NGG fordert bessere Job-Perspektiven für Forchheimer Gastronomie-Azubis
Autor: Redaktion
LKR Forchheim, Mittwoch, 22. August 2018
In Bayern arbeiten 362 000 Menschen in befristeten Beschäftigungsverhältnissen. Besonders Berufseinsteiger sind betroffen. Im Kreis Forchheim gibt es 480 neue Azubis.
Ausbildungsvertrag in der Hand, aber was kommt danach? Im Landkreis Forchheim können sich derzeit rund 480 Neu-Azubis über eine Lehrstelle freuen. So viele versorgte Bewerber zählte die Arbeitsagentur zum Start des Ausbildungsjahrs. Damit die Karriere auch nach der Abschlussprüfung weitergeht, fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in einer Pressemitteilung bessere Job-Perspektiven für Berufseinsteiger.
Eine große Hürde nach der Ausbildung, so die NGG, sei jedoch der Trend zum Job auf Zeit - zur Befristung. Solche "Arbeitsplätze mit Verfallsdatum" seien nach einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in der Nahrungs- und Genussmittelbranche besonders verbreitet. Hier seien bundesweit knapp 54 Prozent aller Übernahmen befristet.
Ähnlich sehe es bei den Neueinstellungen aus: Hier zähle die Branche mit einer Befristungsquote von 73 Prozent zu den Spitzenreitern. Auch in Hotels und Gaststätten seien diese Arbeitsverträge zum Berufsstart gang und gäbe. Dort sind laut IAB 35 Prozent aller Übernahmen befristet.
Michael Grundl, Geschäftsführer der NGG-Region Oberfranken, spricht von einer "Unternehmer-Unsitte": Es könne nicht sein, dass Betriebe trotz Hochkonjunktur in vielen Branchen so stark auf Befristungen setzten. "Wer als Job-Starter eine Familie gründen oder einen Kredit für die Wohnungseinrichtung bekommen will, der braucht einen sicheren Arbeitsplatz und keinen Zitter-Vertrag", betont Grundl.