In das Reisebüro von Monika Mäx kommen des Öfteren auch Kunden von weiter her. Das Vorstandsmitglied der Werbegemeinschaft bekommt dann regelmäßig erstaunte Aussagen zu hören: "Forchheim ist ein schönes Städtchen, das wussten wir gar nicht. Wir kommen nochmal her", heißt es dann beispielsweise.

Vor genau zehn Jahren fand in Forchheim die Landesausstellung "Edel und frei - Franken im Mittelalter" statt. 199.000 Besucher wurden in den Monaten zwischen Mai und Oktober 2004 gezählt. "Es war eine der zugkräftigsten Ausstellungen des Hauses der bayerischen Geschichte", erinnert sich Pfalzmuseumsleiterin Susanne Fischer.


Dauerhafter Impuls

Alle Beteiligten erwarteten sich damals von der landesweiten Veranstaltung auch Impulse für die Stadt, vor allem für den Forchheim-Tourismus.

Es spricht derzeit viel dafür, dass diese Hoffnungen nicht vergebens waren. Zu einen positiven Schluss kamen erst kürzlich jedenfalls die Mitglieder der Werbegemeinschaft. Die Gastronomie habe auf jeden Fall profitiert. Das gelte zudem auch für den Einzelhandel. "Der Impuls ist geblieben", sagt auch Irene Mattle von der Tourismus-Information. In den Jahren nach Ausstellung seien eindeutig mehr Besucher nach Forchheim gekommen. "Forchheim ist bekannter geworden. Für uns war die Landesausstellung ein weitreichender Anschub", freut sich Mattle. Begeisterte Touristen haben die Vorbehalte der Forchheimer gegen ihre eigene Stadt in Stolz verwandelt, da ist sich Mattle sicher.


Schwellenängste verschwinden

Die Landesausstellung von 2004 hat sich ins Gedächtnis eingegraben und die Wahrnehmung der Stadt verändert. Dabei sind es seinerzeit vor allem glückliche Zeitumstände gewesen, dass die Landesausstellung nach Forchheim kam. Das Pfalzmuseum war saniert worden und die archäologische Staatssammlung plante ihren oberfränkischen Ableger.

Eine Woche vor der Eröffnung der Landesausstellung öffneten das Stadt- und das Trachtenmuseum seine Pforten für die Öffentlichkeit. Das ging damals fast unter. Sonderausstellungen zum Thema Idole und zum Walberla überbrückten die Zeit danach, bis 2008 die Dependance mit oberfränkischen vor- und frühgeschichtlichen Funden eröffnet wurde. Zwei Objekte der Landesausstellung haben dort ihren dauerhaften Platz gefunden: Das Pärchen in der frühmittelalterlichen Tracht der Franken und das Modell vom ersten Bamberger Dom.

Seither stehen im Museum die Interessen der Forchheimer noch stärker im Vordergrund: Veranstaltungen für einen breiteren Publikumsgeschmack wie die Modelleisenbahn zu Weihnachten sind beispielsweise die Folge.
Fischer will mit derlei Ausstellungen Schwellenängste abbauen und auch das Image des Museums verbessern. Die Forchheimer sollen den Besuch im Museum nicht als ein bildungsbürgerliche Zwangsveranstaltung empfinden, sondern aus freiwillig und mit viel Spaß dorthin gehen.

Die Landesausstellung bedeutete für das Pfalzmuseum aber auch eine gewisse Hypothek. Schlicht unerfüllbare Erwartungen standen anschließend im Raum. Der Etat allein für die Museumsarchitektur lag damals bei zwei Millionen Euro "Unser Etat ohne Personalkosten liegt weit unter 100.000 Euro", rückt Fischer die Dimensionen zurecht.