Man könnte meinen, ein Jahr, das von einer Pandemie geprägt ist, sei ein Jahr des Stillstands. Aber für Forchheim gilt das mitnichten!

Während sich die ICE-Trasse kontinuierlich ihren Weg durch Forchheim und die angrenzenden Kommunen bahnt, tun sich in der Stadt mehrere Baustellen auf. Eine wichtige und über Jahre hinweg geplante und diskutierte Baustelle feierte im August das Richtfest: Der ATSV kann endlich die neue Wirkungsstätte errichten. Dem Umzug scheint nun nichts mehr im Wege zu stehen.

Ein großes Problemkind 2020: der Kellerwald. Nicht nur weil es kein Annafest gab, auch ansonsten war das Kellerwald-Jahr turbulent. Die Bevölkerung war aufgerufen, sich mit "Meine Keller-Idee" bei der Stadt zu melden und an einem neuen Konzept mitzuarbeiten. Das Zielbild "Kellerwald 2030" sollte bei einer zweitägigen Gesprächs- und Dokumentationstour durch den Wald erarbeitet werden. Aber auch die Geländer im "größten Biergarten" waren 2020 häufiges Thema; eine Vorort-Begehung inklusive. Schließlich entschied man sich im Stadtrat für eine Variante, die noch keiner in echt gesehen hatte.

Kultur-Katastrophe

Einsturzgefahr! Das Kolpinghaus machte in den vergangenen Jahren bereits oft von sich reden. Heuer aber sorgte die Eilmeldung, dass das Kolpinghaus aufgrund eines Schädlingsbefalls einsturzgefährdet sei, besonders für Wirbel. Denn eigentlich war alles ganz anders geplant gewesen: In diesem Sommer wollten Stadtrat und -verwaltung festlegen, wie und wann das historische Gebäude als Kulturzentrum in Betrieb genommen wird. Im Herbst sollte der Umbau beginnen. Daraus wurde nichts.

Dafür begann endlich die Sanierung des historischen Rathauses. Im Juni hatte man sich noch Gedanken darüber gemacht, wie der Weihnachtsmarkt trotz Großbaustelle funktionieren könnte, doch diese Gedanken waren bald obsolet. Auch wenn der Sanierungsprozess nun begonnen hat, rund läuft noch lange nicht alles. Der aktuelle Stand: Die Kosten steigen auf 23,3 Millionen, der Bau verzögert sich.

Besser im Plan ist dafür der Erweiterungsbau bei Siemens Healthineers im Forchheimer Süden. Dort nimmt das High-Energy-Photonics-Center Gestalt an. Künftig werden an diesem Standort Hochleistungsröntgenröhren und Generatoren hergestellt. Es entstehen mehrere hundert Arbeitsplätze. Die feierliche Grundsteinlegung im November musste coronabedingt abgesagt werden, los ging es trotzdem. Die Fertigstellung ist für Ende 2022 geplant.

Bereits fertig aufgestellt ist das Kunstwerk auf dem "Kersbacher Kreisel" . Selten spaltete eine Installation auf einem Kreisverkehr die Menschen so sehr wie das Kunstwerk von Harald Winter. Von "Verschwendung von Steuergeldern" bis zu "absolutem Alleinstellungsmerkmal für die Region" waren alle Echos zu hören. Vergessen wird es auf jeden Fall so schnell nicht.

Lange Vergessenes wurde dafür bei mehreren Baustellen im innerstädtischen Bereich gefunden. An mehreren Stellen machten archäologische Grabungen alte Stadtgeschichte sichtbar. So wurden zum Beispiel alte Teile der Stadtmauer gefunden.