WM-Gaudi in Franken: So wurde der Deutschland-Sieg gefeiert
Autor: Agentur dpa, Julia Gebhardt
Franken, Sonntag, 21. Juni 2026
Deutschland besiegt die Elfenbeinküste im zweiten Gruppenspiel der Fußball-WM nach hartem Kampf mit 2:1. In Franken wurde der Sieg ausgelassen gefeiert.
Topjoker Deniz Undav hat die Fußball-Nationalmannschaft beim ersten echten WM-Härtetest zu einem hart erarbeiteten Sieg geschossen und damit vorzeitig das Ticket für die K.o.-Runde gelöst. Undav traf in der 68. Minute zum wichtigen Ausgleich – und in der späten Nachspielzeit (90.+4) sorgte er mit dem Siegtreffer zum 2:1 (0:1) gegen die Elfenbeinküste auch bei Bundestrainer Julian Nagelsmann für den frenetischen Siegjubel in Toronto.
Auch in Franken wurde der Sieg der National-Elf frenetisch gefeiert: In Nürnberg waren zahlreiche Menschen auf den Straßen. Fans zündeten Pyrotechnik und fuhren mit Autokorsos über den Plärrer. Laut Informationen von News5 sperrte die Polizei mehrere Zufahrtsstraßen in Richtung des Plärrers ab, um ein Verkehrschaos zu verhindern.
Franken feiert den Sieg der DFB-Elf gegen die Elfenbeinküste – zahlreiche Menschen auf den Straßen
Auch in Bamberg war die Stimmung ausgelassen: Auf Bambergs zentralem Stadtplatz, dem Maximiliansplatz, konnten Zuschauer das Spiel von Deutschland gegen die Elfenbeinküste auf der großen Leinwand beim Public Viewing verfolgen. Aufnahmen zeigen, wie die ganze Menge tanzt. Nach dem Sieg strömten viele Fans in die Lange Straße, durch die ebenfalls ein hupender Autokorso fuhr. Zeitweise war die Menschentraube so groß, dass es für die Fahrzeuge kein Durchkommen mehr gab. Fans begannen daraufhin, die teils mit großen Flaggen geschmückten Wägen zum Schaukeln zu bringen. Neben Straßenblockaden soll es laut Informationen von News5 auch sogenannte Burnouts gegeben haben. Als Burnout wird das absichtliche Durchdrehenlassen von Autoreifen genannt, ohne dass sich das Auto bewegt. Dabei wird Qualm erzeugt.
Die Freude bei den Fans kommt nicht von ungefähr: Nach den Blamagen 2018 und 2022 erreichte die DFB-Elf erstmals seit dem Sommermärchen 2006 schon nach zwei Gruppenspielen die Alles-oder-Nichts-Phase. Wie bei dem Heimturnier vor 20 Jahren geht es wieder gegen Ecuador zum Abschluss der Gruppenphase nur noch um Platz eins. Der schien nach dem Rückstand schon verloren. Frank Kessié hatte WM-Rekordtorwart Manuel Neuer und die DFB-Auswahl vor 43.036 Zuschauern in Toronto mit seinem Tor in der 30. Minute geschockt. Nach großem Kampf und viel Einsatz, aber auch vielen Fehlern gegen die physisch enorm starken Ivorer gelang aber noch der elfte Sieg in Serie.
Das ausgerufene Zwischenziel ist auch nach dem Sieg der Emotionen weiterhin nicht ganz sicher. Platz eins und der damit verbundene beste Weg in die Alles-oder-Nichts-Spiele in Boston und Philadelphia kann nun aber schon mit einem Remis gegen Ecuador gesichert werden. Jetzt warten auf Nagelsmann also intensive Tage im WM-Camp in Winston-Salem, bevor am Donnerstag im Endspiel-Stadion von East Rutherford die Gruppenphase perfekt abgeschlossen werden soll. Als Sorge nimmt der Bundestrainer eine Verletzung von Nico Schlotterbeck am linken Bein mit nach North Carolina. Der Dortmunder musste zur Halbzeit für Antonio Rüdiger ausgewechselt werden.
"Die Geschwindigkeit ist außergewöhnlich"
Sechs Tage nach dem 7:1-Knallstart in das XXL-Turnier gegen Sparringspartner Curaçao war von Beginn klar, dass der Afrikameister von 2024 ein ganz anderer WM-Prüfstein werden würde. Zwar starteten die elf von Nagelsmann wie beim Auftakt aufgebotenen Spieler um Reizfigur Leroy Sané dominant und selbstbewusst in die Partie. Aber der Respekt vor dem Tempo-Test gegen die Powerfußballer war allgegenwärtig.
"Was immer wieder außergewöhnlich ist, ist die Geschwindigkeit, die die mitbringen", hatte DFB-Sportdirektor Rudi Völler noch kurz vor dem Anpfiff gewarnt. Beim afrikanischen Führungstreffer am Ufer des Lake Ontario stellte das der Leipziger Turbo-Angreifer Yan Diomande nach Startproblemen bei seiner Vorarbeit eindrucksvoll unter Beweis.