Egal, wer der neue Oberbürgermeister von Forchheim wird, der "wahre Regent", Comic-König Forch, nimmt vorsorglich jeden Kandidaten schon mal in die Pflicht.
Mit Freuden verfolgt seine königliche Hoheit der Forch den Wahlkampf um das Amt des Bürgermeisters! Wer wird es am Ende werden? Wer wird als Stellvertreter seiner Durchlaucht die Geschicke der Stadt mitlenken dürfen? Wird derjenige zum Oberbürgermeister gesalbt, der die meisten Wahlplakate oder die meisten Youtube-Klicks hat?
Seine Majestät fühlt sich mit Verzückung an die Blütezeit dieser Stadt erinnert, in der sich einst stolze Ritter im Turnier maßen. Doch, so stellt seine Hoheit enttäuscht fest, wird die Eignung zum hohen Amte heute an anderen Tugenden festgemacht als damals. So schlagen sich die Bewerber nicht mehr mit Holzknüppeln auf den Kopf, um zu sehen, wer aus härterem Holz geschnitzt ist. Sie messen sich auch nicht im Kampfe vor den Augen des Volkes, stattdessen setzen sie sich - einer Art Minnewettstreit gleich - auf ein Podium und tragen auswendig gelernte Gedichte vor.
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Diese reimen sich zwar nicht, haben aber zum Ziel, die eigenen Fähigkeiten übertrieben flunkernd zum Besseren zu verklären, nicht ohne die übrigen Mitstreiter ab und zu gekonnt durch einen schnippischen Kommentar zu missbilligen.
Doch nicht nur das - statt, sich selbst mit der Laute begleitend, die Gunst der Weiblichkeit mit Liebesliedern zu erlangen, verteilt man lieber wahllos Rosen zum Valentinstag an die weibliche Wählerschaft. Ach, wie schön waren doch die alten Zeiten, wenn zum Turnier geblasen wurde und die ganze Stadt voller bunter Banner aus aller Herren Länder hing! Sämtliche Fenster wurden geschmückt, Blumen und Girlanden erstrahlten in jedem Winkel der kleinen Forchheimer Gässchen! Flaggen und Fahnen verwandelten die Stadt in ein Meer aus wehenden, leuchtenden Farben! Stattdessen blicken wir zum aktuellen Zeitpunkt auf tausende Schürrs, Kirschsteins, Hümmers und Backers aus Pappe.
Ach, wie sehr wünscht sich seine königliche Hoheit die alten Zeiten zurück - zumindest ein bisschen.
Seine königliche Hoheit ist allerdings erfreut darüber, dass alle vier Kandidaten dem Forch bereits die Treue bekundet haben. Natürlich ist die Salbung zum Oberbürgermeister auch an Bedingungen geknüpft, die seine königliche Hoheit hiermit offiziell stellt.
Untertan Faxe Backer betont immer wieder, wie sehr ihm die wunderschönen und teils verwahrlosten Parkanlagen unserer wunderschönen Heimatstadt am Herzen liegen. Er versichert, dass er diese aufwerten und kulturell besser nutzen will. Der Forch freut sich sehr darüber! Er erwartet nicht nur einen Umbau seines Wohnsitzes, dem Saltorturm, zur stattlichen Residenz, sondern kommandiert Backer zum Putzen des Stadtparks ab.
Ein guter Bürgermeister geht mit gutem Beispiel voran!
Uwe Kirschstein hat untertänigst versichert, dass er, im Falle seiner Oberbürgermeisterschaft, für eine Neue Krone seiner königlichen Durchlaucht sorgen möchte. Hier gilt allerdings zu beachten: Kronen sind aus Gold, und Kronen sind teuer! Die Kassen der Stadt sind leer und für eine angemessene Kopfbedeckung seiner Hochwürden würde es wohl kaum reichen. Dennoch ein sehr ehrgeiziges Ziel, welches der Forch hiermit zur Bedingung macht!
Manfred Hümmer freut sich immer wieder, wenn er betonen kann, wieviele Anträge er bereits im Stadtrat eingebracht hat. Seine königliche Majestät möchte diesen Eifer würdigen und belohnen! Er hat, eifrig wie er ist, sämtliche Hümmerschen Anträge schriftlich zusammengefasst und bittet Oberbürgermeister Hümmer, wenn es dazu kommen sollte, diese vor Amtsantritt auf Vollständigkeit
und Richtigkeit zu prüfen. Außerdem erbittet seine Hoheit eine gedruckte und in Schweinsleder gebundene Ausgabe für die königliche Bibliothek.
Untertan Schürr hat eine schöne Hochglanzbroschüre gedruckt, welche auch zu seiner königlichen Hoheit in den Saltorturm flatterte. Majestät ist erstaunt und erfreut über so viele Talente! Ein Bürgermeister, der gleichzeitig das Volk unterhalten kann ist einzigartig. Deshalb erwartet der Forch regelmäßig spannende Sportwettkämpfe, interessante Vorträge über mitreißende Bergwanderungen, häufige Gesangseinlagen sowie zünftige Blasmusikdarbietungen. Das alles bei gleichzeitiger oberbürgermeisterlicher Kinderbetreuung, versteht sich.
Alles in allem - und ohne Sarkasmus und Ironie - drückt der Forch allen Kandidaten gleichermaßen die Daumen.
Möge der gewinnen, der mehr Wählerstimmen erhält!
Vier Aufträge und was daraus wurde
Kunst Die Kandidaten durften sich unlängst ein Motiv mit dem Forchheimer Comic-König Forch wünschen. Die Antworten haben wir dem Forch-Zeichner Simon Michael vorgelegt - nicht alle Aufträge hat er wörtlich umgesetzt, sondern sich seine künstlerische Freiheit genommen. Hier die Bildwünsche der vier Bewerber.
Schürr Den Forch im Wahllokal, der sein Kreuz ganz oben macht :-)
Kirschstein Ich habe für den Forch eine glänzende, neue Krone anfertigen lassen, die ich ihm dann als Ersatz für seine Tucher-Krone überreiche - als Zeichen für den echten Neuanfang in Forchheim.
Backer Die Mitglieder des Stadtrates
stehen auf einem großen Gerüst und reinigen mit mir zusammen und unter meiner Aufsicht unsere schöne Stadtmauer.
Hümmer Eine Darstellung, in der der Forch als der wahre Regent unserer Stadt mir seine Gunst erweist, in dem er mir im Rathaus den Amtseid als OB abnimmt, während im Hintergrund der Rathauspöbel meinen Mitbewerbern unter dem Tisch die Schnürsenkel verknotet.