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Goldmedaille für Denkmalschutz: Diese 6 fränkischen Projekte überzeugen


Autor: Riccarda Rascher

Franken, Montag, 06. Juli 2026

Mit der Goldmedaille des Denkmalschutzes werden in Bayern Personen und Institutionen für ihren Einsatz ausgezeichnet. Sechs der Preisträger kommen aus Franken.
Die Goldmedaille für Denkmalschutz würdigt das Engagement für den Erhalt historischer Bauten und kultureller Schätze.


Die "Goldmedaille des Denkmalschutzes" ist ein Zeichen für herausragendes Engagement in der Denkmalpflege. Insgesamt 16 Preisträger wurden am Dienstag (30. Juni 2026) von Bayerns Staatsminister für Wissenschaft und Kunst Markus Blume und Landeskonservatorin Susanne Fischer geehrt, wie aus einer Pressemitteilung des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege hervorgeht. Seit 1978 würdigt die Auszeichnung Menschen und Institutionen, die sich mit besonderem Einsatz für Bayerns kulturelles Erbe stark machen. Sechs der 16 Ehrungen gingen nach Franken.

"Denkmalpflege wirkt dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen. Hinter jedem Projekt, das wir heute auszeichnen, stehen persönliches Engagement und die Liebe zu unserem baulichen und archäologischen Erbe", so Fischer. "Bayerns Denkmäler haben viele Schutzengel: Sie bewahren mit Leidenschaft, Ausdauer und oft jahrelangem Einsatz unsere Denkmalschätze", betont Blume. Jahr für Jahr wächst die Liste der denkmalgeschützten Bauwerke in Bayern um wertvolle Kulturgüter.

Medaille für Synagoge Laudenbach: Erinnerung sichtbar halten in Unterfranken

Eine Medaille ging an die Stadt Karlstadt und den Förderkreis ehemalige Synagoge Laudenbach. Die Synagoge aus dem 18. Jahrhundert war nach 1938 stark vernachlässigt worden. "Sie sicherten historische Bauteile wie den Betsaal und hebräische Schriftzeichen, wobei sie bewusst auf invasive Einbauten verzichteten. Durch Führungen und Seminare hält der Verein die Erinnerung an die jüdische Geschichte für künftige Generationen wach", schreibt das bayerische Landesamt.

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Der Verein setzt sich für Öffentlichkeitsarbeit und Führungen für Schulklassen in der Synagoge und anderen Denkmälern in Laudenbach ein. Ebenso soll die überregionale Bedeutung der erhalten gebliebenen Stätten der ehemaligen jüdischen Gemeinde herausgestellt werden, wie der Verein auf seiner Website schreibt. 

Handwerkerhaus aus dem 16. Jahrhundert: Rettungen in Mittelfranken

Im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen haben Daniela und Tobias Kolb ein ehemaliges Pfarrhaus aus dem Jahr 1713 vor dem Verfall bewahrt. Jahrzehntelang stand das Gebäude leer und war stark beschädigt. "Das Paar stabilisierte das Haus behutsam, rettete Fachwerk- und Dachkonstruktion und restaurierte in umfangreicher Eigenleistung historische Böden, Decken, die Holztreppe sowie originale Fenster und Türen", heißt es in der Pressemitteilung. Frankens Fachwerkstädte bieten laut einem Reisemagazin beeindruckende Architektur und ein reiches historisches Erbe. 

In Dinkelsbühl (Landkreis Ansbach) gelang Andrea Rosenberger und Manfred Sandmeir die Rettung eines Handwerkerhauses von 1525. Das Gebäude, eines der seltenen spätmittelalterlichen Fachwerkhäuser, war vom Abriss bedroht.

Durch den Einsatz traditioneller Techniken konnten Fassade, Dach sowie Innenstrukturen erhalten werden. "Darüber hinaus engagieren sie sich im Verein Pro Altstadt Dinkelsbühl für den Erhalt historischer Bausubstanz", heißt es in der Begründung. "Ein außergewöhnlich später Vertreter eines in gotischer Tradition abgezimmerten Fachwerkhauses", heißt es auf der Website des Tags des offenen Denkmals.

Voller Tatendrang - Ehrenamtliche aus der Region gewürdigt

Auch Einzelpersonen aus Franken wurden für ihren langjährigen Einsatz geehrt. Thomas Höfling aus dem Landkreis Main-Spessart engagiert sich seit über 25 Jahren in der Bodendenkmalpflege. Er erforscht Fundstellen. "Sein Wissen vermittelt er über Vorträge und Führungen. Zudem gründete er an seinem Gymnasium das Oberstufen-Profilfach Archäologie", heißt es in der Begründung.

Bertram Popp aus dem Landkreis Hof hat die Denkmalpflege über Jahrzehnte geprägt. Als Leiter des Bauernhofmuseums Kleinlosnitz und Kreisheimatpfleger "sensibilisiert er die Menschen für die Bewahrung historischer Bausubstanz und bringt ihnen die Geschichte Oberfrankens nah", schreibt das Landesamt.

In Nürnberg wurde John Zeitler für den Aufbau der Stadtarchäologie ausgezeichnet. Seit 1999 sorgt seine Arbeit dafür, dass archäologische Funde systematisch erfasst und bei Bauprojekten berücksichtigt werden. "Durch Ausstellungen, Jugendprogramme und Pressearbeit stärkte er das Image der Bodendenkmalpflege. Auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand 2021 engagiert er sich weiterhin ehrenamtlich für die Stadtarchäologie", heißt es im Schreiben.