"Hier lebt es sich in der absoluten Idylle", könnte man meinen, wenn man sich Bilder aus Forchheim und der Fränkischen Schweiz anschaut. Doch weit gefehlt! Auch im Landkreis Forchheim passieren viele tragische, kuriose, beklemmende, skandalöse und grauenvolle Vorfälle. Ein Überblick über spektakuläre Blaulicht-Einsätze im Jahr 2020:

Ein tragischer Unfall ereignete sich gleich im Januar, als in Draisendorf ein Sicherungsseil riss. Ein 40-Jähriger, der beim Befüllen eines Siloanhängers über drei Meter tief stürzte, kam mit dem Kopf auf dem Asphalt auf und musste mit dem Rettungshubschrauber ins Klinikum gebracht werden.

Ebenfalls aus der Landwirtschaft stammt eine Meldung aus Kolmreuth. Hier brannte am 1. August eine Ballenpressmaschine. Daraufhin waren gut 130 Feuerwehrmänner und -frauen sowie Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks ausgerückt. Die Löscharbeiten machten sogar die Sperrung der Bahnstrecke Forchheim - Ebermannstadt notwendig. Der Brand, der auch auf die Zugmaschine übergriff und anschließend das Feld niederbrannte, war einer der größten Einsätze in diesem Jahr. Der Sachschaden wurde von der Polizeiinspektion auf rund 250 000 Euro beziffert, Grund des Brandes war vermutlich ein technischer Defekt.

Weil ein Haus in eine Baugrube zu rutschen drohte, mussten das Technische Hilfswerk und die Feuerwehr im Juni ausrücken. Andauernder Regenfall hatte einen Hang in Reuth unterspült und so rutschte die Erdmasse in Richtung einer angrenzenden Baugrube. Zwischen 150 und 200 Tonnen Recyclingmaterial wurde in die Grube geschüttet, damit der Hang befestigt werden konnte. Die Ehrenamtlichen waren mehrere Stunden und bis tief in die Nacht im Einsatz.

Zu einem besonderen Einsatz wurde ein Brand in Heroldsbach, zu dem die Feuerwehren im Oktober gerufen wurden. In einem ehemaligen Hotel, das mittlerweile als Wohnhaus fungierte, war es in der Nacht zu einem Feuer gekommen. Der Sachschaden wird auf eine halbe Million Euro beziffert. Die Kriminalpolizei Bamberg nahm im Anschluss die Ermittlungen auf. Und ging schon kurz darauf von Brandstiftung aus. Die Bewohner des Hauses waren zum Zeitpunkt des Eintreffens der Feuerwehr nicht in Heroldsbach gewesen.

Die Ermittlungen der Kriminalpolizei hatten aber darauf hingedeutet, dass die Bewohner den Brand selbst gelegt hatten. Ein internationaler Haftbefehl wurde erlassen. Das Paar wurde schließlich in Amsterdam am Flughafen festgenommen.

Ein anderer nicht alltäglicher Fall ereignete sich im Februar in Forchheim: Am frühen Donnerstagmorgen des 20. Februar explodierte in der Äußeren Nürnberger Straße ein Geldautomat in einer Bankfiliale. Ein Augenzeuge sah damals drei vermummte Männer in einem Audi flüchten. Sie erbeuteten Geld und hinterließen einen Sachschaden im sechsstelligen Euro-Bereich. Die Täter flüchteten gen Süden, vermutlich auf die A 73 oder B 470, gefasst wurden sie bis jetzt nicht.

Aufruhr in der Stadt

Ebenfalls zu einer außergewöhnlichen Situation wurde im November die Polizei gerufen. Eine "bewaffnete Person" wurde in der Stadt gesichtet. Die Bereitschaftspolizei rückte aus und ein Großaufgebot der Polizei zeigte sich im Straßenbild der Stadt Forchheim an diesem Samstag. Wie sich herausstellte, war es ein 14-Jähriger, der ein täuschend echt ausschauendes Softair-Gewehr dabeihatte. Die Kriminalpolizei Bamberg ermittelte in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Bamberg wegen "Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten".

Auf Anfrage des FT bestätigte die Staatsanwaltschaft Bamberg Mitte Dezember, dass das Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten eingeleitet wurde. "Die Ermittlungen dauern an", heißt es von Staatsanwalt Alexander Baum. Weitere Auskünfte können zum derzeitigen Stand aus ermittlungstaktischen Gründen leider nicht gegeben werden.

Sprachlos zurück ließen die Insassen eines VW die Rettungskräfte der Feuerwehr und des Rettungsdienstes im Juni 2020. Als die Einsatzleute zu einem schweren Verkehrsunfall auf der A 73 bei Forchheim-Süd kamen, fanden sie im Auto eingeklemmte Insassen vor. Während die Kräfte mühselig das schwere Dach und die Heckklappe des Fahrzeugs zu entfernen versuchten, um die verletzten Insassen zu befreien, filmten diese den Einsatz vom Inneren des Autos aus.