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Leserbrief: Ein Alleinstellungsmerkmal fehlt


Autor: Redaktion

Forchheim, Montag, 22. Februar 2016

Zum Artikel "Angst vor sinkender Frequenz" über die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage in Forchheim erreichte uns eine Lesermeinung.
Das Altstadtfest Forchheim Foto: Archiv/Hofbauer


Leserbrief von Steffen Müller-Eichtmayer. Forchheim:

Einer Umfrage nach sehen viele Geschäftsleute, vor allem in der Innenstadt, eine nachlassende Besucherfrequenz als größte existenzielle Bedrohung. Dabei sind neben den teils fragwürdigen politischen Entscheidungen der Vergangenheit bezüglich Einzelhandel, Gewerbeansiedlung und Verkehr auch einige Hemmnisse hausgemacht - so zum Beispiel die Öffnungszeiten.

Nur wegen eines Drogeriemarktes, den es beinahe in jeder anderen Stadt so auch gibt, geht wohl abends niemand in die Forchheimer Innenstadt zum Einkaufen. Was fehlt, ist ein Alleinstellungsmerkmal, wie zum Beispiel eine Verknüpfung zwischen den bereits bestehenden Strukturen im Einzelhandel, Kultur und Gastronomie.
So könnten zumindest an einem Tag in der Woche verlängerte und einheitliche Geschäftsöffnungszeiten in Verbindung mit besonderen Angeboten im Bereich Kultur und Gastronomie einen 1#googleAds#100x100 Erlebnisabend etablieren, an dem die Besucher einen entspannten Einkaufsbummel mit einem Restaurant- oder Kneipenbesuch bzw. einer sonstigen Veranstaltung verbinden könnten. Damit würde auch die Zielgruppe der Berufstätigen, insbesondere der Pendler, verstärkt angesprochen. Für sie sind Öffnungszeiten bis 18 Uhr in der Regel nicht ausreichend.

Eine sinkende Besucherfrequenz an zu wenig Parkplätzen festzumachen zeigt den Mangel an Kreativität. Das Gegenteil ist der Fall: Weniger Verkehr schafft mehr Raum für die Menschen und steigert die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt. Wer mit dem Auto zum Einkaufen fährt, steuert in der Regel ohnehin die großen Einzelhändler und Discounter am Stadtrand an. Diese, nach US-amerikanischem Vorbild auf ehemals grüner Wiese geschaffenen Strukturen, die fußläufig kaum mehr erreichbar sind, schöpfen Kaufkraft aus den Innenstädten ab und fördern deren Verödung.

Die Belebung der Innenstadt und die Erhaltung aller für ein (Innen-)Stadtleben erforderlichen Funktionen ist eine der wichtigsten und sicherlich auch schwierigsten Herausforderungen, vor der der künftige OB stehen wird.