Gebiete für Atommüll weiter eingegrenzt – wie steht es um Franken?
Autor: Agentur dpa, Isabel Schaffner
Franken, Dienstag, 27. Oktober 2026
Die Festlegung von deutschen Regionen, in denen Atommüll gelagert werden kann, schreitet weiter voran. Teile von Bayern sind noch im Rennen.
Auf der Suche nach einem Endlager für den deutschen Atommüll haben die zuständigen Experten die Fläche Deutschlands auf nun weniger als fünf Prozent eingegrenzt. In diesen Regionen hält die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) die geologischen Bedingungen grundsätzlich für geeignet, wie sie in Peine mitteilte. Damit ist jetzt die gesamte Landesfläche entweder in Bearbeitung oder bereits bewertet.
Die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen, Berlin, Sachsen und das Saarland sind nicht mehr Teil der laufenden Suche. Das Saarland war laut Angaben bereits 2020 aus dem Prozess ausgeschieden, Rheinland-Pfalz folgte 2025, und in diesem Jahr wurden Sachsen, Berlin und Hessen neu aussortiert. Bayern ist damit noch nicht gänzlich raus. Das letzte Wort bei der Auswahl des Standortes hat jedoch der Bundestag.
Wohin mit dem Atommüll? Oberfranken ist ausgeschlossen
Wie das Landratsamt Wunsiedel am Dienstag mitteilt, wurde Oberfranken vollständig bearbeitet und wird in der weiteren Arbeit der BGE nicht mehr berücksichtigt. "Die geologischen Voraussetzungen unterscheiden sich innerhalb Oberfrankens deutlich, sind aber insgesamt für eine Endlagerung mit bestmöglicher Sicherheit ungünstig", lässt Andreas Peterek, Leiter der Regionalen Koordinierungsstelle Oberfranken, verlauten.
Video:
"Gerade im östlichen Teil der Region spielen die geologischen Besonderheiten des Umfelds des Egergrabens eine wichtige Rolle, ebenso wie Vulkanismus, fehlendes Deckgebirge und gestörte Areale. Im westlichen Oberfranken findet sich in der Suchtiefe kein geeignetes Gestein." Mehrere Regionen in Niederbayern und der Oberpfalz weiterhin als möglicherweise geeignete Flächen im Rennen. Das geht aus einer Veröffentlichung der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hervor.
Ein Gebiet im Fichtelgebirge sowie eines im Raum Neu-Ulm, die vor einem Jahr noch in der Prüfung waren, kommen nach aktuellem Stand nicht mehr infrage. Diese sind inzwischen zwar als gut geeignet für die Endlagerung eingestuft worden, jedoch gibt es einem Sprecher zufolge deutlich bessere Formationen.
Laut Bayerns Umweltminister: Bund soll Oberpfalz und Niederbayern ausschließen
Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) sprach von einer guten Nachricht für die Menschen in den betroffenen Regionen in Schwaben und Franken. Für viele Menschen in Ostbayern bleibe die Unsicherheit allerdings bestehen, dass dort Ende 2027 möglicherweise ein Teilgebiet als Standortregion vorgeschlagen werde.
Aus bayerischer Sicht seien die von der BGE weiterhin betrachteten Kristallin-Gebiete in den östlichen Landesteilen der Oberpfalz und von Niederbayern ungeeignet, sagte der Minister. Der Freistaat erwarte vom Bund, dass diese Regionen schnell aus dem weiteren Verfahren genommen werden.