• Uni Erlangen: Geschichtsprofessor schrieb wohlwollende Schröder-Biografie
  • Krim-Annektion nur "Reaktion auf die westlichen Offensiven vor der russischen Haustür"
  • Investigativrecherchen von BR und Welt: Danach offenbar hohe Spende von Schröder-Freund

2015 erschien eine Biografie über Altkanzler Gerhard Schröder, geschrieben von Gregor Schöllgen, damaliger Geschichtsprofessor an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). Laut Recherchen von BR und der WELT soll es Anfang 2016 dann eine hohe Spende eines Schröder-Vertrauten aus Würzburg an die FAU gegeben haben. 

Spende an Uni Erlangen sorgt für Aufsehen: Ex-Geschichtsprofessor bestreitet Zusammenhang mit Schröder-Buch 

Obwohl Putin die Krim bereits annektiert hatte, soll Schöllgen diese und den inoffiziellen Krieg in der Ostukraine als "eine Reaktion auf die westlichen Offensiven vor der russischen Haustür" und jegliche Kritik an Schröders Putin-Kumpanei als "nicht haltbar" bezeichnet haben. Die Recherchen von BR und WELT hinterfragen nun, ob die eindeutig gute Darstellung des Altkanzlers vielleicht Geld- statt Wissenschaftsgründe gehabt haben könnte. 

Demnach soll die Uni Erlangen ein paar Monate nach dem Erscheinen des Buches eine hohe Spende eines Unternehmers aus Würzburg erhalten haben, heißt es. Dieser soll wiederum engen Kontakt zu Altkanzler Schröder haben und auch in Russland Geschäfte betreiben. Gerhard Schröder und Professor Schöllgen sollen laut den Recherchen auch im Kontakt über die Zahlungen gestanden haben. Auch zuvor soll es Kritik an Schöllgen gegeben haben.

So soll er Biografien als "Dienstleistungen" angeboten haben, berichtet der BR. Die Uni Erlangen habe wegen der Spende gegenüber dem Sender auf Schöllgen selbst verwiesen, Spendensummen und Namen nenne man aus Gründen der Vertraulichkeit nicht. Der mittlerweile emeritierte Erlanger Professor bestreitet auf Anfrage der beiden Medienhäuser, dass Drittmittel "Einfluss auf meine Darstellungen und Deutungen historisch-politischer Sachverhalte" gehabt hätten. Schöllgen kritisiere Schröder mittlerweile selbst wegen dessen Loyalität zu Putin trotz Angriffskrieg in der Ukraine.