Anwohner in Schellenberg kämpfen für längere Tempo-30-Zone
Autor: Karl-Heinz Wirth
Schellenberg, Donnerstag, 19. April 2018
Bei einem Ortstermin in Schellenberg machten Anwohner klar, warum sie die Tempo-30-Zone ausgeweitet haben wollen.
Es ist ein emotionales Thema, das die Bürger in Schellenberg umtreibt: Tempo 30. Die Bergstraße bis zur Einmündung Kirschenstraße wurde schon als 30er-Zone ausgewiesen.
Geschwindigkeitsbeschränkungen sind ein Mittel zur Verringerung von Unfallrisiken im Straßenverkehr und zur Steigerung der Wohn- und Lebensqualität, dachten sich Barbara Häfner und Raimund Mehl. Sie stellten den Antrag an die Gemeinde Kleinsendelbach, in Weiterführung von der Bergstraße für die Etlaswinder Straße ebenfalls eine Zone 30 auszuweisen. Die Begründung lautet, dass Autofahrer aus Etlaswind kommend sich nicht an die innerhalb geschlossener Ortschaften vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h halten, mit überhöhter Geschwindigkeit in den Ort fahren und dabei Kinder und Fußgänger erheblich gefährden.
Dieser Antrag wurde zwar vom Gemeinderat positiv beschieden, allerdings von der zuständigen Fachbereichsleiterin Straßenverkehr Petra Dittrich abgelehnt. Nachdem der Antrag 2015 sowie auch 2017 keinen Erfolg zeigte, hatten die Antragsteller um einen Ortstermin mit dem Forchheimer Landrat Herrmann Ulm (CSU), Sachgebietsleiterin Petra Dittrich, Dieter Els (zuständig für die Kreisstraßen) und Bürgermeisterin Gertrud Werner (UWG) gebeten.
Zahlreiche Anwohner
Zahlreiche Anwohner der Etlaswinder Straße waren zum Ortstermin erschienen, um mit Argumenten die Behördenvertreter von der Notwendigkeit der 30er-Zone zu überzeugen. Entscheidend, erklärte Dittrich den Anwohnern, sei, dass für die Beschränkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h immer ein konkreter Grund vorliegen muss. Der sei im vorliegenden Fall nicht vorhanden, sagte sie. Bei jeder verkehrsrechtlichen Anordnung müsse geprüft werden, ob Besonderheiten vorliegen, erläuterte Dittrich. "Ich kann nachvollziehen, dass sie sich um ihre Kinder sorgen, doch wir vollziehen nur Gesetze, die ich nicht gemacht habe", sagte sie.
"Wir wollen doch nur mehr Sicherheit für die Kinder und für uns", appellierte Mehl an die Verantwortlichen. Dieter Els wies darauf hin, dass Tempo-30-Zonen auf Bundes-, Landes- und Kreisstraßen generell nicht möglich sind, da diese dem überörtlichen Verkehr dienen.
Landrat Hermann Ulm schlug vor, nicht eine Diskussion zu führen darüber, was nicht möglich sei, sondern auszuloten, was möglich sei, um die Geschwindigkeit in der Etlaswinder Straße herauszunehmen. "Welche Möglichkeiten gibt es, den Verkehr auszubremsen", fragte er. Könnte man nicht ein 30er-Schild probeweise für ein Jahr anbringen, fragte Raimund Mehl. Dies sei leider nicht möglich, erklärte Dittrich. "Wir können die kommunale Verkehrsaufsicht vermehrt den Verkehr überwachen lassen", schlug Bürgermeisterin Werner vor. Ergänzend, meinte Dittrich, würden die Standorte der Ortstafeln und 30er-Schilder optimiert. Ansonsten bleibe die bisherige Geschwindigkeitsregelung bestehen.
Tempokontrollen
"Im Vorfeld dieses Ortstermins hat es schon Geschwindigkeitskontrollen und Verkehrszählungen in diesem Bereich gegeben", berichtete Werner, "die jedoch keine gravierenden Ergebnisse zutage brachten."" Heute Morgen habe ich von 6 bis 8 Uhr 30 Autos gezählt", sagte Anwohner Werner Schmitt.
Das Thema 30 wird auch weiterhin in der Gemeinde kontrovers diskutiert werden, treffen doch unterschiedliche Interessen und Gegebenheiten aufeinander. Auf der einen Seite soll die allgemeine Lebensqualität und Verkehrssicherheit so hoch wie möglich sein, auf der anderen Seite die Mobilität der Bürger nicht behindert werden.