"Franken in 24 Kapiteln": Liebeserklärung an Franken von Wilfried Rogasch
Autor: Stefan Lutter
Franken, Donnerstag, 12. März 2026
Der Kunsthistoriker Wilfried Rogasch porträtiert Franken in all seinen Facetten. Von Dürer über Riemenschneider bis zu kulinarischen Schmankerln – ein glänzendes Lesevergnügen.
Franken ist ein Zauberschrank. Immer neue Schubfächer tun sich auf und zeigen bunte, glänzende Kleinodien – das wusste schon Karl Leberecht Immermann vor 200 Jahren. Genau diesen Zauber einzufangen, ist Wilfried Rogasch mit seinem neuen Buch "Franken in 24 Kapiteln" gelungen. Der renommierte Kunsthistoriker aus Berlin, der seit fast 50 Jahren eine Liebesbeziehung zu dieser Region pflegt, nimmt seine Leser mit auf eine faszinierende Reise durch Nürnberg, Würzburg, Bamberg und Fürth – vorbei an den Werken von Albrecht Dürer, Tilman Riemenschneider und Balthasar Neumann.
Doch Rogasch beschränkt sich nicht auf die großen Namen und Städte. Er zeigt auch, warum die Nürnberger weder Bayern noch Franken sind, sondern eine dritte, besondere Art verkörpern. Von Jean Paul über Richard Wagner bis zu den Spezifika fränkischer Küche und Keller – der 416 Seiten starke Band entfaltet das gesamte Spektrum dieser Kulturlandschaft. Das Ländliche bekommt dabei ebenso Raum wie das Landschaftliche, Erfindergeist steht neben Unternehmertum, Weltoffenheit neben künstlerischer Originalität. Die Fachpresse ist begeistert: Das Portal Kunstgeschichte lobt das Werk als "sehr anregendes und gescheites Buch", die Bücherrundschau empfiehlt es als "tiefgründigen Begleiter".
"Franken in 24 Kapiteln" von Wilfried Rogasch: Kunsthistoriker entdeckt verborgene Schätze
Gebürtig aus Niedersachsen, seit Jahrzehnten in Berlin zu Hause – und doch schlägt Wilfried Rogaschs Herz seit fast 50 Jahren für Franken. Mit "Franken in 24 Kapiteln" legt der renommierte Kunsthistoriker eine umfassende Liebeserklärung an den "mit landschaftlicher Schönheit, historischer Kultur, Kunst und überbordender Kulinarik gesegneten Norden Bayerns" vor. Kenntnisreich und mit unverhohlener Sympathie nimmt Rogasch Phänomene und Persönlichkeiten in den Blick, in denen sich "Das Fränkische" in seinen vielfältigen Ausprägungen charakteristisch präsentiert, wie der Hirmer Verlag erklärt.
Immer und überall anders zeigt sich Franken. Erfindergeist, Unternehmertum, Weltoffenheit und künstlerische Originalität haben hier ebenso Geschichte geschrieben wie rabiate Politik und engstirnige Konflikte. "Ob gemütlich oder ungemütlich, lebensvergnügt oder verdrießlich: das Fränkische findet sich nicht in der Theorie", so das Fresko Magazin. Tief greift Rogasch in die Realienkiste, um aus Geschichte und Gegenwart, landschaftlichen Gegebenheiten und menschengemachter Lebenswelt anschaulich lesbar werden zu lassen, was diesen zentralen Landstrich Europas im Großen wie im Kleinen prägt.
Das Konzept erlaubt ein bewegliches Spiel mit den zahlreichen thematischen Aspekten. Keine starre zeitliche, geografische oder biografische Kapitelsystematik behindert die Entdeckungsreise. Nahezu flanierend erschließt das Werk die großen Städte – Nürnberg, Würzburg, Bamberg, Fürth – mitsamt ihrer jeweiligen Geschichte und ihren Besonderheiten. Auch für die kleinen Reichsstädte wie Rothenburg und Dinkelbühl sowie die Residenzen findet sich, was es zur Verständigung mit ihrer 'Franconitas' braucht.
Dürer, Bier & Wein, Wagner: Die 24 Kapitel im Überblick
Nach einer historischen Einführung in die Komplexität dieser Kulturlandschaft widmet sich Rogasch den großen Städten Frankens. Nürnberg, Würzburg, Bamberg und Erlangen erhalten jeweils eigene Kapitel, in denen ihre Geschichte und Besonderheiten beleuchtet werden. Die Region hebt sich mit kulturellen und vor allem sprachlichen Eigenheiten von ihrer Umgebung ab, wie das Portal Kunstgeschichte erläutert.
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Großen Raum nehmen die Künstlerpersönlichkeiten ein. Albrecht Dürer als "Der Maler" bekommt ebenso ein eigenes Kapitel wie Balthasar Neumann als "Der Baumeister". Den beiden Bildschnitzern Tilman Riemenschneider und Veit Stoß ist ein gemeinsames Kapitel gewidmet. Auch Jean Paul ("Der Dichter") und Richard Wagner ("Der Komponist") werden ausführlich porträtiert. Besonders hervorzuheben: Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth erhält als "Die Fürstin" ihren verdienten Platz in der fränkischen Kulturgeschichte.