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Die schönsten Geheimtipp-Dörfer in Franken: Top 5 im Leser-Ranking


Autor: Sandro Frank

Franken, Sonntag, 23. August 2026

Fünf Dörfer und Weiler in Franken gelten bei unseren Lesern als besondere Geheimtipps. Die Auswahl reicht von Weiherlandschaften bis zu Weinorten.
Gottegab liegt malerisch im Aischgrund.


Was macht einen Ort zum echten Geheimtipp? Vielleicht sind es verwinkelte Gassen, alte Burgen, Weinberge oder Weiherlandschaften. Vor allem aber sind es Orte, die abseits der bekannten Ausflugsziele ihren eigenen Charakter bewahrt haben. Franken ist reich an solchen kleinen Perlen. Deshalb wollten wir von unserer Community wissen, welche fränkischen Dörfer und kleinen Siedlungen sie Besuchern besonders ans Herz legen würden.

Hunderte Kommentare und persönliche Empfehlungen haben uns erreicht. Auch Weiler (sehr kleine ländliche Siedlungen) wurden berücksichtigt, denn sie prägen das ländliche Franken ebenso wie klassische Dörfer. Genannte Orte wie Pottenstein mit seinem Felsenbad, das in diesem Jahr 100-jähriges Jubiläum feiert, oder Volkach am Main, mit seinem ausgezeichneten Campingplatz. wurden hingegen nicht berücksichtigt, da sie als Stadt definiert sind. In das Ranking aufgenommen wurden ländlich geprägte Dörfer und Weiler mit höchstens 3500 Einwohnern. Auch zu den schönsten Städten Frankens haben wir unsere Leser befragt.

Platz 5: Gottesgab im Aischgrund

Den 5. Platz belegt Gottesgab, ein winziger Weiler im mittelfränkischen Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim. Der Ort gehört zur Marktgemeinde Uehlfeld und liegt mitten im Aischgrund, einem der bekanntesten Teichgebiete Deutschlands mit mehr als 7000 Teichen. Wie auf einer kleinen Insel liegen die wenigen Anwesen zwischen den Gottesgabweihern, die vom Wintersbachgraben gespeist werden.

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Mit seiner ungewöhnlichen Lage zwischen den Wasserflächen zählt Gottesgab zu den reizvollen Fotomotiven des Aischgrunds. Helle Fassaden und rote Dächer heben sich von den umliegenden Weihern ab. An die edle Vergangenheit erinnert ein ehemaliger Herrschaftssitz aus dem 18. Jahrhundert, dessen Bausubstanz teilweise noch älter ist; gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand hier ein Rittergut.

Die Umgebung von Gottesgab eignet sich gut für Wanderungen und Radtouren durch das Aischgründer Weiherland. Für Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomie und weitere Angebote ist das nahe Uehlfeld der wichtigste Anlaufpunkt.

Platz 4: Büchold im Werntal

Auf Platz 4 landet Büchold, ein Kirchdorf im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart. Der Ort mit rund 700 Einwohnern gehört als Stadtteil zu Arnstein und liegt knapp sechs Kilometer nördlich der Stadt. Eine Besonderheit befindet sich unmittelbar am westlichen Ortsrand. Dort liegt laut Bayerischer Vermessungsverwaltung der geografische Mittelpunkt Unterfrankens, an den seit 2014 eine Gedenktafel erinnert.

Über dem Dorf erhebt sich die Burg Büchold. Die mittelalterliche Anlage wird von einem runden Bergfried geprägt und ist laut der Stadt Arnstein erstmals 788 urkundlich belegt. Im 14. Jahrhundert gehörte die Burg zunächst dem Johanniterorden, bevor sie 1358 an die Herren von Thüngen überging, die mehr als zwei Jahrhunderte die Herrschaft Büchold prägten.

Heute erinnert die restaurierte Burgruine an diese wechselvolle Geschichte. Rund um das Dorf führen zudem mehrere örtliche Wanderwege durch die hügelige Landschaft, darunter Touren, die auch am geografischen Mittelpunkt Unterfrankens vorbeiführen.

Platz 3: Döhlau im Hofer Land

Den 3. Platz sichert sich Döhlau, ein Pfarrdorf im oberfränkischen Landkreis Hof. Die gleichnamige Gemeinde grenzt unmittelbar an die kreisfreie Stadt Hof und zählt aktuell rund 3700 Einwohner. Zu ihren drei großen Ortsteilen gehören Döhlau, Kautendorf und Tauperlitz.

Zu den historischen Sehenswürdigkeiten zählt das Döhlauer Schloss, ein Herrenhaus und ehemaliger Rittersitz. Es gehörte über Jahrhunderte den Rabensteinern zu Döhlau, einem fränkischen Adelsgeschlecht. Im Ortsteil Tauperlitz lädt der Quellitzsee mit Badestrand, Liegewiesen und einem rund 1,8 Kilometer langen Rundweg zur Erholung ein.

Auch das Gemeinschaftsleben spielt eine wichtige Rolle. Die Gemeinde zählt 21 Vereine, und Veranstaltungen wie das Tauperlitzer Seefest und das Kautendorfer Erdbeerfest gehören fest zum Jahreskalender. Der Hofer LandBus verbindet Döhlau flexibel mit weiteren Orten im Landkreis und ergänzt damit den öffentlichen Nahverkehr.

Platz 2: Sulzfeld am Main

Silber geht an Sulzfeld am Main, einen historischen Weinort im unterfränkischen Landkreis Kitzingen, welcher es ebenso in die Top 10 der schönsten Dörfer Frankens geschafft hat. Die Gemeinde mit rund 1200 Einwohnern liegt im südlichen Maindreieck zwischen Main und Weinbergen. Sulzfeld gehört zu den Bayerischen Genussorten und weist laut der Initiative "100 Genussorte Bayern" die höchste Dichte an Einzeldenkmälern und Heiligenfiguren im Freistaat auf.

Besonders prägend ist die fast vollständig erhaltene mittelalterliche Wehranlage mit 21 Türmen, die den historischen Ortskern umschließt. Zu den markanten Bauwerken zählt das Rathaus von 1609; rund um den Altort erinnern zahlreiche Bildstöcke und Heiligenfiguren an die lange Geschichte des Ortes. Weinbau spielt seit Jahrhunderten eine zentrale Rolle, unter anderem in den bekannten Lagen Cyriakusberg und Maustal.

Auch kulinarisch hat Sulzfeld eine Besonderheit zu bieten: Die hier 1953 erstmals servierte Meterbratwurst gilt heute als Spezialität des Ortes. Anfang August verwandelt zudem das traditionelle Straßenweinfest die Gassen des Altorts in eine große Festmeile. Wer mit der Bahn anreist, kann unter anderem die nahe gelegenen Bahnhöfe Marktbreit und Kitzingen nutzen.

Platz 1: Streitberg in der Fränkischen Schweiz

Den 1. Platz und damit den Titel als beliebtester Geheimtipp unserer Community sichert sich Streitberg, ein Pfarrdorf und staatlich anerkannter Luftkurort im oberfränkischen Landkreis Forchheim. Gemeinsam mit Muggendorf gehört Streitberg zu den ältesten Luftkurorten der Fränkischen Schweiz. Rund um den Ort prägen markante Dolomitfelsen, Höhlen, bewaldete Hänge und das tief eingeschnittene Wiesenttal die Landschaft.

Zu den bekanntesten Ausflugszielen gehören die Burgruinen Neideck und Streitburg. Die Streitburg besitzt ein erhaltenes Lochgefängnis. Von ihrer Aussichtsplattform reicht der Blick bei klarem Wetter nach Angaben des regionalen Tourismusverbands mehr als 40 Kilometer weit. Unter der Erde wartet die 1905 entdeckte Binghöhle, die bereits 1906 als Schauhöhle eröffnet wurde und heute neben regulären Führungen auch Märchen- und Abenteuerführungen für Kinder anbietet.

Alteingesessene Brennereien gehören ebenso zum Ort wie das 1931 errichtete Familienschwimmbad, das sein historisches Ambiente mit Holzkabinen bewahrt hat, derzeit allerdings vorübergehend geschlossen ist. Eine weitere Besonderheit ist der Bahnhof Streitberg. Hier halten die historischen Züge der Dampfbahn Fränkische Schweiz auf ihrer Museumsstrecke zwischen Ebermannstadt und Behringersmühle.

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