Erfolg für Forchheimer Schülerinnen bei "Schreib für Hanau"-Wettbewerb
Autor: Redaktion
Forchheim, Montag, 16. Februar 2026
Zwei Schülerinnen der Forchheimer Ritter-von-Traitteur-Mittelschule waren mit ihrem kreativen Beitrag bei einem bundesweiten Wettbewerb zum Thema Rassismus erfolgreich.
Die Klasse 8cM der Forchheimer Ritter-von-Traitteur-Mittelschule nahm an dem Wettbewerb "Schreib für Hanau" teil, der von der "Initiative kulturelle Integration" ausgeschrieben wurde. Ziel der Aktion war es, dass sich die Schüler am Beispiel des Attentats von Hanau, verübt am 19. Februar 2020, mit Übergriffen auf Migranten auseinandersetzten und sich klar machten, welche Grausamkeiten Rassismus und Rechtsextremismus auslösen können.
"Ihnen wurde dabei klar, dass die Schulgemeinschaft dazu beitragen kann, intolerante Gedanken im Keim zu ersticken, indem Demokratie gelebt wird und andere Kulturen und Ansichten integriert werden", heißt es in einer Pressemitteilung der Schule. Die Schüler der 8cM überlegten sich mit ihrer Klassenleiterin Frau Strijewski demnach, was konkret an der Ritter-von-Traitteur-Mittelschule bereits geleistet und in Zukunft verbessert werden sollte, so dass es erst gar nicht zu Hass und Diskriminierung kommen kann. Die Gedanken wurden in Form von Aufrufen, Haikus, Elfchen und Akrostichons niedergeschrieben und an die Wettbewerbskommission geschickt.
"Was bleibt ist Trauer!"
Der Beitrag von Ela Altuntas und Khadija Khudiyeva, "Was bleibt ist Trauer", wurde von der Jury in Berlin ausgewählt. Das bedeutete, dass sich der Aufruf und die Gedichte der beiden Schülerinnen der Ritter-von-Traitteur-Mittelschule, geschrieben im Rahmen des Deutschprojektes "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage", unter den 11 ausgewählten Beiträgen Deutschlands befanden. Die Schülerinnen mit sechs Begleiterinnen aus der Klasse, ihrer Klassenleiterin, Frau Strijewski, und der Konrektorin, Frau Jacob, wurden von der "Initiative kulturelle Integration" drei Tage nach Berlin eingeladen, um dort der Veranstaltung in der Staatsbibliothek zu Berlin unter dem Motto "Schreib für Hanau! Deine Worte für Zusammenhalt in Vielfalt", beizuwohnen.
Am ersten Abend fand bereits ein Empfang statt, an dem die Organisatoren und Unterstützer der Initiative vorgestellt wurden. Henrik Szanto, der Moderator und Spoken Word-Künstler, stellte die Referentinnen für kulturelle Integration, Maren Ruhfus, Sina Rothert und den Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates Olaf Zimmermann vor. Im Anschluss sprach Sepril Temiz Unvar, die Gründerin der Bildungsinitiative Ferhat Unvar, die ihren Sohn beim Attentat von Hanau verloren hatte.
Karim El-Helaifi berichtete über das postmigrantische Netzwerk e.V und den Verein für Schülerpatenschaften in Deutschland, der neu angekommene Migranten unterstützt. Den Abschluss bildete Frau Sanem Kleff, die Direktorin von "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage", die ausführte, wie man sich als Schüler gegen den Rassismus stellen kann.
Abend im Wilhelm-von-Humboldt-Saal "Höhepunkt der Veranstaltung"
Am nächsten Tag besuchten die Schülerinnen einen Antidiskriminierungsworkshop unter der Leitung der Bildungsinitiative Ferhat Unvar zum Thema Integration und kulturelle Vielfalt. Hier erfuhren die Mädchen Einzelheiten über die Schicksale der Opfer von Hanau. Der Abend im Wilhelm-von-Humboldt-Saal bildete den "Höhepunkt der Veranstaltung". Schulen aus den verschiedenen Bundesländern präsentierten ihre kreativen Beiträge. "Begrüßt wurden die Schüler von Prof. Dr. Achim Bonte, dem Generaldirektor der Staatsbibliothek zu Berlin und Herrn Olaf Zimmermann, die betonten, wie gelungen die Prosatexte, Gedichte und Poetry Slams der Jugendlichen wären, da sie auf verschieden Art und Weise das Thema Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierungen aller Art beleuchteten", heißt es in der Mitteilung der Ritter-von-Traitteur-Mittelschule.
Weitere Grußworte, die die Wichtigkeit der gelebten Demokratie betonten, sprachen Dr. Robin Mishra, Abteilungsleiter für Erinnerungskultur der Bundesregierung für Kultur und Medien, Frau Maike Finnern, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und Frau Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands. Nun folgten Lesungen wie "Das hättest du sein können!", ein Poetry Slam zum Thema Homosexualität und Ausgrenzung "Einfach nur normal", eine Ausführung zur noch immer bestehenden Diskriminierung der Frau und ein Vortrag eines türkischen Mädchens, der beschrieb, wie sich Deutsche einen gut integrierten Migranten vorstellen - "Eine von den Guten".