Mit Stolz kündigt er die ganz große Nummer an: Ahmed Motor, der Betreiber der Shisha-Bar "OBA" will zum Altstadtfest die Kaiserpfalz zum Kaiser-Club machen. Und er präsentiert unserer Zeitung schon den Vorentwurf des Plakates. Vom 23. bis 25. Juni sind Hip Hop, eine 90er Party mit drei DJ's und professionellen Bühnentänzern und - als vergleichsweise beschaulicher Act - die Akkustik-Band Bud & Terence angesagt.

Dazu soll im Hof der Pfalz ein kompletter Umbau stattfinden. "Wie es sich für einen Open-Air-Club gehört", verspricht Motor: Mit professioneller Lichtanlage, eigener Bühne und Tanzfläche.

Wie die städtische Pressesprecherin Britta Kaiser betont, liege die Vermietung des Pfalzhofes nicht in den Händen von Museumsleiterin Susanne Fischer. Die ist dem Vernehmen nach "not amused" . Das Altstadtfest organisiert die Werbegemeinschaft - namentlich Haldun Yildirim, der Zweite Vorsitzende. Der erkärt, dass es keine Alternative gegeben habe. Kein anderer Wirt habe Interesse daran gehabt, etwas in der Pfalz zu veranstalten. Ordnungsamtschef Klaus Backer bestätigt dies. Zugleich bedauert er, dass das Angebot dreier Bands, lediglich für einen Unkostenbeitrag zu spielen, keine Resonanz gefunden habe. Der Pfalzhof stehe, wie jedes Jahr der Werbegemeinschaft zur Verfügung. Die gaststättenrechtliche Genehmigung sei jedoch noch nicht erteilt.


Kommentar von Andreas Oswald

"Das ist die Krönung. Wer meint, der Stadtstrand auf der Bastion sei stillos,der hat sich getäuscht. Forchheim schafft's locker, das Niveau noch ein Stück tiefer zu legen: Hip-Hop in historischer Kulisse.
DJs rocken die Residenz bis der Restaurator kommt.

Ja geht's denn noch? Im Nebel der Wasserpfeifen scheinen die Veranstalter die Orientierung vollkommen verloren zu haben. Wenn das die Neuausrichtung des Altstadtfestes sein soll, tut die Forchheimer Werbegemeinschaft sich und der Stadt nichts Gutes.

Um nicht als Spaßbremse zu gelten: Party ja - meinetwegen auf dem Paradeplatz, aber nicht im Hof der Pfalz. Das käme dem endgültigen Ausverkauf dieses Jahrhunderte alten Kulturgutes gleich. Der Veranstalter spielt bereits mit dem Gedanken einer Wiederholung.Die Stadt darf nicht zulassen, dass die Fürstbischöfliche Residenz jetzt gänzlich zum Vergnügungspark mutiert. Um es mit Ovid zu sagen: Prinzipiis obsta - wehret den Anfängen."