Lost Places in Oberfranken: Verlassene Orte mit spannender Geschichte
Autor: Susi Geus, Redaktion
Franken, Freitag, 09. Oktober 2026
In Oberfranken gibt es mehrere Lost Places: verlassene Gebäude, die langsam verfallen und doch nicht abgerissen werden - auf Pfaden jenseits des üblichen Wandertourismus.
Viele verlassene Orte bieten tolle Fotomotive, doch weitaus interessanter ist oft die Entstehungsgeschichte. Die Lost Places bieten die Möglichkeit, Zeitgeschehen hautnah zu erleben und auf den Pfaden der Erbauer zu wandeln. Wir stellen dir eine Auswahl in Oberfranken vor.
Allerdings sind einige Lost Places auch mit Vorsicht zu genießen oder gar zu meiden: Hausfriedensbruch, Einsturzgefahr der Gebäude oder Verletzungsgefahren können drohen.
Lost Places in Oberfranken: Munitionsdepot Breitengüßbach
Riesengroß (circa 125 ha) und öffentlich begehbar ist das ehemalige Muna-Gelände in Breitengüßbach. Das Munitionsdepot wurde 1934 unter strenger Geheimhaltung erbaut, denn nach dem Versailler Friedensvertrag war Deutschland die Aufrüstung verboten.
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1945 staunten die Amerikaner nicht schlecht, als sie entdeckten, was sich hier verbarg. Sie übernahmen das Lager bis 1954. Nachdem die alte, gelagerte Munition entfernt, sprich gesprengt, war, zog 1955 die Bundeswehr ein. 2004 wurde das Gelände endgültig verlassen.
Die Gemeinde Breitengüßbach kaufte das Gelände der Bundeswehrverwaltung ab und konnte somit eigene Pläne verwirklichen. Ein Teil der Fläche wurde Wohnraum für junge Familien. Der größte Teil jedoch dient als Naherholungsgebiet und der Umweltbildung. Denn durch die jahrzehntelange Abschottung konnte sich eine umfangreiche biologische Vielfalt entwickeln. Die Erkundung des Klassenzimmers Natur ist nur nach Voranmeldung (im Rathaus) möglich. Die 82 noch existierenden Bunker kannst du nicht besichtigen - hier sind schon die Fledermäuse eingezogen.
Das Flaschenhaus bei Lichtenfels
Dieses bemerkenswerte Gebäude wurde in den 70ern angeblich von einem einzigen Mann errichtet. Wie lange er wohl gebraucht hat, um sämtliche Baumaterialien in den Wald zu schaffen? Jede Außenmauer und Innenwand besteht aus Glasflaschen, die mit Zement verbunden sind. Strom produzierte ein Generator und sogar fließend Wasser war vorhanden.
Der Erbauer hat es nie fertiggestellt, denn er ist zuvor gestorben. Dass er ein Eigenbrötler, um nicht zu sagen, Eremit war, scheint offensichtlich. Jetzt ist der Schwarzbau ein Ärger für die Behörden und ein Ort für Abenteurer. Leider wurde am und im Glashaus bereits vieles zerstört. Das Gebäude liegt sehr versteckt im Wald im Landkreis Lichtenfels.