In Workshops hatten die Bürger schon vor vier Jahren Ziele erarbeitet, Stärken und Schwächen aufgezeigt, um ihre Dörfer für die Zukunft fit zu machen. Diese Chance haben die drei großen Ortsteile der Gemeinde Pommersfelden im Rahmen des ISEK (Integriertes städtebauliches

Entwicklungskonzept), einem Bund-Länder-Programm der Städtebauförderung. Im Oktober letzten Jahres wurden vom Würzburger Planungsbüro die vorbereitenden Untersuchungen vorgestellt. Jetzt ging es in der jüngsten Gemeinderatssitzung darum, den Sambacher Ziegelberg noch zusätzlich in den Sanierungsbereich aufzunehmen.

Historisch gewachsene Ortsachse

Bürgermeister Gerd Dallner und seine Verwaltung untermauerten dies damit, dass der Ziegelberg "eine historisch gewachsene Ortsachse" und als solche "untrennbar mit dem Ort verbunden" sei. Sehr zur Freude des Ratsgremiums wurden die Argumente nun auch anerkannt.

Die Straße bis zum Sportgelände sei in das Plangebiet der Städtebauförderung aufgenommen worden, gab Bürgermeister Dallner in der Sitzung bekannt. Er sieht dadurch die Chance, die historisch gewachsene Verbindung städtebaulich aufzuwerten. Als Beispiel nannte er die Sanierung der vorhandenen Felsenkeller, wie auch die Straßen- und Gehweggestaltung.

Grundsätzlich beschränken sich die Sanierungsbereiche der Städtebauförderung zunächst auf die Altorte. Im Pommersfeldener Rathaus war man jedoch der Meinung, dass der Ziegelberg nicht nur einen "tief verwurzelten Ursprung" im Dorf hat, sondern auch in der "emotionalen Wahrnehmung der alteingesessenen Bürger" einen wichtigen Platz einnimmt.

Dass noch bis nach dem 2. Weltkrieg auf dem Berg eine Ziegelei betrieben wurde, die zu einem landwirtschaftlichen Anwesen in der Hauptstraße gehörte, ist nur eines der Argumente, mit der die Historie des Ziegelberges belegt werden konnte. Entlang der "zentralen Wegachse" habe es einst zwei Kegelbahnen sowie einen bewirtschafteten Keller gegeben. Die Felsenkeller entlang der Straße waren für die Dorfbevölkerung einst von großer Bedeutung. Heute werde die Achse zwischen der Hauptstraße und dem Gelände am Ziegelberg von allen Ortsbewohnern intensiv genutzt. Dallner sieht sogar Potenzial für Mehrgenerationenprojekte und Gemeinschaftstreffpunkte am Ziegelberg.

Die Argumente aus dem Rathaus fruchteten: Sowohl die Regierung von Oberfranken als auch das Planungsbüro signalisierten "grundsätzliches Einverständnis" zur Aufnahme des Ziegelbergs in das Programm. Auch der zum Altort gehörende Sambacher Friedhof wurde in das Sanierungsgebiet einbezogen.

In der Sitzung segneten die Räte einstimmig die vom Würzburger Büro Holl/Wieden ausgearbeitete Untersuchung für das Plangebiet Sambach ab. Für den Ortsteil Pommersfelden wurde über den gleichen Verfahrensschritt bereits im Herbst Beschluss gefasst.

Etwas verzögert wird zudem noch der Ortsteil Steppach folgen. Da in Steppach die Dorferneuerung noch nicht komplett abgeschlossen ist, zwei Verfahren gleichzeitig aber nicht möglich sind, sei man noch "formell gefangen", erklärte der Bürgermeister. Er hofft jedoch, dass die Untersuchungen noch in der ersten Jahreshälfte des laufenden Jahres auf dem Tisch liegen.

Unterlagen online einsehbar

Der Bürgermeister bedauerte, dass die im Städtebauprogramm übliche Bürgerbeteiligung bedingt durch die Pandemie derzeit nicht stattfinden könne. Die Unterlagen wurden daher zur Einsicht für die Bürger auf die Homepage der Gemeinde gestellt.