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Halbes Brot kostet Bäcker 15.000 Euro – "Abhilfe" kommt aus Oberfranken


Autor: Milena Graf

Franken, Freitag, 18. Sept. 2026

Ein Bäcker aus Oberbayern musste wegen eines halben Laibs Brot, der zu leicht war, teuer nachrüsten. Nun kommt ein witziger Vorschlag aus Oberfranken.
Die Bäckerei Breitner erhielt ein cleveres Schriftstück aus Oberfranken.


Den Deutschen ist nichts so heilig wie ihr Brot. Das zeigte unlängst der Fall des Bäckermeisters Mathias Breitner aus Pfaffenhofen an der Ilm in Oberbayern, über den mehrere Medien berichteten. Bei der Bäckerei Breitner wurden demnach traditionell halbe Brotlaibe angeboten – regulär für immer denselben Preis von 2,40 Euro.

Ein Kunde war damit jedoch nicht zufrieden und wog zu Hause nach; er stieß auf ein fehlendes Gewicht von zehn Gramm. Daraufhin beschwerte er sich bei Breitner und forderte die korrekte Menge für sein Geld – aufs Gramm genau. Das berichtete unter anderem die dpa.

Ärger in Pfaffenhofen: Halbes Brot kommt Bäcker teuer zu stehen

Breitner nahm dies laut Berichten nicht ernst. Das sollte ihm zum Verhängnis werden. Einige Wochen später besuchte das Eichamt den Bäckermeister und untersagte ihm den Verkauf halber Brote, es sei denn, er nutzt eine geeichte Präzisionswaage und berechnet den Preis nach exaktem Gewicht und Kilopreis. So erzählte Breitner die Geschichte in den Medien.

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Demnach stellte er seine Filialen in Pfaffenhofen und Umgebung um und rüstete sie mit neuem Equipment aus, um den Angaben des Eichamts Folge zu leisten. Das kostete laut Breitner insgesamt 15.000 Euro – ein happiger Preis wegen zehn Gramm zu wenig Brot.

Das empfanden viele Menschen in Deutschland ähnlich. Der Fall ging durch die Medien – und führt sogar zu einer besonderen Zusendung aus Oberfranken an die Bäckerei.

Vorschlag aus Oberfranken: Satirische AGB erreichen Bäckerei

Die Bäckerei Breitner erreichte im Nachgang der Kontroverse eine - nicht ganz ernst gemeinte – schriftliche Erklärung, die zukünftige Kunden unterschreiben sollten. Das veröffentlichte die Bäckerei auf Instagram und stellte das ganze Schriftstück als Scan online. "Diese großartige Satire wurde uns aus Oberfranken zugesendet und hat es direkt an unsere Pinnwand geschafft", so heißt es in der Beschreibung.

Die eineinhalbseitige Erklärung hat es satiretechnisch in sich: Der Kunde – dort der "hungrige Verbraucher" genannt – ist sich demnach "bewusst, dass das manuelle Teilen eines Brotes mittels einer Brotschneidemaschine oder eines Messers eine handwerkliche Tätigkeit darstellt, die mathematischen Schwankungen unterliegt."

Daraus folgt laut dem satirischen Papier ein "Haftungsverzicht für Mindermengen (Die 10-Gramm-Klausel)" – der Verbraucher verzichte damit "ausdrücklich, unwiderruflich und für alle Ewigkeit" darauf, das gekaufte halbe Brot auf einer Digitalwaage zu Hause nachzuwiegen. "Der Verbraucher verpflichtet sich, auf das Einschalten des zuständigen Eichamts, der Europäischen Kommission sowie des Internationalen Gerichtshofs zu verzichten."

Neue AGB der Bäckerei: "illegaler Gewichtsvorteil"

Falls das halbe Brot "durch einen glücklichen Schnitt" zu schwer sein sollte, hat der Spaßvogel auch dafür eine Lösung parat: Der "illegale Gewichtsvorteil" soll stillschweigend und ohne Nachzahlung durch Verzehr vernichtet werden. Demnach verliert die Erklärung ihre Gültigkeit, "sobald der gesunde Menschenverstand wieder in die deutsche Gesetzgebung einkehrt."

Die ironische Erklärung kommt online gut an. So schreibt ein Nutzer: "Großartig! Ich hoffe, ihr habt dem Typen, der Euch das eingebrockt hat, Hausverbot erteilt und die anderen Bäcker in der Gegend vor ihm gewarnt. Soll er auf alle Ewigkeit sein Brot abgepackt beim Discounter kaufen müssen! Ich wünsche Euch Durchhaltevermögen bei dem Wahnsinn und immer gute Geschäfte."

Eine zweite Nutzerin hat gar neue Ideen: "Ich werde jetzt mal auf meiner Mohnsemmel die Mohnkörner nachzählen, vielleicht fehlen ja 2 oder 3?" Ein anderer Nutzer fasst das Ganze zusammen: "Genial geschrieben, aber andererseits extrem traurig, dass sowas überhaupt notwendig ist … Möge dem Verursacher das Brot immer auf die belegte Seite fallen und sonntags morgens immer verschimmeln."

Satire-Vertrag: "sind ein Mensch und keine geeichte Digitalwaage"

Die Bäckerei Breitner selbst nimmt es mit Humor und schreibt: "Bevor Ihr heute ein halbes Brot kauft, bitten wir um Kenntnisnahme unserer neuen AGB: keine Zusammenarbeit mit dem Eichamt. Keine Anzeige bei ±10 g Schwankung. Verpflichtung zum sofortigen Vernichten übergewichtiger Brotscheiben durch Verzehr. Mit Ihrer Unterschrift bestätigen Sie außerdem, dass Sie ein Mensch und keine geeichte Digitalwaage sind."

In Pegnitz kehrte unterdessen ein Traditionsbäckerpaar aus dem Ruhestand zurück. Sie betreiben nun eine neue Bäckerei am angestammten Ort - das bewog sie dazu.