Im dritten Anlauf ist es Kreiskämmerin Carmen Stumpf gelungen, die Vertreter der Kreistagsfraktionen zufrieden zu stellen und einen Haushaltsplan ohne Netto-Neuverschuldung auf die Beine zu stellen. Die Ursachen dafür sah die Finanzexpertin in der guten Wirtschaftslage, einer gestiegenen Schlüsselzuweisung und einem Geldregen der Bundesregierung: In nur drei Tagen erhielt der Landkreis im Dezember aus Berlin drei Millionen Euro, die für die Unterbringung von Asylbewerbern ausgegeben wurden, zurückerstattet.
Um ein Anwachsen des Schuldenberges zu verhindern, wurden geplante Investitionen gekürzt oder verschoben. Dabei gehe es um Maßnahmen, bei denen bereits jetzt abzusehen sei, dass sie in diesem Jahr nicht oder nicht ganz umgesetzt werden können, erläuterte Stumpf.
Dabei sei es auch gelungen, den Hebesatz der Kreisumlage um 2,7 auf 46 Prozent zu senken. "Dies ist der niedrigste Hebesatz seit 25 Jahren", unterstrich die Zahlen-Expertin des Landkreises.
Und sie hatte noch eine weitere gute Nachricht für die Mitglieder des Kreisausschusses. "Auch 2018 wird die Netto-Neuverschuldung auf Null gesetzt", versprach die Kämmerin. Ab 2019, spätestens ab 2020 übersteige die Tilgung die Darlehensaufnahme, so dass die Konsolidierung der Finanzsituation voranschreite.
Carmen Stumpf unterstrich auch, dass zum vierten Mal in Folge mehr als 20 Millionen Euro im Landkreis Forchheim investiert würden. Geschuldet sei dies in erster Linie dem Paket der Schulsanierungen.
Von den 20,85 Millionen, die heuer investiert werden, sind 8,57 Millionen Euro über Zuschüsse abgedeckt. Weitere 5,5 Millionen stammen aus den laufenden Einnahmen und die restlichen 6,75 Millionen können über Rücklagen finanziert werden. Die Höhe der verbleibenden Eigenmittel zum Jahresende bezifferte Kämmerin Karmen Stumpf auf 10 612 300 Euro.
Manfred Hümmer (FW ) bescheinigte ihr, dass wesentliche Eckpunkte wie der Verzicht auf eine Netto-Neuverschuldung umgesetzt seien. Er sprach von einer soliden Finanzplanung und freute sich, dass der Investitionsstau beim Straßenunterhalt angegangen werde. Damit sei dem Zahlenwerk die Zustimmung der Freien Wähler sicher.
Edwin Dippacher (CSU) schloss sich den Ausführungen Hümmers inhaltlich an. Allerdings machte er sich Sorgen wegen der Höhe des Verwaltungshaushaltes, der mittlerweile die 120-Millionen-Marke überschritten hat. Seine Hoffnungen, dass sich diese Kurve wieder abflachen könnte, dämpfte Kämmerin Stumpf mit dem Hinweis, dass darin Löhne und Lohnsteigerungen, mehr Personal und der Unterhalt der kreiseigenen Gebäude und Maschinen enthalten seien. "Wir sind auf einem guten Weg. Die Kreisumlage ist vernünftig gesenkt und die 1,31 Prozent, um die die Kreisumlage real steigt, sind keine Beträge, über die wir hier große reden müssen", fand der Weißenoher Bürgermeister Rudolf Braun (FW), Kreisvorsitzender des Bayerischen Gemeindetages. Er verwies darauf , dass die Jahresbilanz des Landkreises in den letzten fünf Jahren deutlich besser ausgefallen sei als geplant. "Da war jedesmal ein Überschuss von drei Millionen zu verzeichnen und ich bin überzeugt, dass dies auch heuer so sein wird", zeigte sich Braun optimistisch.
Wolfgang Fees (SPD) bedauerte, dass es in Zeiten höchster Steuereinnahmen nicht gelungen sei, die Gesamtschuldenlast des Landkreises zu drücken. Verschobene Baumaßnahmen belasteten den Kreishaushalt in den nächsten Jahren. Dennoch signalisierte auch er seine Zustimmung zum Kreishaushalt.
Karl Waldmann (Die Grünen) verweigerte seine Zustimmung. Solange in den Kliniken Forchheim und Ebermannstadt unterschiedliche Gehälter bezahlt würden, könne er dem Haushaltsplan nicht zustimmen. "Da wäre mehr drin gewesen", bedauerte er.