zuzuordnen ist.
- Am Tatort konnte die Polizei mehrere Schuheindrücke feststellen, die mutmaßlich vom Täter gesetzt worden waren. Das erkennbare Sohlenprofil in der Größe 43 gehörte nach polizeilichen Erkenntnissen zu Turnschuhen der Marke Adidas und fand bei den damaligen Modellen "Olympia" (Typ 3010), "Italia" (Typ 302), "Gazelle blau" (Typ 3100) oder "Allround" (Typ 3070) Verwendung.
Die Sendung thematisierte außerdem zwei Fahrzeuge, die Zeugen im relevanten Zeitraum in der Hainbergstraße aufgefallen waren. Darüber hinaus bat die Polizei im Rahmen der Ausstrahlung um Hinweise zu einem jungen Mann, mit dem sich Marion Baier nach Angaben einer Schulfreundin in dieser Zeit getroffen haben sollte. Inwieweit diese Wahrnehmungen bzw. Angaben für den Fall relevant sind, ließ sich durch die Polizei bis zum heutigen Tag nicht zweifelsfrei klären, weshalb diese Aspekte auch im Rahmen der neuaufgenommenen Ermittlungen überprüft werden. Zu diesem Zweck wurde bei der Kriminalpolizei Fürth die Arbeitsgruppe "Hainberg" eingerichtet.