"Frischer Wind für Igensdorf" lautet der Wahlslogan der Jungen Bürger (JB) Igensdorf, die in der "Einkehrstube Burkhardt" in Dachstadt zur Aufstellungsversammlung geladen haben. Frischer Wind deshalb, weil keiner aus der aktuellen Liste dem Gemeinderat angehört; frischer Wind auch deshalb, damit sich etwas ändert. "Die Pro-Kopf-Verschuldung hat sich in den vergangenen zwei Jahren um das 20-fache erhöht", sagte Listenführer David Konietzny. Es sei der Lindelberghalle geschuldet, meinen die JB. Die Halle war dann auch Inhalt der erste Frage, die den vier Bürgermeisterkandidaten in einer Podiumsdiskussion gestellt wurde. Vorher jedoch erklärte Konietzny das Wahlprogramm. Die Familie und Jugend als wichtigstes Thema, die Finanzen, die Umwelt und Infrastruktur und die Verwaltung mit mehr Transparenz und klarer Strukturierung - so lassen sich die Themenschwerpunkte der JB beschreiben. David Konietzny meinte, nicht der einzige zu sein, der den Eindruck habe, die Arbeit in der Verwaltung habe nachgelassen, und viele Entscheidungen des Gemeinderats seien in geheimen Sitzungen besprochen worden, was eigentlich nicht notwendig gewesen wäre. Die Grünen-Bürgermeisterkandidatin Barbara Poneleit wollte diese Aussage so nicht stehen lassen und erklärte, dass in den nichtöffentlichen Sitzungen nur Punkte behandelt wurden, wenn Namen geschützt werden mussten oder es um Personalangelegenheiten ging. Die neuen Datenschutzbestimmungen als Begründung heranzuziehen, würde wohl häufiger der Fall sein. "Jedenfalls ist uns aufgefallen, dass die Anzahl der geheimen Sitzungen gestiegen ist", meinte Konietzny, der sich mit seiner Liste bürgerfreundlichere Öffnungszeiten wünscht. "Es ist grandios, dass wir einen Nachmittag haben. Zwei wären nicht zu viel verlangt", merkte der Listenführer an. Für viele Arbeitstätige sei das Ferienprogramm eine Chance. Dieses Programm ausweiten durch einen hauptamtlichen Jugendbeauftragten, regen die JB an. Zugleich könne der Jugendtreff wiederbelebt werden. Auch die Kinderbetreuungsmöglichkeiten sollten ausgebaut und auch der Waldkindergarten forciert werden. "Er wäre eine Chance, keine Konkurrenz", beteuerte Konietzny. Neben dem Ausbau der Spielplätze regen die Jungen Bürger auch die Etablierung einer Jugendfeuerwehr an. Hinsichtlich Umwelt und Infrastruktur betonte Konietzny: "Es ist uns wichtig, den ländlichen Charakter zu erhalten und die Umwelt zu schützen." PV-Anlagen auf allen kommunalen Dächern wären eine Umsetzungsmöglichkeit. Ein regionales Energiekonzept sollte durchgesetzt werden und allen Bürgern die Möglichkeit einer Energieeffizienzberatung angeboten werden. Wo das durchgeführt werden könnte? "Im Rathaus oder in der Lindelberghalle, wenn sie denn je fertig ist", meinte Konietzny mit trockenem Humor. Einstimmig seien die JB überzeugt davon, dass die Lindelberghalle in irgendeiner Form bestehen bleiben müsse. Auch eine abgespeckte Form sei denkbar. Dazu müsse aber ein Finanzkonzept entwickelt werden für eine kosteneffiziente Sanierung oder einen Teilverkauf. Ein tragfähiges Nutzungskonzept sollte eingeholt werden, um zu erfahren, wie man die Wartung und Betriebskosten senken könnte. Parallel dazu sollte ein Plan zur schrittweisen Entschuldung der Gemeinde geschaffen werden. "Wir sind eine finanzstarke Gemeinde. Es ist traurig, dass vom Kreis der Haushalt gesperrt werden musste", meinte Konietzny. Einen Bürgermeisterkandidaten werden die JB nicht stellen. Mit dem Wahlleiter Philipp Ochs der Jungen Bürger im Landkreis Forchheim wurden dann die Kandidaten gewählt.

Die Liste

Die JB-Liste: David Konietzny, Yvonne Barth, Johanna Britting, Markus Rehm, Lorenz Krügel, Nicosia Bellach, Mathias Seitz, Barbara Dornauer, Florian Gebhardt, Jessica Singer, Philip Göring.