Fränkische Polizei warnt vor Krypto-Betrug - und schildert dramatische Fälle
Autor: Redaktion
Franken, Dienstag, 06. Oktober 2026
In Oberfranken häufen sich Betrugsfälle mit Kryptowährungen, bei denen hohe Geldsummen verloren gehen. Die Polizei warnt vor manipulierten Werbeanzeigen und gefälschten Online-Investitionen.
Das Polizeipräsidium Oberfranken warnt in einer am Dienstag (6. Oktober 2026) veröffentlichten Pressemitteilung ausführlich vor einer Betrugsmasche mit Kryptowährungen, die aktuell vermehrt in der Region zur Anwendung kommt. Nach Angaben der Ermittler beläuft sich der allein in Oberfranken entstandene Schaden im Jahr 2026 bereits im Millionenbereich.
Beispielhaft hierfür ist der Fall eines Mannes aus dem Kreis Bayreuth, der von den Betrügern um knapp 200.000 Euro gebracht wurde - unter anderem, weil er die Warnungen der Polizei nicht berücksichtigte.
Betrüger täuschen Opfer mit falschen Gewinncharts
Demnach war der Geschädigte Anfang 2025 über eine Internetwerbung auf eine vermeintlich lukrative Investitionsmöglichkeit mit Kryptowährungen aufmerksam geworden. In der Werbung vermittelten bekannte Persönlichkeiten den Eindruck, dass man mit geringem Startkapital innerhalb kürzester Zeit hohe Gewinne erzielen könne - daraufhin klickte der Mann auf den angegebenen Link und hinterließ seine Kontaktdaten. Laut der Polizei werden Opfer immer wieder durch manipulierte Werbeseiten mit Prominenten, beispielsweise im Zusammenhang mit "Die Höhle der Löwen", oder durch soziale Medien und Messenger-Kanäle, häufig Telegram, geködert.
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Kurz darauf meldete sich dann eine vermeintliche Brokerin über WhatsApp bei dem Mann, erklärte ihm die angebliche Vorgehensweise und forderte ihn dann auf, 250 Euro auf ein angegebenes Konto zu überweisen. Weiterhin sollte er eine App der Handelsplattform installieren, in der er Kursentwicklungen und stetig steigende Gewinne beobachten konnte. Was das Betrugsopfer nicht wusste: Die angezeigten Gewinne waren nicht real.
Mit der Aussicht auf hohe Renditen wurde der Oberfranke dazu gebracht, immer größere Geldbeträge zu investieren. Als der Moment kam, in dem er sich sein Guthaben auszahlen lassen wollte, wurden hierfür angeblich weitere Gebühren, Versicherungen und Freischaltkosten fällig. Daraufhin transferierte er erneut Geld. Letzten Endes entstand ihm ein Schaden von rund 160.000 Euro - eine Auszahlung seines angeblichen Gewinns gab es nie. Nach rund fünf Monaten brach der Kontakt zu den Betrügern schließlich ab.
Mehrere Fälle in Oberfranken
Nachdem er Anzeige erstattet hatte, warnten die Ermittler der Kriminalpolizei den Geschädigten mit Nachdruck davor, dass sich die Täter zu einem späteren Zeitpunkt unter einem anderen Namen erneut bei ihm melden könnten. Und tatsächlich klingelte knapp vier Monate später sein Telefon. Am anderen Ende der Leitung waren vermeintliche Juristen, die behaupteten, auf die Rückholung eingefrorener beziehungsweise betrügerisch erlangter Gelder spezialisiert zu sein.
Sie verlangten rund 40.000 Euro für ihre angebliche Hilfe - auch diesen Betrag überwies der Geschädigte. Es kam, wie es kommen musste: Es kam zu angeblichen Schwierigkeiten bei der Rückholung, erneut brachen die Täter den Kontakt ab. Insgesamt verlor der Mann die immense Summe von rund 200.000 Euro. Es ist finanziell ein besonders schmerzhafter Fall, aber nicht der einzige in Oberfranken. In ihrer Mitteilung berichtet die Polizei von weiteren Betrugsversuchen in der Region - beispielsweise im Kreis Lichtenfels.