Schwabach wird Lebensraum für 700 junge Äschen
Autor: Redaktion
Kleinsendelbach, Montag, 07. Oktober 2019
700 Jungäschen, Fisch des Jahres 2011, wurden in geeigneten Bachabschnitten der Schwabach durch den Fischereiverein Erlangen angesiedelt.
Bäche, Flüsse und Seen in Deutschland werden nach ihren natürlich vorkommenden Hauptfischarten bezeichnet. Es beginnt mit der Forellenregion, gefolgt von der Äschenregion. Beide Bachbereiche werden auch als Salmonidenregion bezeichnet. Als einer der wenigen Landstriche Frankens können sich Erlangen, das Erlanger Land und das Forchheimer Land glücklich schätzen, auch mit der Schwabach ein Gewässer zu haben, welches für die Leitfische Bachforelle und Äsche eine natürliche Heimat bieten könnte.
Durch den geringen Regenfall der letzten Jahre und durch Querverbauungen wurde die natürliche Selbstreinigung der Gewässer extrem aufgehalten, und so sind weite Teile der Schwabach verschlammt. Das Absperren von natürlichen Bachläufen zur Wassernutzung trage laut Pressemitteilung des Bezirksfischereivereins auch dazu bei, dass hier Gewässerstrecken geschädigt würden, weil in Wasserordnungen ein Wasserentnahmerecht der aktuellen Regensituation nicht angepasst worden sei und sich die Besitzer/Gemeinden auf ihre vertraglich festgelegten Wassermengen berufen würden.
Wasser gehört den Lebewesen
Dass hierbei in den folglich nicht mit Frischwasser versorgten Bereichen vom Zooplankton, Larven, Wasserflöhen über Muscheln, Krebse bis hin zu Amphibien und Fischen der Lebensraum abgeschnitten und verlandet werde, sei ein großes Problem für die Natur. Der Bezirksfischereiverein versucht, darauf besonders aufmerksam zu machen. Denn Wasser gehöre in erster Linie nicht den Nutzern, sondern den darin vorkommenden Lebewesen.
Nachdem der Bezirksfischereiverein Erlangen nach eigenen Angaben seit vielen Jahren durch die natürliche Ansiedlung von Edelkrebsen, Eisvögeln, Fledermäusen sowie durch den Besatz von Kleinstforellen seinem Naturschutzauftrag nachkommt, wurden nun auch wieder Äschen in der Schwabach ausgesetzt. Hierbei handelt es sich um den Bereich der unteren Schwabach. In diesem Lebensraum sollte es eine starke Strömung und hohen Sauerstoffgehalt geben. Es gibt mehr Wasserpflanzen als in der Forellenregion. Die Wassertemperatur steigt hier schon bis 15 Grad, der Untergrund sollte aus Geröll und grob- bis feinkörnigem Kies bestehen.
Lachsartiger Fisch
Die Äsche, die Namensgeber für diese Region ist, ist nicht jedermann bekannt, gehört aber auch zu den lachsartigen Fischen, wie Forellen. In der Regel kann die Äsche 30 bis 50 Zentimeter lang werden und wiegt dann zwischen 500 bis 1500 Gramm. Auffälligstes Merkmal ist die große Rückenflosse, auch Fahne genannt. Die Äsche war in Deutschland Fisch des Jahres in den Jahren 1997 und 2011.
Sie gilt als einer der schönsten Fische Europas, insbesondere wenn der Milchner (männlich) mit seiner großen Äschenfahne um die Gunst der Rognerinnen (weiblich) buhlt und im Frühjahr auf seichten Kiesbänken abgelaicht wird. Die Larven bleiben dann zwischen dem Kies verborgen und vor Fressfeinden geschützt. Entgegen der Forellen, die sich bei Gefahr schnell verstecken, sind die Äschen leichte Beute für Fressfeinde wie den Kormoran oder den Reiher.
Sehr glücklich über die Möglichkeit, vorgestreckte Äschen mit circa zehn Zentimetern über den Fischereiverband beziehen zu können, konnte der Hauptgewässerwart des Bezirksfischereivereins Erlangen, Achim Poesdorf, mit einigen Helfern an unterschiedlichen Teilstücken der Schwabach von der Kopfklinik bis hoch nach Kleinsendelbach 700 Äschen besetzen. Die Fischer sind Fritz Lüttgens, Firma KUM, sehr dankbar, da er davon 300 Äschen gespendet hat.