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Landratsamt Forchheim rechnet mit Coronafällen


Autor: Redaktion

Forchheim, Freitag, 06. März 2020

Nachdem in den angrenzenden Gebieten Coronavirusfälle aufgetreten sind, geht auch das Landratsamt Forchheim davon aus, dass es im Landkreis bald erste Fälle gibt.
Symbolfoto: Felix Kästle, dpa


Das Coronavirus breitet sich auch in Bayern immer weiter aus. Nachdem bereits im Landkreis Erlangen-Höchstadt und den Städten Erlangen und Nürnberg Infektionen mit dem Virus bestätigt sind, rechnet das Landratsamt Forchheim damit, dass früher oder später auch Fälle im Landkreis Forchheim nachgewiesen werden.

Einen hundertprozentigen Schutz vor Infektionskrankheiten wird es nicht geben. Daher ist es wichtig, dass jeder Einzelne seinen Beitrag dazu leistet, die Infektionswege zu unterbrechen und damit eine Ausbreitung zu verhindern - oder zumindest einzuschränken und zu verzögern.

Klinikum

Das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz hat ein Coronavirus-Arbeitsteam - bestehend aus Ärzten, Pflegern und Hygieneverantwortlichen - zusammengestellt und eine Informationsansage unter Telefon 09191/610600 eingerichtet. Es werden am Klinikum keine Abstriche ohne Vorliegen eines begründeten Verdachts vorgenommen.

Das Robert-Koch-Institut rät insbesondere zu einer guten Händehygiene sowie Abstand zu Erkrankten (etwa ein bis zwei Meter). Es sei nicht verwerflich, jemanden nicht mit Handschlag, sondern mit einem freundlichen Nicken zu begrüßen. Diese Maßnahmen seien auch in Anbetracht der Grippewelle überall und jederzeit angeraten.

Sollten Krankheitssymptomen auftreten, ist zuerst telefonisch Kontakt mit dem Hausarzt aufzunehmen. Personen, die sich in den vom Robert-Koch-Institut ausgewiesenen Risikogebieten aufgehalten haben, sollten - auch wenn sie keine Krankheitsanzeichen haben - unnötige Kontakte vermeiden und zu Hause bleiben.

Messe abgesagt, Flug nicht

Zur Messe "Top Hair" nach Düsseldorf wollte eine Gräfenberger Friseurmeisterin dieses Wochenende fahren. Eigentlich mit der Friseurinnung Erlangen, was wegen zu geringer Teilnehmerzahl nicht zustande kam. So buchte die Gräfenberger Meisterin selbst einen Flug samt Reiserücktrittsversicherung und ein Hotelzimmer. Nun wurde wegen des Coronavirus die Messe vom Veranstalter abgesagt.

Die Gräfenberger Friseurmeisterin stornierte daraufhin Flug und Hotel, sollte das per E-Mail begründen und erlebte eine unliebsame Überraschung. "Es ist keine höhere Gewalt, also muss ich jetzt auch noch Stornogebühren bezahlen", nennt die Gräfenbergerin die Antwort, die sie erhalten hat. Flug und Hotel samt Versicherung kosteten fast 500 Euro.

Die Begründung der Verantwortlichen war, dass nur die Messe storniert wurde, der Flug jedoch stattfindet. Daraufhin hat die Frau alle Hebel in Bewegung gesetzt und sogar beim Bundeswirtschaftsministerium angerufen. "Ich bekam einen sehr freundlichen Rückruf. Sie bearbeiten gerade die ganzen Messen, die abgesagt worden sind. Sie haben es ehrlich bedauert", erklärt die Friseurmeisterin. "Ich werde nun trotzdem fliegen und mir ein schönes Wochenende machen", erklärt die Gräfenbergerin ihre Ersatzlösung.

FDP/Bürgerforum sagt ab

In Absprache mit Gesundheitsexperten und aufgrund der Coronawarnungen hat sich die FDP/Bürgerforum Ebermannstadt dazu entschlossen, das geplante Kaffeetrinken am Samstag, 7. März, im Café "Bellini" abzusagen.