Die neue Virtual-Reality-Achterbahn im Freizeitpark Schloss Thurn soll die Besucher in fremde Welten entführen.
Einsteigen, Brille aufsetzen, in eine andere Dimension eintauchen: In der virtuellen Welt nehmen die Fahrgäste Platz in einer Kutsche, gezogen von einem Pferd. Auf dem Pferd reitet auch das Maskottchen des Erlebnis-Parks Schloss Thurn, Dinolino, mit. Über einen steilen Weg fährt die Kutsche den Berg hinauf.
Oben angekommen kann die Aussicht mit Blick in die Weite, umgeben von Bergen, genossen werden. Jedoch nur kurz, denn die Kutschfahrt beginnt an Fahrt aufzunehmen. Über holprige Wege und klapprige Brücken geht es durch Felsen hindurch zurück ins Tal.
Dort angekommen wird die Kutsche von einer Fledermaus in die Lüfte entführt. Durch ein Fenster in einem der Schlosstürme gelangt die Kutsche in das Schloss. Über eine Wendeltreppe geht es in Windeseile in das Erdgeschoss. Die Kutsche fährt quer durch das alte Gemäuer, im Thronsaal endet die rasante Kutschfahrt.
Besonders faszinierend sind hier die Detailtreue und die Realitätsnähe. Durch das Bewegen des Kopfes kann rund herum die Landschaft erkundet werden. Mit einem Blick nach unten sind die virtuellen Beine und Hände zusehen. Es scheint als würde man sich wirklich in dieser Welt befinden.
Dieses außergewöhnliche Fahrerlebnis - eine echte Achterbahn fährt durch eine virtuelle Welt - bietet der Freizeitpark Schloss Thurn ab diesem Jahr an. "Es ist eine andere Realität", erzählt Benedikt Bentzel, Geschäftsführer des Freizeitparks.
Mit Virtual-Reality-Brillen auf der Nase sitzen die Besucher in der Achterbahn. Für die Installierung des Systems habe der Park einen sechsstelligen Betrag in die Hand genommen. "Wir wollen ein älteres Publikum ansprechen", erklärt Bentzel. In Bayern ist der fränkische Freizeitpark Vorreiter. Deutschlandweit besitzt nur der Europapark zwei dieser besonderen Achterbahnen.
Alles muss synchron laufen
60 Handys und 60 Virtual-Reality-Brillen sind eigens für diese Attraktion gekauft worden. In die VR-Brillen werden die Smartphones eingespannt. Die grafische Darstellung läuft also nur über das Display des Handys ab. Für die Umsetzung waren neben der Beschaffung der Brillen auch einige technische Umbauarbeiten an der Achterbahn selbst nötig.
"Die Schwierigkeit ist es, dass tatsächlich alles synchron ist", erzählt Bentzel. Nicht jede Fahrt ist wie die andere. Durch Wetterbedingungen und Anzahl der Fahrgäste fährt die Bahn unterschiedlich schnell. Damit die Position der Achterbahn auch mit dem Film übereinstimmt wurden an der Strecke Sensoren angebracht, die über Bluetooth dem Handy den Standort vermitteln.
"Wir wollen den technischen Fortschritt vorantreiben", sagt Bentzel. Für die Umsetzung des Projektes wendete er sich an die Firma VR-Coaster in Kaiserslautern. Für die Inbetriebnahme waren hierfür extra Mitarbeiterinnen der Firma nach Heroldsbach gekommen. Die letzten Tage verbrachten sie mit Achterbahn fahren, um die grafische Darstellung zu optimieren und kleinere Fehler zu korrigieren.
Heute ist alles bereit
Seit vier Wochen sind die Mitarbeiter des Vergnügungsparks damit beschäftigt, den Park aus dem Winterschlaf zu wecken. "Es war schwierig, da Ostern heuer sehr früh ist", erklärt Bentzel. Dennoch ist für die Eröffnung am heutigen Samstag alles bereit. Neben der neuen Achterbahn wird in diesem Jahr auch das Ritterturnier wieder eine neue Show präsentieren. Die Westernshow wird zur neuen Saison mexikanisch angehaucht sein.
Der Fokus wird jedoch auf der Virtual-Reality-Achterbahn liegen. "Es haben Leute nur deswegen angerufen", erzählt Bentzel. Sie hätten sich erkundigt, ob die Achterbahn auch tatsächlich zur Eröffnung schon in Betrieb sein würde. Und das wird sie. Wer im Übrigen nicht mit der Brille fahren möchte, kann die Achterbahnfahrt auch in gewohnter Weise genießen.