Wie groß ist der tote Winkel? Der ADAC Nordbayern macht das in Röttenbach deutlich

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Dafür, wie groß der tote Winkel eines LKW tatsächlich ist, sollen die Grundschüler beim Trainingsprogramm des ADAC ein besseres Gefühl bekommen. Foto: Mirjam Stumpf
Dafür, wie groß der tote Winkel eines LKW tatsächlich ist, sollen die Grundschüler beim Trainingsprogramm des ADAC ein besseres Gefühl bekommen. Foto: Mirjam Stumpf
André Helwig vom ADAC verwendet viele plastische Beispiele, um den toten Winkel zu erklären. Foto: Mirjam Stumpf
André Helwig vom ADAC verwendet viele plastische Beispiele, um den toten Winkel zu erklären. Foto: Mirjam Stumpf
 
Die Schülerinnen lehnen sich ausnahmsweise im toten Winkel an das Feuerwehrauto an. Foto: Mirjam Stumpf
Die Schülerinnen lehnen sich ausnahmsweise im toten Winkel an das Feuerwehrauto an. Foto: Mirjam Stumpf
 
Der tote Winkel eines LKW ist größer, als manche denken. Foto: Mirjam Stumpf
Der tote Winkel eines LKW ist größer, als manche denken. Foto: Mirjam Stumpf
 
Der tote Winkel eines LKW ist größer, als manche denken. Foto: Mirjam Stumpf
Der tote Winkel eines LKW ist größer, als manche denken. Foto: Mirjam Stumpf
 
Erwin Miller zeigt Schülerin Alica, wie viel man als Fahrer des Wagens sieht. Foto: Mirjam Stumpf
Erwin Miller zeigt Schülerin Alica, wie viel man als Fahrer des Wagens sieht. Foto: Mirjam Stumpf
 
Ob der Fahrer die Kinder vor dem Auto wohl wahrnehmen kann? Foto: Mirjam Stumpf
Ob der Fahrer die Kinder vor dem Auto wohl wahrnehmen kann? Foto: Mirjam Stumpf
 
Wer auf der gelben Plane steht, kann vom Fahrer des Wagens nicht gesehen werden. Foto: Mirjam Stumpf
Wer auf der gelben Plane steht, kann vom Fahrer des Wagens nicht gesehen werden. Foto: Mirjam Stumpf
 
André Helwig (rechts) erklärt die Bereiche, in denen der Fahrer die Kinder nicht sehen kann. Foto: Mirjam Stumpf
André Helwig (rechts) erklärt die Bereiche, in denen der Fahrer die Kinder nicht sehen kann. Foto: Mirjam Stumpf
 

Der ADAC Nordbayern setzt sich für die Verkehrserziehung an Schulen ein. Für jede Klassenstufe gibt es ein altersgerechtes Programm.

Es passiert jeden Tag. Wuchtige LKW stehen neben deutlich ungeschützteren Fahrradfahrern an der Ampel. Da der Fahrer des Kraftfahrzeugs den Radler in manchen Winkeln nicht sehen kann, passieren oft schwere Unfälle.

Der ADAC Nordbayern richtet sich deshalb mit seinem Verkehrssicherheitsprogramm "Toter Winkel - Todes Winkel" an Schüler der 3. und 4. Jahrgangsstufe. Das Programm ist praxisorientiert, um den Kindern anhand plastischer Beispiele die tatsächlichen Dimensionen dieser Gefahr im Straßenverkehr zu verdeutlichen.

"Wie viel die einzelnen Klassen schon über den toten Winkel wissen, ist unterschiedlich", sagt André Helwig, einer der beiden Leiter. Die Klasse 4b der Grund- und Mittelschule Röttenbach ist schon einigermaßen fit, was das Thema betrifft. "Ein toter Winkel ist zum Beispiel, wenn ein LKW nach links abbiegt", weiß Grundschülerin Zozan. Klassenkameradin Lia ergänzt, das sei der Bereich, in dem der Fahrer einen nicht sehen kann.

Mit Beispielen aus dem täglichen Schulalltag macht Helwig den eigentlich unsichtbaren toten Winkel konkret. Gemeinsam legen die Kinder im Feuerwehrhaus mithilfe einer Schnur und eines Blicks in den Fahrzeugspiegel die Fläche des toten Winkels mit einer Folie aus. Fast die gesamte linke Seite des Einsatzwagens, der als Beispielauto gelten soll, ist plötzlich abgedeckt.

Anschließend dürfen die Kinder noch selbst in die Rolle des Fahrers schlüpfen. Helwigs Kollege Erwin Miller fragt dabei jeden einzelnen, durch welche Spiegel er die Mitschüler noch sehen kann, die sich um das Feuerwehrauto platziert haben.

Die Übungen zeigen Wirkung

Welches Fahrzeug als Beispiel für das informative Programm verwendet werde, hänge vom jeweiligen Ort ab. In diesem Fall ist es der einsatzbereite Wagen der Feuerwehr Röttenbach, manchmal sei es auch der Schulbus auf dem Pausenhof, so Helwig. Hauptsache groß, denn von LKW und Bussen gehe am meisten Gefahr aus, im Straßenverkehr übersehen zu werden. "Ein Toter-Winkel-Spiegel ist inzwischen eigentlich Pflicht, aber den haben noch nicht alle Fahrzeuge", sagt er.

Klassenlehrerin Anna Kätscher kann bestätigen, dass die Kinder von den anschaulichen Übungen profitieren. Im vergangenen Jahr habe die Klasse schon einmal an dem Angebot teilgenommen. "Die Schüler haben sich alles gemerkt, obwohl wir es jetzt nicht wiederholt haben", sagt sie. Seit mehreren Jahren komme der ADAC eigens für dieses Programm an die Grund- und Mittelschule Röttenbach.

Viele der Kursleiter studieren wie Erwin Miller parallel Lehramt. Eine günstige Verbindung. "Es kann schon vorkommen, dass man ehemalige Kollegen später als Lehrer wiedertrifft."