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Franken: Polizei warnt vor Kleinanzeigen-Betrug - wer im Fokus ist


Autor: Alexander Milesevic

Franken, Freitag, 23. Januar 2026

Die Betrugsfälle auf Plattformen für Kleinanzeigen häufen sich aktuell. Doch die Täter haben es nicht auf die übliche Zielgruppe abgesehen.
Anstelle der Käufer auf Kleinanzeigenportalen haben es Betrüger laut der Polizei aktuell vor allem auf die Verkäufer abgesehen. (Symbolbild)


Das Kommissariat für Cybercrime der Nürnberger Kriminalpolizei hat erneut Betrugsfälle auf verschiedenen Kleinanzeigenportalen registriert. Demnach nehmen Betrüger Verkäufer ins Visier. Die Polizei warnt vor Betrugsmaschen beim Online-Handel.

Üblicherweise werden eher Käufer auf den Plattformen Opfer von Tätern. Aktuell hätten es die Betrüger jedoch gezielt auf Anbieter von Waren abgesehen. Während eines scheinbar normalen Bezahlvorgangs tauchen plötzlich Links auf, die seriös wirken und Vertrauen erwecken, heißt es. Tatsächlich führen sie auf jedoch Phishing-Seiten, also täuschend echt gestaltete Internetseiten. Dort wollen die Täter sensible Daten wie Kreditkarteninformationen oder Zugangsdaten zum Online-Banking abgreifen.

Warnung vor Betrug bei Kleinanzeigen - so funktioniert die Masche

Die Masche ist raffiniert getarnt. Häufig setzen die Täter ihre Opfer mit angeblicher Dringlichkeit unter Druck oder versprechen eine besonders sichere Abwicklung über vermeintliche Zahlungsdienste. Funktioniert eine übliche Zahlungsmethode angeblich nicht, wird dem Verkäufer vorgespiegelt, der Artikel sei über die Funktion "Sicher bezahlen" gekauft worden.

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Das Opfer erhält anschließend eine E-Mail, die auf den ersten Blick vom Portal selbst zu stammen scheint. Darin steht, der Käufer habe den Artikel bezahlt. Über einen Link soll der Verkäufer das Geld "abholen".

Genau dort beginnt das Phishing: Auf der verlinkten Seite werden Bank- oder Kreditkartendaten abgefragt – und die Betrugsopfer verlieren am Ende ihr Geld.

Polizei gibt Tipps zur Prävention

Das zuständige Fachkommissariat der Nürnberger Kriminalpolizei warnt eindringlich und gibt folgende Präventionstipps:

  • Verwende ausschließlich Bezahlmethoden, mit denen du vertraut bist und deren Funktionsweise du kennst.
  • Als Verkäufer gibst du die Bezahlmethode vor, nicht der Käufer.
  • Solltest du unerwartet oder ohne nachvollziehbaren Grund auf eine externe Internetseite weitergeleitet werden, brich den Bezahlvorgang unverzüglich ab.
  • Gib niemals deine Kreditkartendaten an, wenn du eigentlich Geld empfangen sollst.
  • Kein vertrauenswürdiges Unternehmen sendet dir einen Link zu und fordert dich anschließend auf, sich mit deinen Zugangsdaten in dein Online-Banking oder sonstige Accounts einzuloggen.
  • Solltest du doch auf einen Link geklickt haben und sollte im nächsten Schritt nach Zugangsdaten gefragt werden, bricht den Vorgang unverzüglich ab.
  • Online-Banking-Zugangsdaten, TANs und Passwörter solltest du niemals telefonisch weitergeben. Wer dich danach fragt, ist mit Sicherheit ein Betrüger.
  • Wenn du im Online-Banking Freigaben durchführen, prüfe genau, was du freigibst und ob es sich tatsächlich um das handelt, was du freigeben willst.
  • Übermittele online niemals Ausweisfotos, wenn dein Gegenüber dich danach fragt, um vermeintlich dein Vertrauen zu erlangen. Es handelt sich um deine persönlichen Daten, mit denen Täter auch betrügerische Handlungen ausführen können.
  • Gestatte fremden Personen keinen Fernzugriff auf deinen PC.