Forchheim: Sperrmüll wird zu Ärgernis für Anwohner
Autor: Niklas Schmitt
Forchheim, Sonntag, 06. Januar 2019
Über längere Zeit stapelte sich in der Serlbacherstraße der Müll auf dem Bürgersteig. Anwohner sind verärgert und sehen die Stadt in der Verantwortung.
Eigentlich ist es eine einfache Sache. Jemand löst eine Wohnung auf und will den entstandenen Sperrmüll abholen lassen. Man macht einen Termin aus beim Landratsamt Forchheim, Fachbereich 36, Abfallwirtschaft und an diesem wird der Müll abgeholt. Allerdings gibt es bei der Bereitstellung einiges zu beachten, damit der Sperrmüll auch tatsächlich mitgenommen wird.
Eine schöne Bescherung
Offensichtlich war das kurz vor Weihnachten in der Serlbacherstraße, Ecke Goethestraße nicht der Fall. Auf dem Grundstück des sogenannten "Weberhauses" in der Serlbacherstraße 15 stapelte sich seit Ende November der Sperrmüll: Möbel, Matratzen, Müllsäcke, Sofagarnituren. Als das Ehepaar Reichel, das direkt gegenüber wohnt, am 19. Dezember aus dem Urlaub zurückkehrte, hatte man den Müll zur Abholung auf den Bürgersteig verbracht.
Es stürmte, Sofa- und andere Teile flogen auf die Fahrbahn, beschwert sich Gerhard Reichel, sodass, bog man in die Goethestraße ein, auf der Hut sein musste. Ein Ärgernis, auch für weitere Nachbarn. Schließlich habe der Müllberg, so Reichel, auch andere dazu eingeladen, ihren sperrigen Müll - widerrechtlich - dort hinzuzulegen.
Anrufe von Reichels Frau bei Stadt und Landkreis führten zu Weitervermittlungen und Zuständigkeitsverschiebungen. Denn das Landratsamt ist für die Sperrmüllentsorgung zuständig. Das "Weberhaus" aber gehört, so die Annahme der Nachbarn, der Stadt, die sich also um die Entsorgung und damit die Entspannung der Lage kümmern müsse. Gerhard Reichel sieht die Stadt in der Pflicht. Aber besteht tatsächlich ein Zuständigkeitsproblem und ist der Ärger der Anwohner gerechtfertigt?
Eigentümer des Gebäudes Serlbacherstraße 15 ist die Vereinigte Pfründerstiftung. Verwaltet wird es von der Stadt Forchheim. Wie in jedem anderen Fall auch wurde die Abholung des Sperrmülls im Voraus bei der Abfallwirtschaft angemeldet.
Zuständig für die richtige Bereitstellung ist der Mieter, erklärt Thomas Jungbauer vom Zentralen Grundstücks- und Gebäudemanagement der Stadt.
"Wir sind nur der Abholer"
Am angekündigten Termin wird der Sperrmüll dann mitgenommen. Allerdings nur bestimmte Sachen, keine Elektrogeräte, kein Eisen und auch keine kleineren Müllmengen, die ohne Weiteres in der Mülltonne Platz hätten. Das Problem hier: der Müll wurde nicht sortiert bereitgestellt, sodass die Müllmänner ihn nicht mitnahmen.