Und wie war nun das Leben? Die Antwort auf diese Frage hat sich Franz Och im Schlusswort seines Büchleins "Franz Och - Stationen" selbst gegeben: "Verankert im Christentum, ein Dienen und Helfen zum Wohl der Menschen, wobei ich immer mir selbst und meiner Herkunft und Heimat treu zu bleiben versuchte. Eine einzige Sehnsucht nach einem ,fesala' Glück".

Und das Glück brachte ihm in seinem Leben viele "fesala", was schon damit begann, dass er im Juli 1956 mit seiner Gunda vor den Traualtar trat. Vier Kinder bereicherten das Leben des Ehepaars. Zusammen mit inzwischen auch neun Enkeln feierte Hans Och nun seinen 85. Geburtstag.


Tragisches Ereignis

Das Pretzfelder Urgestein wuchs in einer sechsköpfigen Kleinlandwirtsfamilie auf, wobei ihn deren Devise "Bete und Arbeite" für sein Leben prägte.
Seine erste bittere Lebenserfahrung machte er, als seine beiden Brüder im letzten Kriegsjahr am gleichen Tag gefallen sind. Dies war auch der Auslöser dafür, dass sich Och dem gesamteuropäischen Friedensprozess verschrieb und sich auch die Frage stellte, was er selbst dazu beitragen kann. So trat Och 1957 der überparteilichen Europa-Union bei und war einer der zwölf Mitbegründer des am 4. März 1976 aus der Taufe gehobenen Kreisverbands Forchheim/Fränkische Schweiz. Erst nach 21 Jahren erfolgreichen Wirkens hat Och den Kreisvorsitz abgegeben.


Drei Perioden als Bürgermeister

Anlässlich seines 80. Geburtstages nannte der damalige stellvertretende Landrat Georg Land Franz Och einen "Pretzfelder mit europäischem Horizont oder Europäer mit fränkischen Wurzeln".

Och gesellschaftspolitisches Engagement erstreckte sich auch auf die Kommunalpolitik. Seit 1956 saß er im Pretzfelder Gemeinderat und wurde für drei Amtsperioden zum Bürgermeister gewählt. In dieser Funktion war ihm die Gemeindegebietsreform ein großes Anliegen.

Nachdem die Gemeindeverwaltung für eineinhalb Jahre aufgelöst und der Verwaltungsgemeinschaft Ebermannstadt zugeordnet worden war, schaffte es Och, die Selbständigkeit des Marktes Pretzfeld wieder zu erlangen. Aus Anlass der Wiederherstellung der "Pretzfelder Freiheit" läuteten am 1. Januar 1980 die Glocken von St. Kilian. Für sein kommunalpolitisches Engagement erhielt der Jubilar sämtliche Ehrungen, welche die Marktgemeinde vergeben kann. Eine besondere Ehrung war die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am 18. Oktober 1985. Och, der durch sein öffentliches Wirken entscheidend die Entwicklung des Marktes Pretzfeld beeinflusst hat und stets das Wohl der Bürgerschaft im Auge behielt, wurde nach einem Gemeinderatsbeschluss am 3. Oktober 1995 das Ehrenbürgerrecht des Markts Pretzfeld verliehen.
Unter den Urkunden, die die Wände seines Hauses zieren, fällt vor allem eine auf, mit der er für seine Verdienste für die beiden Partnergemeinden Bretzfeld (Baden-Württemberg) und Pretzfeld zum "Ehrenbretzfelder" ernannt wird.


Ein Fest der Kirschen

Im eigenen Wohnzimmer begann Och mit Bankgeschäften der Raiffeisenkasse, in der er jahrzehntelang als Vorstandsvorsitzender tätig war. 27 Jahre lang hatte er ferner das Amt des Vorsitzenden des Obst- und Gemüsegroßmarkts Pretzfeld inne.

Nicht unerwähnt bleiben darf auch, dass in seiner Amtszeit als Bürgermeister das Kirschenfest ins Leben gerufen worden ist, das in diesem Jahr bereits zum 47. Mal im Kellerwald gefeiert werden konnte. Mit der Neugründung des Fränkischen Mundarttheaters erreichte Och, dass auch die fränkische Mundart in die Laientheater Einzug hielt. Autoren wie Walter Tausendpfund haben sich angeschlossen und die fränkischen Theatergruppen auf verschiedenste Weise unterstützt.