Tierheim Oberndorf: Zwei Bauarbeiter werden zu Lebensrettern
Autor: Riccarda Rascher
Oberndorf, Samstag, 20. Juni 2026
Voller Fliegeneier, geschwächt und allein: Zwei Bauarbeiter entdecken ein hilfloses Katzenbaby – und handeln sofort. Wie es "William" heute geht.
"Manchmal zählt wirklich jede Minute." Mit diesen Worten beschreibt das Tierheim Obersdorf auf Facebook die Ankunft eines Katzenbabys, das in einem erschütternden Zustand gefunden wurde. Das "kleine Katzenbaby wurde voller Fliegeneier zu uns gebracht. Ein Anblick, der einem das Herz bricht." Gefunden wurde das Kätzchen am Donnerstag, 11. Juni, von zwei Bauarbeitern. Sie bemerkten das laute Schreien des Tieres - "es hatte ziemlich Hunger", erläutert eine Sprecherin gegenüber inFranken.de. Statt wegzusehen, handelten die Bauarbeiter sofort und brachten das Tier ins Tierheim. Dort war schnell klar: Für den kleinen Kater, der inzwischen "William" genannt wird, "kam die Hilfe keine Sekunde zu früh".
Aufgrund seines Zustands wird "William" aktuell nicht im Tierheim selbst versorgt, sondern lebt bei einer Sprecherin des Tierheims zu Hause. "Momentan wohnt er bei mir, da er intensivere Pflege benötigt", erklärt sie. Der gesundheitliche Zustand des Kätzchens war zunächst besorgniserregend: "Er kam mit einem eitrigen Auge und nieste viel". Beide Symptome hätten sich inzwischen deutlich verbessert. Dennoch bleibt die Situation angespannt. Besonders der anhaltende Durchfall macht den Tierpflegern Sorgen: "Untersuchungen, woran das liegt, laufen noch."
Tierheim Oberndorf: Kitten "William" braucht Pflege
Trotz der Probleme gibt es positive Entwicklungen. William hat in den vergangenen Tagen sichtbar Fortschritte gemacht. "Er ist schon ordentlich gewachsen und hat zugenommen", berichtet die Betreuerin. Auch sein Verhalten stimmt vorsichtig optimistisch: "Gerade schläft er viel auf meiner Schulter, ist sehr verspielt und anhänglich." Doch trotz dieser Fortschritte mahnt sie zur Vorsicht. Gerade bei so jungen Katzen kann sich der Zustand schnell verschlechtern: "Kitten sind anfällig und können noch kippen, auch wenn vorher alles gut aussah." Die Pflegerin bleibt dennoch zuversichtlich - "ich bin optimistisch, dass William es schafft".
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Sobald sich Williams Gesundheitszustand stabilisiert hat, steht der nächste wichtige Schritt an: der Kontakt zu Artgenossen. "Zugang zu Artgenossen soll er bekommen, sobald er gesund ist und andere Kitten nicht mehr anstecken kann." Dann soll er "Spielgefährten bekommen". Langfristig ist ein normales Katzenleben geplant: Impfung, Chippen, Kastration. Erst danach wird William bereit sein für ein neues Zuhause. Die Betreuerin ist sich sicher: "Er wird bestimmt mal ein tolles Familienmitglied bei jemandem." Dank richtet das Tierheim auf Facebook an die Retter: "Sie haben nicht weggesehen" Ohne ihr Eingreifen hätte William vermutlich keine Chance gehabt. "Sie sind nicht einfach weitergegangen. Sie haben hingeschaut, gehandelt und dem kleinen Schatz die Chance gegeben, die er verdient."
Während William sich weiter erholt, bittet das Tierheim um Unterstützung - zumindest moralisch: "Bitte drückt alle Daumen und Pfötchen für dieses tapfere Katzenbaby." "William ist nicht das einzige Kätzchen, das bald eine neue Familie sucht, auch sechs Katzen im Erlanger Tierheim wurden aus einer Stadtwohnung gerettet und warten auf neue Liebhaber.