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Katharinas bester Freund ist ein Delphin


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, Montag, 15. Dezember 2008

Therapie: Katharina Heim aus Buckenhofen ist in ihrer Entwicklung gestört. Aber bei den Delfinen blüht die 13-Jährige auf. Eine Spende des Frauenbunds macht es möglich, dass sie Delphinin Gee Gee wiedersieht.
Mit Delphindame Gee Gee hat Katharina Freundschaft geschlossen.


Buckenhofen - Die 13-jährige Katharina Heim bekommt jetzt noch ganz leuchtende Augen, wenn ihre Eltern von ihren Lieblingstieren, nämlich von Delfinen reden. Einen hat Katharina, die seit ihrer Geburt an Entwicklungsstörungen leidet, besonders ins Herz geschlossen, nämlich Gee Gee. Katharina ist mit einer Gaumenspalte zur Welt gekommen, erzählt uns ihr Vater. Ein Jahr lang habe sie nichts gegessen und getrunken und musste künstlich ernährt werden. Im Alter von einem Jahr wurde die Gaumenspalte zugenäht; erst dann konnte mit der Therapierung gegen die Unterernährung und –entwicklung begonnen werden. 

Katharina hat Vertrauen zu Gee Gee

Ihre Gee Gee hat Katharina seit ihrer ersten Delfinteraphie ins Herz geschlossen. Gee Gee ist einer der „tierischen Mitarbeiter“ des Curaçao Dolphin Therapy & Research Centers (CDTC). Die Delfindame ist 23 Jahre und Mutter von drei Kindern, die ebenfalls dem Therapieteam angehören. Sie ist dafür bekannt, dass sie freundlich und sehr geduldig ist. Dies überträgt sie auch auf ihre „menschlichen Kinder“.

Spezielle Therapieformen für Kinder mit Behinderungen

Curaçao liegt im Südwesten der Karibik. Mit einer Länge von 70 Kilometern und einer Breite bis zwölf Kilometern ist es die größte Insel der Niederländischen Antillen. Die Insel befindet sich nur 70 Kilometer nördlich von Venezuela, 67 Kilometer östlich von Aruba. Miami ist in nur zweieinhalb Stunden Flugzeit zu erreichen und Amsterdam ist ungefähr neun Stunden entfernt. Im Center  werden speziell und individuell auf Kinder und Jugendliche mit Behinderungen und besonderen Bedürfnissen abgestimmte Therapien angeboten. Verschiedene Formen, kombiniert mit der Interaktion des Delfins, werden dabei angewendet. Das Tier ist dabei Motivator und Belohnung für gewünschtes Verhalten (körperlich, mental und emotional).

Durch die Delphintherapie spricht Katharina besser

Dass Delfine heilende Wirkungen beispielsweise auf Kinder mit Entwicklungsstörungen haben, zeigt sich immer wieder. Auch bei Katharina zeigte gleich ihre erste Therapie, die sie vom 28. Mai bis 8. Juni letzten Jahres  im CDTC zusammen mit ihren Eltern absolvierte, nach kurzer Zeit große Erfolge. Nach den insgesamt zehn Therapieeinheiten hat sich zum einen die Sprachfertigkeit von Katharina verbessert. Sie erzählt mehr aus eigener Initiative heraus und die Länge ihrer Sätze hat zugenommen. Katharina gibt selbst an, wann sie auf die Toilette muss, und hat keine Tageswindeln mehr nötig. Weiter haben sich Konzentrationsfähigkeit und Wahrnehmungsvermögen  verbessert. „Katharina ist fröhlicher, hilft mehr im Alltag und unternimmt auch mehr; sie ist selbstständiger geworden“, erzählen die Eltern. Das Mädchen kann seinen Körper besser beherrschen, wodurch sich auch die Schwimmfähigkeiten verbessert haben. Katharina kann auch besser schlafen.

14 Tage Therapie kosten rund 7000 Dollar

Das Mädchen bekommt leuchtende Augen, wenn jemand von Gee Gee erzählt. Es möchte den Delfin gerne wieder sehen. Die Kosten für eine zweiwöchige Therapie belaufen sich auf fast 7000 Dollar und werden nicht durch Krankenkassen bezuschusst. Die Familie muss die Therapie selbst finanzieren oder ist auf Spendengelder angewiesen.
Der Katholische Frauenbund Sankt Martin hat bereits einen finanziellen Grundstock für eine zweite Therapie gelegt: Mitglieder der Vorstandschaft überreichten dieser Tage einen Spendenscheck über 1500 Euro.