In den Schulgärten im Landkreis Forchheim blüht es preisverdächtig
Autor: Mirjam Stumpf
Forchheim, Freitag, 20. Dezember 2019
28 Grund- und Mittelschulen im Landkreis Forchheim haben am Schulgartenwettbewerb der Sparkasse teilgenommen. Das Preisgeld betrug insgesamt 10.000 Euro.
Schule besteht nicht nur aus Mathe und Deutsch. Viele Bildungseinrichtungen setzen inzwischen darauf, dass die Schüler sich in einem eigenen Schulgarten einbringen. Am vergangenen Dienstag wurden 28 Grund-und Mittelschulen des Landkreises für die schönsten Gärten ausgezeichnet.
Der Schulgartenwettbewerb wird seit 33 Jahren von der Sparkasse Forchheim ausgerichtet. Insgesamt stellte die Bank in diesem Jahr 10.000 Euro für die zahlreichen Schulen zur Verfügung. Sechs Schulen bekamen zudem noch je eine Vogeltränke als Sonderpreis.
"Gärten sind eine Apotheke für Körper und Seele", begründet Ewald Maier, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Forchheim, die finanzielle Unterstützung. Bereits nach 20 Minuten baue sich Stress im Umgang mit der Natur ab.
Der Garten der Grundschule Igensdorf wird ehrenamtlich von Sigrid Thompson geleitet. Enkelin Kayla, damals noch Schülerin der Grundschule, hatte vor rund vier Jahren die Gründung einer Schulgartengruppe angeregt. "Und dann wurde die Oma mit eingespannt", erzählt Thompson zufrieden. Heute trifft sie sich mit den interessierten Junggärtnern alle 14 Tage. Die Gruppe heißt auch nicht Schul-AG, sondern Garten-Club. "Es soll kein Zwang sein", sagt die Verantwortliche. Denn dann sei die Freude der Kinder umso größer. Außerdem dürfen die 16 Schüler selbst mit entscheiden, was angepflanzt und gebaut wird. Es gibt deshalb einen Naschgarten und genug Platz für kleine Tiere an der Grundschule. "Letztens hatten wir sogar das Glück, eine Eidechsen-Geburt aus dem Ei filmen zu können", sagt Thompson stolz. Mit dem Preisgeld von 500 Euro möchte sie unter anderem im kommenden Jahr mehr Zubehör für die neue Bewässerungsanlage anschaffen.
Die Kinder sind begeistert
Die Walter Schottky-Grundschule Pretzfeld hat neben der Garten-Gruppe für die Erst- und Zweitklässler sogar noch eine weitere Besonderheit. In der Imker-AG können die 13 Schüler von der ersten bis zur vierten Klasse lernen, wie Honig entsteht. Drei pensionierte Imker kämen dafür an die Schule, sagt Rektorin Annette Forster-Sennefelder. "Wir haben Glück, dass die sich die Zeit dafür nehmen", freut sie sich. Das merke man auch an den Reaktionen der Schüler: "Die Kinder sind mit Eifer dabei."
Eine solche Begeisterung war ausschlaggebend für die Einteilung in die unterschiedlichen Preisklassen, fand die Jury. Diese bestand aus Schulrätin Cordula Haderlein, der Schulbeauftragten der Sparkasse, Kerstin Aschermann-Neubert, Susanne Schmidt, Konrektorin der Grundschule Neunkirchen, sowie den ehemaligen Schulräten Ulrich Löhr und Wolfgang Blos. Für die Prämierung schauten sie nicht nur auf das Äußere, sondern vor allem auch, ob der Garten "gelebt wird und mit den Schülern gemeinsam" gepflegt, begründet Kerstin Aschermann-Neubert. Auch berücksichtigten sie, ob die Kinder etwas über die Pflanzen wüssten.
Einzelne Themengebiete
Auf Wissen über Gemüse und Kräuter setzt auch die Grundschule Egloffstein. Dort hat die Schulgarten-AG den bezeichnenden Namen "Gut drauf im Schulgarten und bei gesunder Ernährung", erzählt Leiterin Adelinde Alt. Im Sommer kümmere sie sich mit den Schülern um das Anpflanzen, im Winter werde Geerntetes verkocht. Dafür habe sie den Schulgarten mit den Schülern in einzelne Themengebiete aufgeteilt. Sie freue es besonders, dass die Schüler das Gepflanzte vom Einsetzen des Samens an aufmerksam verfolgten. "Die Kinder sind ständig am Schauen: Kommt da schon was?"