Festwetter vom Allerfeinsten, gemütliche Sitzgelegenheiten unter schattenspendenden Bäumen mit Blick auf in wildromantische Sandsteinfelsen gehauene alte Keller, dazu Essen und Trinken bei geselligem Zusammensein mit toller Unterhaltungsmusik - diese Formel kann in der jetzigen Zeit vor allem nur eines bedeuten: Kirschenfest in Pretzfeld.

Der Besucher kann den herrlichen Ausblick ins Wiesenttal mit Walberla, Vexierkapelle Reifenberg oder auf die 2500 Einwohner zählenden Marktgemeinde Pretzfeld von höherer Warte aus, dem Kellerberg, genießen. Zwar ist die Kirschenernte noch nicht beendet, ein Grund, das "rote Gold der Fränkischen Schweiz" auf dem Kirschenfestgelände zu feiern, ist sie allemal.


Ein Lob an die Kirschbauern

Zum 47. Mal jährt sich dieses in der Ära des heutigen Altbürgermeisters und Ehrenbürgers Franz Och gegründete Fest. In ihrer Begrüßung verwies Bürgermeisterin Rose Stark (Ökologen) auf die Familien, die den Kirschenanbau betreiben. So meinte sie: "Die Erzeuger erfreuen uns mit ihrer Arbeit nicht nur mit dem Genuss der Süßkirschen und den daraus hergestellten Getränken, sondern sorgen auch dafür, dass im Frühjahr während der Kirschblüte viele Besucher von der Fränkischen Schweiz begeistert sind." Ihre poetische Ader zeigte die Bürgermeisterin: "Nun lasst uns feiern, tanzen, singen, die Gläser hoch, Musik erklingen. "

2013 hatte die Kirschenkönigin Marina I. (Fink) ihren ersten großen Auftritt beim Kirschenfest. Seither hat die 28-jährige Weilersbacherin bei ihren 55 Terminen viel erlebt. "Besonders hat es mich gefreut, dass ich in Stöckach bei der Filmpräsentation über die Kirschenregion dabei sein konnte", sagte Marina I. Dass sie auch in diesem Jahr ihren hoheitlichen Prolog sprechen durfte, ist der durch Landrat Hermann Ulm (CSU) ausgesprochenen Amtszeitverlängerung um ein Jahr zu verdanken.


Herrscher über 300 Sorten

Marina I. und ihre Stellvertreterin Elisa I. (Hänfling) herrschen über 300 Kirschsorten, unter denen als "Sorten-Königinnen" "Burlat" (dunkelrote Herzkirsche), "Schneiders" (spätreifende Knorpelkirsche) oder "Kordia" (dunkelrot bis violettschwarz, sehr saftig und süß) angesehen werden können.

In ihrer Hommage für die Kirschen verkündete deren Königin: "Mal gelb, mal rot und fast schwarz kann sie sein, und zum Essen ist sie wahrlich fein. Sie wissen sicher, wen ich mein, es kann ja nur die Kirsche sein."

Schwungvoll sorgten die Leutenbacher Musikanten für den Festauftakt. Genau so schwungvoll, jedoch nicht wirklich, wollte der Bieranstich klappen. An diesem brisanten Akt versuchte sich der sonst im Umgang mit dem Klüpfel doch sehr sichere Zweite Bürgermeister Walther Metzner (WPA). Ein Hieb - und zur Überraschung aller Beteiligten spritzte schon das Bier, das aber zunächst nicht gleich den direkten Weg in die bereitgestellten Krüge fand.

Nach dem Fassanstich feuerte Kanonier Rudolf Wild drei Böller ab, mit denen das Kirschenfest eröffnet war. Den katholischen Festgottesdienst am Sonntag auf den Kellern, zu dem etwa 200 Gläubige gekommen waren, hielt Pfarrer Florian Stark. Der Ökumenische Kreis formulierte die Gebete und Fürbitten.

Beim anschließenden Frühschoppen sorgte die Blaskapelle des Musikvereins Pretzfeld unter der Leitung von Grabietz Wojciech mit ins Ohr gehender Unterhaltungsmusik für gute Laune. Nach dem von Festwirt Wolfgang Römer bereitgestellten Mittagstisch gestalteten am Nachmittag die Regnitz-Musikanten das Programm.


Heute geht es weiter

Der Montag beginnt ab 11 Uhr mit dem Kesselfleischessen. Am Abend spielen die "Calimeros" auf. Der Fest-Dienstag beginnt ab 14 Uhr mit dem Familiennachmittag (verbilligte Preise) mit Kinderschminken und Gasluftballons. Die Unterhaltungsmusik der Weilersbacher Musikanten wird ab 18 Uhr mehr die Erwachsenen erreichen. Zum Ausklang wird am Mittwoch der Pretzfelder Musikverein das Ende des Kirschenfestes musikalisch begleiten.