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Immer mehr Waldbrände in Bayern: Regierung ergreift Maßnahmen


Autor: Alexander Milesevic

Bayern, Donnerstag, 30. April 2026

Die Brandgefahr ist in Wäldern Bayerns derzeit extrem groß. Schuld daran sind die fehlenden Niederschläge und die steigenden Temperaturen.
Die Brandgefahr ist in Wäldern Bayerns derzeit extrem groß. Schuld daran sind die fehlenden Niederschläge und die steigenden Temperaturen.


Aufgrund fehlender Niederschläge steigt in Bayern die Gefahr von Waldbränden. Nun ergreift die Regierung Maßnahmen, um diese zu bekämpfen.

Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) warnt angesichts anhaltender Trockenheit vor hoher Waldbrandgefahr in Bayern. "Jede Unachtsamkeit, jede achtlos weggeworfene Zigarette und jeder kleine Funke können aktuell einen folgenschweren Waldbrand auslösen", sagte sie. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) gilt in weiten Teilen Bayerns bereits die zweithöchste Warnstufe vier von fünf. Für einzelne Regionen wird am Donnerstag sogar die höchste Gefahrenstufe erreicht, wie Kanibers Ministerium mitteilte. Kaniber rief zur Vorsicht auf und dazu, das seit dem 1. März im Wald geltende Rauchverbot unbedingt einzuhalten.

Wenig Regen führt zu trockenen Wäldern und mehr Brandlast

Doch Regen gab es in den vergangenen Wochen wenig. Laut DWD war der April einer vorläufigen Auswertung zufolge deutschlandweit, aber gerade in Bayern "außergewöhnlich trocken": Er zählt demnach zu den vier trockensten April-Monaten seit Messbeginn. Die gefallenen 15 Liter Regen pro Quadratmeter liegen demnach deutlich unter dem Soll von 70 Litern pro Quadratmeter. Zur Folge hat dies extrem trockene Waldböden.

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Die fehlenden Niederschläge, anhaltend hohen Temperaturen und der auffrischende Wind entziehen dem Boden derzeit schnell Feuchtigkeit. Vor allem in den vergangenen Tagen ist die Waldbrandgefahr in Mittelfranken daher deutlich angestiegen, teilt das Landratsamt Erlangen-Höchstadt mit. Besonders hoch sei die Waldbrandgefahr derzeit "in lichten Kiefern- und Fichtenwäldern, an sonnigen Südhängen sowie in stark frequentierten Ausflugsgebieten", so Kaniber. 

Die noch nicht vollständig ausgetriebene Vegetation verschärft derzeit die Lage in den Wäldern. Normalerweise spenden Blätter und Pflanzen Schatten in Waldgebieten und halten so die Feuchtigkeit im Boden. Diese Vegetation ist jedoch vielerorts noch nicht vollständig ausgeprägt. Gleichzeitig steigt die sogenannte Brandlast. Trockene Gräser, Laub und abgestorbenes Pflanzenmaterial sind leicht entzündlich und begünstigen eine schnelle Ausbreitung von Bränden. Daher ergibt sich daraus aktuell eine hohe Waldbrandgefahr in der Region.

Flüge zur Brandbekämpfung

Auch heiße Katalysatoren von Fahrzeugen könnten zum Risiko werden. "Schon aus eigenem Interesse sollte man sein Auto oder Motorrad daher keinesfalls auf leicht entzündbarem Untergrund abstellen", teilte das Ministerium mit. Die Lage werde sich erst dann wieder entspannen, wenn es regne. 

Zur vorbeugenden Waldbrandbekämpfung haben die Regierungen von Ober- und Mittelfranken für Freitag bis Sonntag (1.-3. Mai 2026) Luftbeobachtungen in den Regierungsbezirken angeordnet. Im Zeitraum der Befliegung ist laut Prognosen des DWD keine grundlegende Entspannung der Lage zu erwarten. Ohne Niederschläge bleibt die Waldbrandgefahr auf erhöhtem Niveau und bereits kleinste Zündquellen können Brände auslösen. Daher ist besondere Vorsicht sowohl im Wald selbst als auch in dessen unmittelbarer Umgebung geboten.

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Die Flüge sollen in den Nachmittagsstunden stattfinden, wenn die Waldbrandgefahr durch die steigenden Temperaturen und Freizeitaktivitäten der Bevölkerung am größten ist - in Oberfranken zwischen 14 und 18 Uhr, wie das Landratsamt Bamberg mitteilte. Aufgrund des schönen Wetters und des verlängerten Wochenendes rund um den Maifeiertag ist auch mit einer erhöhten Zahl von Menschen in Wald und Flur zu rechnen.

Kein Rauchen, Grillen oder Parken im Wald

Die Flüge in Mittelfranken werden von ehrenamtlichen Piloten der Luftrettungsstaffel des Regierungsbezirks durchgeführt. An Bord des eingesetzten Flugzeugs befinden sich neben dem Piloten eigens dafür ausgebildete Luftbeobachter der Feuerwehr und der Forstbehörden, die die relevanten Waldgebiete aus der Luft auf mögliche Brandgefahren hin absuchen. Wird ein Brand festgestellt, wird aus der Luft per Funk die Feuerwehr alarmiert und zur Brandstelle geleitet. Besonders gefährdet sind lichte Kiefernbestände und stark frequentierte Wälder in Ballungsgebieten.

Die Landratsämter Bamberg und Erlangen-Höchstadt appellieren, beim Aufenthalt im Wald besonders vorsichtig zu sein und Waldbrände unverzüglich über den Notruf 112 zu melden. Zudem ist das vom 1. März bis 31. Oktober geltende Rauchverbot unbedingt einzuhalten. Offenes Feuer und Grillstellen sind im und am Wald verboten. Ebenso dürfen keine brennenden Zigaretten aus Fahrzeugen geworfen werden. Gefährlich ist auch das Parken auf trockenem Gras, aufgrund der heißen Fahrzeugkatalysatoren. Autos, Motorräder und landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge dürfen deshalb nicht auf Wiesen und Waldwegen abgestellt werden. ami/mit dpa