Griechische Landschildkröten flüchten im Landkreis Forchheim aufgrund der hohen Temperaturen
Autor: Redaktion
Forchheim, Freitag, 24. August 2018
Aufgrund der beständig hohen Temperaturen machen sich griechische Landschildkröten auf die Wanderschaft. Ein Besuch in der Pflegestelle für heimatlose Schildkröten im Landkreis Forchheim.
Von Julia Heimberger
Christine Schneider-Knapp strahlt über das ganze Gesicht, wenn sie über ihre Herzensangelegenheit "Schildkröte" spricht. "Eine kleine Schildkröte wohnt aktuell bei mir im Treibhaus, zusammen mit einer Bartagame", erzählt sie und betritt dabei ihr selbst gebautes Treibhaus. Hier herrschen im Frühjahr um die 30 Grad, im Sommer um die 45 Grad. Eine schweißtreibende Angelegenheit für Pflegerin und Besucher.
Seit 1999 engagiert sie sich im Tierschutz, zuerst für wilde Katzen und Kastrationsprojekte, dann folgte vor zehn Jahren die Begeisterung für Schildkröten. "Das war damals ganz extrem, da hatten wir unglaublich viele Wasser- und Landschildkröten. Die mussten ja irgendwo hin." Also nahm sie einige Tiere mit nach Hause, doch an der Unterbringung und richtigen Versorgung haperte es noch. "Da habe ich mir dann ein Treibhaus bauen lassen, allerdings wusste ich nicht, dass die Platten nicht UV durchlässig waren. Also habe ich das Dach noch mal neu machen lassen", erzählt sie und füttert dabei die Schildkröte mit frischem Löwenzahn.
Schildkröten beziehen ihre Energie aus Licht und Wärme
Denn im Gegensatz zum Menschen beziehe eine Schildkröte ihre Energie nicht aus dem Futter, sondern aus dem UV-Licht und der Wärme. "Deshalb sind konstant hohe Temperaturen so wichtig für die Tiere." Eine einzelne Lampe über einem Gehege könnte nie die gleiche Wohlfühlatmosphäre schaffen wie ein Treibhaus, "den die Schildkröte friert, sobald sie unter der Lampe hervorgeht. Und Schildkröten laufen den ganzen Tag."