Uni Erlangen: TV-Beitrag zeigt erschreckende Zustände - "katastrophal"
Autor: Manuel Dietz, Isabel Schaffner
Erlangen, Donnerstag, 12. März 2026
Das Satire-Magazin extra 3 zeigt gravierende Missstände an der Uni Erlangen. Studierende berichten von maroden Gebäuden, undichten Dächern und giftigen Schadstoffen.
Das renommierte, vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) produzierte Politiksatire-Magazin extra 3 hat in seiner Folge vom 26. Februar 2026 Missstände an der Universität Erlangen unter die Lupe genommen. Im dem im Rubrik-Format "Der reale Irrsinn" gezeigten, gut dreiminütigen Beitrag berichten Studierende von erschreckenden Zuständen in den Universitätsgebäuden.
"Das ganze Dach hier ist baufällig, hier regnet es immer wieder rein", erklärt Vincent Hennecke, Fachschaftssprecher Naturwissenschaften an der FAU, zur Situation in einer Toilette im Hörsaalgebäude des Biologikum/Physikum. Und das, obwohl die Toilette erst kürzlich saniert worden sei. Das Problem konnte dadurch jedoch offensichtlich nicht behoben werden, wie die gezeigten Aufnahmen von braunen Ablagerungen an Wänden und Boden belegen.
Uni Erlangen im Visier: "Vorlesungen, wo es uns auf den Kopf regnet"
Wie in dem Beitrag von extra 3 zu sehen ist, rinnt das Wasser auch an etlichen anderen Stellen im Gebäude durch die Decke und muss mit Eimern aufgefangen werden. "Es ist katastrophal", fasst Fachschaftssprecher Vincent Hennecke die Lage zusammen. Doch das an vielen Stellen undichte Dach im Hörsaalgebäude der Biologie und Physik sei bei weitem nicht die einzige Unannehmlichkeit für die Studierenden.
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Aushängende Sicherheitshinweise warnen schwangere und stillende Frauen zudem vor einer erhöhten PCB-Belastung bei längeren Aufenthalten im Gebäude. Die Abkürzung PCB steht für eine Gruppe giftiger, extrem langlebiger organischer Chlorverbindungen, die bis in die 1980er-Jahre als Weichmacher, Flammschutzmittel und Isolierflüssigkeiten im Bauwesen genutzt wurden und heute im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Nach Angaben der Sendung sind die bausubstanziellen Probleme an der Uni Erlangen bereits seit Längerem bekannt. Demnach war im philosophischen Seminargebäude schon 2013 ein Teil der Decke herausgebrochen und herabgestürzt.
Weil trotzdem nicht genügend Geld in die sanierungsbedürftigen Gebäude gesteckt werde, zeigen sich die Studierenden zunehmend verärgert. "Auf der einen Seite wird hundert Meter weiter ein neues Gebäude gebaut, da investiert der Freistaat Milliarden, auf der anderen Seite werden die Bestandsgebäude absolut nicht saniert", moniert Vincent Hennecke. "Die FAU hat kein Geld und es ist skandalös, dass wir hier Vorlesungen haben, wo es uns auf den Kopf regnet", ärgert sich der Fachschaftssprecher.
"Reicht nicht für vollständige Finanzierung": Uni Erlangen fehlt Geld für umfangreiche Sanierung
Nach Angaben des NDR erhält die Uni Erlangen für den Bauerhalt jährlich 6,6 Millionen Euro vom Freistaat Bayern. Notwendig wären demnach jedoch 35 Millionen Euro. Um die betroffenen Gebäude sanieren zu können, müsse man laut Bayerischem Wissenschaftsministerium "intern umschichten". Wie Hennecke berichtet, bekomme man vom Kanzlerbüro der Universität deshalb "die ganz klare Info", dass man nur noch Maßnahmen umsetzen könne, "um die Gefahr für Leib und Leben abzuwenden, und nichts anderes mehr". Auf Nachfrage hat sich die Uni Erlangen zu den Zuständen geäußert.
Wie eine Sprecherin der FAU am Dienstag (10. März 2026) gegenüber inFranken.de mitteilt, ist "für viele der sanierungsbedürftigen Gebäude bereits Ersatz geplant und auf dem Weg". Demnach belaufen sich die Investitionen des Freistaates Bayern für die Standortentwicklung der FAU insgesamt auf rund 2 Milliarden Euro. Erst kürzlich habe der Bayerische Landtag für drei Großbauprojekte grünes Licht gegeben und rund 540 Millionen Euro dafür genehmigt. Mittel für die Gebäudebewirtschaftung und den Bauunterhalt erhalte die FAU indes im Rahmen der Grundfinanzierung.