Seit 17 Jahren arbeitet der Verein für den Schutz des Naturparks Fränkische Schweiz am Erhalt des Naturparks Fränkische Schweiz-Frankenjura. Ziel der Mitglieder mit ihrem Vorsitzenden Helmut Pfefferle ist es, den Charakter der einzigartigen Natur- und Kulturlandschaft zu erhalten sowie den Wohn- und Erholungswert zu bewahren. In der Jahreshauptversammlung im "Hotel Schloßberg" in Haidhof kritisierte Pfefferle vor allem den ungezügelten Flächenfraß durch immer mehr Einkaufsmärkte und Versiegelung von wertvollen Naturflächen, der bis in die bäuerlichen Strukturen hineinwirke. Ebenso wies er auf die immer stärker werdenden Medikamentenrückstände im Grundwasser hin. Auch Biogasanlagen sollten kritisch betrachtet werden. "Was wird mit dem zunehmenden , wenn immer mehr Wald abgeholzt wird?", fragte Pfefferle.

Infraschall von Windrädern

In seinem Jahresrückblick hob Pfefferle die vielen Veranstaltungen, Referate, Schulungen und die konstruktiven Dialoge regionübergreifend hervor. Die Energiewende ist ein Schwerpunkt des Vereins. "Ist der Infraschall von Windrädern schuld an gesundheitlichen Problemen von Menschen?", stellte Pfefferle die Frage und erklärte, dass Windenergieanlagen Schallwellen im niedrigen, unhörbaren Frequenzbereich erzeugen. Sie sollen die Ursache für gesundheitliche Probleme wie Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen und vieles mehr sein. Die Windkraftindustrie und Gesundheitsbehörden halten es allerdings nicht für bewiesen, dass die gesundheitlichen Beschwerden auf die Emissionen der Windräder zurückzuführen sind. Allerdings gebe es für Schallwellen unter 20 Hertz keine Messnorm, die eine Schallbelastung durch Windenergieanlagen darstellen könne, berichtet Pfefferle.

Rückgang der Insekten

Auch den Rückgang von Insekten wie Hummeln und Bienen bringt er mit Windrädern in Verbindung. Pfefferle wies darauf hin, dass die Windflügel einmal im Jahr von Insekten gereinigt würden. Aus diesem Grund müsse die 10H-Abstandsregelung für Windkraftanlagen bestehen bleiben, betonte er. Die Staatsregierung möchte in Bayern diese Regelung abschaffen, da sie jeglichen Ausbau der Windkraft verhindert. Auch der Kulmbacher MdL Rainer Ludwig (FW) habe mit Schreiben vom 11. Dezember 2018 bestätigt, dass er für die Beibehaltung der 10H-Regelung plädiere und den Verein Naturpark Fränkische Schweiz bei seiner Forderung nach Beibehaltung der bisherigen Regelung unterstütze. Als Gastredner referierte Reinhold Müller, Energieexperte und ehemaliger Leiter der Stadtwerke Forchheim, zum Thema "Energiewende und Versorgungssicherheit". Müller erläuterte den immer mehr zunehmenden Energiehunger vor allem in der Industrie. Mit Öffnung des Binnenmarktes wurden die ehemaligen Monopole aufgehoben. Bei der Energieversorgung, so Müller, gehe ohne Brüssel nichts mehr. So werden jährlich durch die Erhebung von Steuern bei den Stromkunden 25 Milliarden Euro abgeschöpft. Die EEG-Abgabe wurde vom damaligen Umweltminister Jürgen Trittin (Die Grünen) auf den Weg gebracht, die von Energiefachleuten als Negativbeispiel gesehen werde, da sie den Stromkunden finanziell überproportional belaste. "Strom wird zukünftig nicht billiger, sondern eher teurer", ist die Einschätzung von Müller. "Unsere Importabhängigkeit von Energiestoffen wie Öl und Erdgas ist ein schlagendes Argument für regenerative Energien und dezentrale Versorgung, um Stromausfälle zu verhindern", erklärte Müller. Ziel müsse sein, Batteriespeicher zu schaffen. "Wenn es uns gelingt, große Mengen an Strom vorzuhalten, um Spannungsschwankungen auszugleichen, sind wir einen gewaltigen Schritt weiter", meinte der Energieexperte. Nahezu unbekannt ist die Systemstabilitätsverordnung, in der die technische Sicherheit des Elektrizitätsversorgungsnetzes geregelt wird. "Es wird bei uns alles überreguliert", sagte Müller, "die Politik weiß zwar, was zu tun ist, sagt aber dem Bürger nicht, dass es ihn viel Geld kosten wird. Bei heute 30 Cent pro KW/h liegt die Abschöpfung der Abgabe durch den Staat bei 60 Prozent. Deshalb müssen wir die regionale Wertschöpfung mehr steigern." Abschließend berichtete der Kassier über den Kassenstand, es folgte die Entlastung des geschäftsführenden Vorstands.