Kater "Leo": Entscheidung nicht leicht gemacht
Autor: Redaktion
Forchheim, Montag, 06. November 2017
Zu Vorwürfen in Leserbriefen über eine vom Tierheim Forchheim wieder in die Freiheit entlassene Katze nimmt der Tierschutzverein Forchheim Stellung.
In der Stellungnahme von Marianne Wende, Vorsitzender des Tierschutzvereins Forchheim, heißt es: "Katzen, die bereits längere Zeit in Freiheit gelebt haben, leiden erfahrungsgemäß sehr, wenn sie gefangen werden und eingesperrt leben müssen. Sie gewöhnen sich nur schwer an ein Leben in häuslicher Gemeinschaft."
Bei diesen Katzen handele es sich - wenn ein Besitzstand nicht zu klären sei - um herrenlose Tiere. Jedoch sei nicht jedes umherstreunende Tier gleich herrenlos. Oft hätten diese Tiere ein Zuhause, in das sie gelegentlich zurückkehren, aber auch noch andere Unterschlüpfe und Fressstellen, die sie aufsuchen und die kilometerweit entfernt sein können.
Der entlassene Kater "Leo" hatte laut Wende "eine Fressstelle, die bekannt war, aber augenscheinlich noch weitere, da er mit circa sieben Kilogramm ein ausgesprochen wohlgenährter Kater war, als er im Tierheim zur Aufnahme kam". Da ein Besitzer nicht zu ermitteln war, wurde Leo kastriert und gekennzeichnet. Im Tierheim ließ er sich gelegentlich anfassen, zog sich aber immer mehr zurück und verweigerte schließlich die Nahrungsaufnahme.
So fiel die Entscheidung, "Leo" wieder in die Freiheit zu entlassen, "und diese Entscheidung hat sich das Tierheim in Forchheim nicht leicht gemacht", schreibt Marianne Wende. Sie erläutert: "Selbst wenn man genug Hintergrundwissen hat, ist es im Tierschutz oft besonders schwer zu beurteilen, was richtig und was falsch ist. Auch die Meinungen der Mitarbeiter im Tierheim können auseinandergehen.
Deshalb werden Entscheidungen nicht von einem Mitarbeiter allein getroffen und wie sollte ein Außenstehender diese beurteilen können, der von seinen Besuchen nur eine Momentaufnahme hat?"
Hilfreich wäre es, meint die Vorsitzende, wenn sich das betreffende Tier selbst dazu äußern könnte. In gewisser Weise tue es das auch, man müsse es nur gut beobachten, um entsprechende Rückschlüsse aus seinem Verhalten zu ziehen. In diesem Fall war man sich jedoch einig, dass der Kater wieder zurückgesetzt werden soll in sein altes Revier, in dem er schon länger gelebt hat.
"Die Mitarbeiter des Tierschutzvereins und Tierheimes werden immer versuchen, im Sinne der Tiere zu handeln und auch in Zukunft wird Tierschutz mit Herz und Verstand im Vordergrund ihrer Arbeit stehen", verspricht Marianne Wende.