Gerade bei den derzeit kalten Temperaturen ist das Bistro am Forchheimer Bahnhof unter den Zugpendlern sehr beliebt. Zum Beispiel am Montag: Eine Bahn hatte Verspätung, statt am Gleis zu frieren können sich die Gäste in dem kleinen Laden "shop'n go" im Bahnhofsgebäude aufwärmen und einen Kaffee zur Überbrückung kaufen. Der englische Name "shop'n go" heißt auf Deutsch etwa "Einkaufen und weitergehen". Das Forchheimer Bahnhofs-Bistro verkauft auch Gebäck, Kaffee, Getränke, kleine Leckereien und Tabakwaren. Doch nicht mehr lange.

Laden schließt Ende Januar

Auf mehreren roten Aushängen verkündet der Betreiber Dieter Fischer, dass "shop 'n go" seinen Betrieb in Forchheim zum 31. Januar 2019 einstellen wird. "Unser Pachtvertrag mit der Deutschen Bahn wurde nicht verlängert", bestätigt auf Nachfrage eine Mitarbeiterin telefonisch. Der Laden öffnete 2002 zeitgleich zur Sanierung der Bahnhofshalle in Forchheim. In knapp sechs Wochen schließt nun das Eckbistro, das die Bahngäste sowohl direkt von Gleis 1 als auch oberhalb der Treppe der neu gebauten Bahnhofsunterführung betreten konnten. Das Bistro muss weichen, weil die Deutsche Bahn eigene Pläne mit den Bahnhofsräumen hat.

"Die Deutsche Bahn plant für den Bahnhof Forchheim einen ,DB-Servicestore', deshalb wurde der Pachtvertrag nicht mehr verlängert", verrät ein Bahnsprecher auf Nachfrage. Dabei handelt es sich um eine Art Kiosk, das DB unter eigenem Namen zusammen mit Franchisepartnern betreibt (siehe Infobox). Der "Servicestore" soll im ersten Halbjahr 2019 eröffnet werden. Zu dem künftigen Franchisepartner und dem Warensortiment des neuen Kiosks am Forchheimer Bahnhof machte er keine Angaben. Die "DB-Servicestores" bieten in der Regel unter anderem Backwaren, heiße und kalte Getränke, Tabakwaren, Zeitungen und Zeitschriften an. Dort werden auch Bahntickets für den Nah- und Fernverkehr verkauft. Zu eventuell geplanten Umbaumaßnahmen lägen derzeit noch keine Informationen vor, so der Bahnsprecher.

Anerkennung der Attraktivität

Der Forchheimer Wirtschaftsförderer Viktor Naumann begrüßt, dass die Deutsche Bahn mit dem neuen "Servicepoint" die Attraktivität des Standorts Forchheim anerkennt. "In Forchheim haben wir viele Pendler. Durschnittlich pendeln 2800 Personen mehr in die Stadt hinein als heraus", betont Naumann. Deshalb sei es auch gut, einen neuen modernen Bahnhof zu haben. "Wenn so ein großes Unternehmen wie die Deutsche Bahn nun Forchheim in sein eigenes Dienstleistungsportfolio aufnimmt, dann spricht das für die wirtschaftliche Dynamik der Stadt."

Infobox: Das erwartet die Zuggäste bald am Forchheimer Bahnhof

Angebot Der "DB-Servicestore", der im kommenden Jahr in Forchheim eröffnen soll, ist ein sogenanntes "Convenience Store"-Konzept. Darunter versteht man eine Art Mischwaren-Ladengeschäft. In den "DB-Servicestores" werden unter anderem Backwaren, heiße und kalte Getränke, Tabakwaren, Zeitungen und Zeitschriften bis hin zu Fahrkarten für den Nah- und Fernverkehr angeboten. Das Angebot ist aber abhängig vom jeweiligen Standort.

Standorte Das 1998 gegründete Franchisekonzept "ServiceStore DB" verfügt aktuell über mehr als 100 Standorte in mittelgroßen Bahnhöfen sowie innerstädtischen Regionalbahnhöfen in ganz Deutschland. In Bayern befinden sich "DB-Servicestores" unter anderem in Schweinfurt, Treuchtlingen, Donauwörth, Schwabach, Neu-Ulm, Olching, Holzkirchen, Markt Schwaben, Puchheim, Germering, Unterpfaffenhofen, Erding, Altenerding und Buchloe. Das Konzept hat derzeit eine gesamte Verkaufsfläche von rund 10 000 Quadratmetern.

Partner Die Deutsche Bahn sucht dafür Unternehmer als Franchisepartner, die die "Servicestores" betreiben. Dabei handelt es sich um sogenannte "Multi-Franchises für Unternehmen mit hoher Investitionsbereitschaft". Bis 2021 plant die Deutsche Bahn deutschlandweit 250 "Servicestores" zu eröffnen.